Angeklagter gesteht alle Taten – 15 Monate Haft auf Bewährung
Kinderpornos: 23-Jähriger muss zur „seelischen Läuterung“

Bad Oeynhausen (WB/wa). Wegen Besitzes von Kinderpornografie, sexueller Belästigung sowie Körperverletzung hat sich am Dienstag ein 23-Jähriger aus Bad Oeynhausen vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Von Beginn an war der Angeklagte geständig, doch war er auch wirklich schuldfähig?

Donnerstag, 28.05.2020, 03:27 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 05:02 Uhr
Das Urteil gegen den Bad Oeynhausener ist rechtskräftig. Foto: dpa
Das Urteil gegen den Bad Oeynhausener ist rechtskräftig. Foto: dpa

Insgesamt vier Straftaten im Zeitraum von Juli 2018 bis November 2019 hatte die Staatsanwaltschaft angeklagt. Alle Vorwürfe gegen ihn räumte der Angeklagte dabei zu Beginn der Verhandlung ein, unter anderem den Besitz dreier Bilder eines zehnjährigen Mädchens, dessen „Geschlechtsteil anreißerisch in den Mittelpunkt des Betrachters gerückt wird“, wie die Staatsanwältin betonte.

Die habe ihm ein Bruder zugeschickt, erklärte der 23-Jährige, der aufgrund seiner Erkrankungen zuletzt in einer Einrichtung für betreutes Wohnen untergebracht war. „Ich wusste nicht, was das war“, beteuerte er, zudem habe er die Bilder nicht selbst löschen können. In einem weiteren Fall wollte er sich von einem Mann dessen Smartphone ausleihen, „um YouTube-Videos darauf zu gucken“. Weil dieser ihm das Gerät nicht aushändigte, habe der Beschuldigte beim Opfer Blessuren im Gesicht verursacht.

Mitbewohnerin belästigt

Auch einer Mitbewohnerin hatte er sich laut Anklageschrift mehrfach gegen ihren Willen genähert und sie unsittlich berührt sowie einem weiteren Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen und dabei einen Nasenbeinbruch verursacht. Zur Verhandlung hatte das Gericht auch einen Facharzt für Psychiatrie als Gutachter bestellt, um die Schuldfähigkeit des 23-Jährigen zu ermitteln. Aufgrund bereits erstellter Gutachten, erklärte der Sachverständige, liege bei dem Mann „eine Lernbehinderung, aber keine Intelligenzminderung vor“.

Ihm sei „manipulatives und gezieltes Handeln“ gegenüber anderen Personen durchaus möglich. Bei den Straftaten, erklärte der Experte weiter, „kann ich nichts feststellen, was normal intelligente Personen nicht auch machen“. Weil der Mann seine Taten vollumfänglich gestanden hatte, konnte Amtsrichter Dr. David Cornelius auf die Anhörung von insgesamt zehn geladenen Zeugen verzichten.

Haftstrafe auf Bewährung

Einig waren sich die Verfahrensbeteiligten beim 23-Jährigen auch über eine „latent hohe Gefahr, weitere Straftaten zu begehen“. Die habe der Beschuldigte zudem gegenüber Menschen begangen, „denen es noch schlechter geht als Ihnen“, betonte der Amtsrichter gegenüber dem vorbestraften Angeklagten.

15 Monate Haft auf Bewährung legte Dr. Cornelius als Strafe fest. Zudem muss laut richterlichem Beschluss „eine geeignete psychiatrische Anstalt zur seelischen Läuterung“ für den Angeklagten gefunden werden, wie der Verteidiger bereits in seinem Plädoyer ausgeführt hatte. Das Urteil wurde noch im Saal rechtskräftig.

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