Bad Oeynhausener Hallenbad-Neubau im Siel: Ausschreibungsprüfung dauert länger als erwartet
„Netto noch vier Wochen“ im Verzug

Bad Oeynhausen (WB). Der Zeitplan für den Hallenbad-Neubau im Siel drohte aus den Fugen zu geraten. Damit einhergehende Sorgen von An­dreas Schwarze, Vorstand der Stadtwerke (SBO), mit Blick auf den Zeitrahmen für die Prüfung erforderlicher Ausschreibungen scheinen nun weitgehend Geschichte zu sein. Das hat er vor dem Verwaltungsrat der SBO erläutert. Derzeit beziffert er die Zeitverzögerung auf „netto noch vier Wochen“. An einem Eröffnungstermin des Hallenbades zwischen Mitte März und Mitte Juni 2022 hält er fest. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzen die SBO weiter auf 21 Millionen Euro. Auf die Freibad-Sanierung entfallen 4,8 Millionen Euro.

Donnerstag, 11.06.2020, 09:35 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 11:20 Uhr
Seit 9. Juni ist das Sielbad-Gelände von einem Bauzaun umgeben. Ende des Monats soll das beantragte Bauschild stehen, nachdem alle Kanalbauarbeiten abgeschlossen sind. Derzeit liegt das Projekt etwa vier Wochen hinter der Zeitplanung, da es bei der Überprüfung von Ausschreibungsunterlagen zu einer unerwarteten Verzögerung gekommen war. Foto: Claus Brand
Seit 9. Juni ist das Sielbad-Gelände von einem Bauzaun umgeben. Ende des Monats soll das beantragte Bauschild stehen, nachdem alle Kanalbauarbeiten abgeschlossen sind. Derzeit liegt das Projekt etwa vier Wochen hinter der Zeitplanung, da es bei der Überprüfung von Ausschreibungsunterlagen zu einer unerwarteten Verzögerung gekommen war. Foto: Claus Brand

Keine konkrete Zusage

Für die jüngste Beratung im Verwaltungsrat hatte er den Sachstand zur Ausschreibungsprüfung – Stand Mitte Mai – im Vorfeld der Sitzung so beschrieben: Trotz Übermittlung aller notwendigen Unterlagen habe es bis dahin keine konkrete Zusage der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster gegeben, die Ausschreibungen für das so genannte erste „Paket“ der Bauarbeiten durchführen zu dürfen. Der Bund beteiligt sich am Hallenbad-Bau mit einer Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Der Entwurf der Ausschreibungen wird für den Bund als in NRW zuständige Behörde von der OFD Münster geprüft. Folge des Sachstands Mitte Mai wäre gewesen, dass diese Ausschreibungen laut OFD erst nach der schriftlichen Zusage der Bundesfördermittel hätten erfolgen können.

Abbrucharbeiten Mitte Juni

Zum ersten „Paket“ der Arbeiten gehören die Erdarbeiten für die Baugrube, Wasserhaltungs- und Rohbauarbeiten, der Hubboden für das Bad und Fördertechnik. Unter Wasserhaltung versteht man Verfahren, die Baugrube zeitweise oder auch dauerhaft trocken zu legen. Nach der ursprünglichen Planungsschiene sollten nach den Abbrucharbeiten der Gebäude im Siel (für Mitte Juni vorgesehen) die Wasserhaltung sowie das Ausheben der Baugrube im Anschluss erfolgen. Laut SBO war der 12. Mai als Submissionstermin für das erste Paket vorgesehen, um die technischen Gewerke am 9. Juni vergeben zu können. Die beiden ersten Ausschreibungspakete machen laut SBO gut 70 Prozent des Finanzvolumens des Projektes aus.

Drohende Mehrkosten für Winterbau

Weiter führte Schwarze in der Vorlage, Stand Mitte Mai, zu den Verzögerungen bei der Ausschreibungsprüfung aus: „Angesichts der Tatsache, dass sehr optimistisch gerechnet anzunehmen ist, dass die Ausschreibungen wohl frühestens zum Beginn der Sommerferien in NRW zur Prüfung gelangen, würde, selbst eine Bearbeitungszeit von vier Wochen vorausgesetzt, eine Freigabe erst in der zweiten Julihälfte 2020 erfolgen können.“ Danach sei für die europaweite Ausschreibung ein Zeitraum von etwa zweieinhalb Monaten erforderlich. Das hätte laut Schwarze bedeutet, dann man mit den Erdarbeiten statt im Anschluss an den Abbruch nicht Anfang Juli, sondern erst Ende Oktober 2020 hätte beginnen können. Neben der viermonatigen Verzögerung wäre dann ein bislang nicht vorhandener Kostenfaktor für den Winterbau hinzugekommen, da der Rohbau dann „mitten in der Schlechtwetterperiode“ hätte erfolgen müssen. Auch bei der Wasserhaltung hätten dann anzunehmende hohe Grundwasserstände erhöhte Kosten verursacht. Damit wäre es nach seiner Auffassung dem Projekt verwehrt geblieben, „die aktuelle wirtschaftliche Lage zu nutzen, um auskömmliche Angebotsergebnisse zu erzielen.“

Aktuelle Entwicklung

In der Sitzung des Verwaltungsrates erklärte Schwarze nun am Dienstag: „Mittlerweile hat sich, Gott sei Dank, einiges getan.“ Die OFD Münster sei weiter sehr formal unterwegs. Gemeinsam mit der Stadt habe man aber erreichen können, „dass ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn möglich ist.“ Das bedeute, dass zwei große Ausschreibungen nun doch herausgegangen seien, die für die Erdarbeiten europaweit am Dienstag und die für die Wasserhaltung. Den befürchteten „extremen Verzug“ werde man nicht haben. Diese Entwicklung sei Ergebnis eines jüngsten Gespräches bei den Stadtwerken mit Vertretern der OFD. Dabei seien die Inhalte der Ausschreibung vorgestellt worden. Schwarze: „Man war positiv überrascht.“ Er gehe nun davon aus, dass es sukzessive weitergehe. „Wir haben eine weitere Gewerke-Laufliste erstellt.“ In Abstimmung mit der OFD soll ein Bauzeitenplan entstehen. Wenn der Fördermittelgeber mitspiele und die eigene Zeit der Prüfung einhalte, könne Ende des Monats ein Teil der weiteren Ausschreibungen erfolgen, so für Rohbauarbeiten, Hubboden-Fördertechnik und Gerüstarbeiten. Dies würde einen erheblichen Fortschritt zum Stand von Mitte Mai bedeuten. Unter diesen Voraussetzungen kann sich Andreas Schwarze einen Beginn des Rohbaus Ende September vorstellen. Die alten Gebäude seien entkernt, die Schadstoffe separat gelagert, „die nicht einfach abgerissen werden dürfen“, erklärte er. Er geht davon aus, dass die Gebäude im Siel „ab Mitte nächster Woche weichen werden.“

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