Naturschützer beobachten Drama in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen
Jungstorch stirbt nach Angriff von Rotmilan

Bad Oeynhausen (WB/mcs). Die erste erfolgreiche Storchenbrut in Bad Oeynhausen hat am Mittwoch ein jähes Ende gefunden. Wie Naturschützer Erwin Mattegiet vom Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ mitteilte, wurde der Jungstorch das Opfer einer Rotmilan-Attacke.

Donnerstag, 04.06.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 19:56 Uhr
Mehrfach hat ein Rotmilan einen Jungstorch in einem Horst in Volmerdingsen attackiert. Naturfreund Reinhard Scheibenzuber hat das Geschehen mit seiner Fotokamera dokumentiert. Foto:
Mehrfach hat ein Rotmilan einen Jungstorch in einem Horst in Volmerdingsen attackiert. Naturfreund Reinhard Scheibenzuber hat das Geschehen mit seiner Fotokamera dokumentiert.

Laut Erwin Mattegiet hatte das Storchenjunge zuvor die Hoffnung geweckt, dass der Status Bad Oeynhausens als einzige storchenlose Kommune im Mühlenkreis nun beendet sein könnte. Während der Brutphase an der Düsteren Straße in Volmerdingsen hatten jedoch „Storchenmutter“ Christiane Röckemann und ihre Tochter Claudia die häufige Abwesenheit der Altstörche beobachtet. Zu Pfingsten hätten die Eltern das Küken fast fünf Stunden lang unbewacht gelassen. Dabei sei es ungeschützt der Sonneneinstrahlung ausgesetzt gewesen.

Am Mittwochmorgen fotografierten laut Erwin Mattegiet die Naturfreunde Ulrich Wehmeier und Reinhard Scheibenzuber, wie ein Rotmilan bedrohlich über dem verwaisten Jungstorch kreiste. Wie die Beobachter mitteilten, folgten mehrere Attacken gegen den wehrlosen Jungstorch. Letztlich habe der Greif das Küken gepackt und aus dem Netz geworfen.

Jungstorch übel zugerichtet

Nach der Attacke informierten die Augenzeugen Erwin Mattegiet. Dieser fand den übel zugerichteten Jungstorch nach eigenen Angaben tot unter dem Pfahlnest. Er vermutet, dass es sich um ein unerfahrenes Brutpaar gehandelt hat. Denn ein Altstorch bleibe in der Regel immer zur Bewachung der Jungen im Nest – auch, um zu hudern oder Schatten zu spenden.

Der stolze Greif gehört laut Erwin Mattegiet ebenfalls zu einer bedrohten Vogelart und brütet unweit der Störche in einem kleinen Wäldchen. Vermutlich sei er auf Nahrungssuche für seinen eigenen Nachwuchs gewesen. Laut Erwin Mattegiet wird der Rotmilan von Naturfreunden oft in der Wulferdingser Bachaue bei seinen Jagdausflügen beobachtet.

Zehn Jungstörche im Mühlenkreis

Die Storchenpopulation im Mühlenkreis hat trotz des traurigen Zwischenfalls in Volmerdingsen eine weitere Steigerung mit mehr als 90 besetzten Nestern erfahren. Dabei haben laut Erwin Mattegiet inzwischen vier Paare den Weg über das Wiehengebirge geschafft. Zur Zeit befinden sich demnach insgesamt zehn Jungstörche in den Horsten von Eisbergen (3), Schnathorst-Struckhof (2), und Tengern (5).

Die Volmerdingsener Storchenfreunde hoffen auf eine erfolgreiche Brut 2021. Die Grellewiese in der Wulferdingsener Bachaue sei ein optimales Biotop für Adebare, zumal dort künftig Viehbeweidung durch Öko-Landwirt Karlheinz Röthemeier angesagt sei.

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