Fachausschuss in Bad Oeynhausen beschließt Maßnahmenpaket mit einem Volumen von 1,9 Millionen Euro
Besseres Internet für alle Schulen

Bad Oeynhausen  (WB). Um die Digitalisierung an den städtischen Schulen in Bad Oeynhausen voranzutreiben, sollen bis zum Jahr 2024 rund 1,9 Millionen Euro investiert werden. Dafür setzt die Verwaltung auf Landesmittel aus dem „Digitalpakt NRW“. Einen entsprechenden Förderantrag hat der Schulausschuss am Dienstag nach ausführlicher Diskussion einstimmig auf den Weg gebracht.

Donnerstag, 18.06.2020, 06:30 Uhr
Bis an allen Bad Oeynhausener Schulen während des Unterrichts flächendeckend Tablets im Einsatz sind, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern. Durch ein Maßnahmenpaket mit einem Volumen von 1,9 Millionen Euro soll die Digitalisierung in der Kurstadt bis 2024 allerdings maßgeblich vorangetrieben werden. Foto: dpa
Bis an allen Bad Oeynhausener Schulen während des Unterrichts flächendeckend Tablets im Einsatz sind, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern. Durch ein Maßnahmenpaket mit einem Volumen von 1,9 Millionen Euro soll die Digitalisierung in der Kurstadt bis 2024 allerdings maßgeblich vorangetrieben werden. Foto: dpa

„Das Thema ‚Digitalisierung an den Schulen‘ beschäftigt uns bereits seit vielen Jahren“, sagte Stefan Tödtmann, Beigeordneter für Bürgerdienste, zu Beginn. Derzeit seien etwa 580 PCs und etwa 365 Laptops/Tablets an den vier weiterführenden Schulen und neun Grundschulen im Einsatz. An einigen Standorten gebe es bereits kabelloses Internet dank funktionsfähiger WLAN-Netze. Dafür seien in den vergangenen Jahren etwa 600.000 Euro investiert worden. Doch das sei lange nicht genug.

Neue Glasfaseranschlüsse

„Unser nächstes Ziel ist es, alle Schulstandorte über Glasfaseranschlüsse mit schnellem Internet zu versorgen“, sagte Stefan Tödtmann. Am Immanuel-Kant-Gymnasium, der Europaschule, den Realschulen Nord und Süd sowie den Grundschulstandorten in Eidinghausen, Volmerdingsen, Wichern und Wulferdingsen solle dies bis Jahresende erfolgen. Für die weiteren Grundschulstandorte werde nach Lösungen gesucht.

Parallel dazu sollen 550.000 Euro der zu beantragenden Fördermittel aus dem Digitalpakt NRW bereits in diesem Jahr investiert werden. 120.000 Euro sind dafür vorgesehen, dass alle städtischen Schulen Zugriff auf die cloudbasierte Schüler-Lehrer-Lernplattform MNSpro erhalten. Für weitere 100.000 Euro sollen neue Server angeschafft werden.

550 Endgeräte für Schüler

Mit dem größten Anteil des Fördergeldes in Höhe von 330.000 Euro sollen zudem mobile Endgeräte für etwa 550 Schüler gekauft werden. „Diese Geräte sollen zum einen in Klassensätzen bereitgestellt werden. Sie sind zum anderen aber auch als Leihgeräte für Schüler gedacht, die keine eigenen Endgeräte haben“, sagte Nadja Vollmer. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung stellte die Eckpunkte der geplanten Fördermaßnahmen im Schulausschuss vor.

Von den verbleibenden Digitalpakt-Mitteln in Höhe von 1,35 Millionen Euro soll laut Nadja Vollmer das Gros im Jahr 2021 investiert werden. Ziel sei das Einrichtigen digitaler Klassenzimmer an allen städtischen Schulen bis 2024. Als Voraussetzung ist eine komplette LAN-Verkabelung aller Standorte vorgesehen. Diese fehlt bislang an der Europaschule sowie an den Grundschulstandorten Rehme-Oberbecksen, Werste und Lohe. Darüber hinaus sollen alle Sporthallen einbezogen werden.

Konfiguration der Netze

Anschließend sind der Ausbau und die Konfiguration des WLAN-Netzes an beiden Realschulen sowie den Grundschulstandorten Dehme und Volmerdingsen vorgesehen. „Die Grundschulen Altstadt, Eidinghausen und Wichern sowie das Immanuel-Kant-Gymnasium verfügen bereits über diese Techniken“, sagte Nadja Vollmer.

Die Klassenräume würden zudem mit interaktiven Tafeln, Beamern, Dokumentenkameras sowie Smart-TV-Geräten nebst Lautsprechern ausgestattet. Hinzu kämen digitale Arbeitsgeräte wie elektrische Mikroskope, Lego-Roboter oder auch 3D-Drucker.

Zwei neue IT-Fachkräfte

Laut Stefan Tödtmann sollen zudem Fördermittel in die Schaffung von zwei neuen IT-Fachkräfte-Stellen fließen. So sei gewährleistet, dass die Umsetzung des Digitalpaktes in den Bad Oeynhausener Schulen zügig vorangetrieben werden könne. „Um aktuell auf dem Arbeitsmarkt entsprechende Fachkräfte anzusprechen, sollten die Arbeitsverhältnisse unbefristet sein“, sagte der Beigeordnete für Bürgerdienste.

Nach den Ausführungen der Verwaltung stellte Helke Nolte-Ernsting die Eckpunkte eines Geschäftsordnungsantrags der CDU zur Digitalisierung an den Bad Oeynhausener Schulen vor. Auf Antrag der CDU-Ratsherrin hatte der Schulausschuss die Beratung über die Vorlage der Verwaltung und die Diskussion über eben diesen CDU-Antrag zu Beginn der Sitzung zu einem Tagesordnungspunkt zusammengefasst.

Ausführliche Erörterung

„Wir sind dankbar, dass wir dieses Thema heute hier in dieser Tiefe erörtern konnten“, sagte Helke Nolte-Ernsting nach der Aussprache. Ihre Fraktion werde dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zustimmen. Wohl unter dem Eindruck des Gehörten hielt die CDU-Fraktion nicht an der abweichenden Forderung aus ihrem Geschäftsordnungsantrag fest, „an den Bad Oeynhausener Schulen alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten auszustatten“.

Insbesondere eine Aussage von Dirk Rahlmeyer könnte dazu beigetragen haben. Der Leiter der Europaschule hatte im Hinblick auf die Versorgung aller Schulen mit schnellem Internet gesagt: „Wir sollten erst die Straßen bauen und dann die Autos anschaffen.“

Julian Noweck (CDU) brachte zum Ende der Sitzung auf den Punkt, was vielen durch den Kopf ging: „Ich dachte, wir seien bei der Digitalisierung schon viel weiter.“

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