Amtsgericht verurteilt Bad Oeynhausener (28 und 35) zu Geld- beziehungsweise Haftstrafe auf Bewährung
Mit Axt und Messer gedroht und Hitlergruß gezeigt

Bad Oeynhausen (WB/wa). Diese schweren Vorwürfe standen für das Amtsgericht Bad Oeynhausen am Ende der Verhandlung zweifelsfrei fest. Die beiden angeklagten Bad Oeynhausener im Alter von 28 und 35 Jahren hatten gegenüber einer städtischen Unterkunft für Obdachlose nicht nur mehrere Menschen mit einer Axt und einem Messer bedroht.

Samstag, 27.06.2020, 07:53 Uhr aktualisiert: 27.06.2020, 08:00 Uhr
Das Amtsgericht Bad Oeynhausen hat die beiden Angeklagten (28 und 35) zu Geld- beziehungsweise Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Foto: dpa
Das Amtsgericht Bad Oeynhausen hat die beiden Angeklagten (28 und 35) zu Geld- beziehungsweise Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Foto: dpa

Zugleich hatten sie in einem weiteren Fall den Hitlergruß gezeigt und eine Frau verbal beleidigt. Zudem entblößte einer der Beschuldigten dabei auch sein Geschlechtsteil. Empfindlich fielen nun die Strafen aus, die Richter Dr. David Cornelius verhängte.

Nur noch einen Zeugen mussten die Verfahrensbeteiligten am Freitag hören, dann standen die Tatvorwürfe endgültig fest. „Ein Zentimetermaß hatte ich nicht dabei“, führte der 54-jährige Zeuge aus. Das Beil, das der 35-Jährige im Sommer 2019 während eines Grillabends nach ihm geworfen habe, sei aber neben seinem Kopf gelandet. Und nur weil der Beschuldigte gestolpert sei, habe diese Waffe niemanden getroffen, stellte abschließend der Staatsanwalt in seinem Plädoyer fest.

Hitlergruß und Belwurf

Für ihn und die Verteidiger gab es an der Schuld der 28 und 35 Jahre alten Bad Oeynhausener keinen Zweifel. Nach Überzeugung des Gerichts waren die Männer mit einer Feiergesellschaft wegen Lärmbelästigung in Streit geraten. Es sei „eine blöde Idee“ gewesen, ein Messer bei sich zu führen, hatte der 28-Jährige bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt. Als „hochgradig gefährlich und zudem feige“ wertete der Staatsanwalt zugleich den Beilwurf des 35-jährigen Mittäters. Das Opfer sei bereits vor einer drohenden Auseinandersetzung weggerannt.

Bereits davor hatten sich die Männer mit einer 67-jährigen Bekannten in deren Wohnung an der Königstraße getroffen. Dabei „wurde, auf Deutsch gesagt, gesoffen“, erklärte der Staatsanwalt. Mit ihrem anschließenden Hitlergruß am Fenster hätten beide, zudem der 35-Jährige mit zusätzlicher Entblößung seines Geschlechtsteils gegenüber einer ehemaligen Nachbarin, ein Verhalten gezeigt, „das einem nur peinlich sein kann“.

„Sie wissen es selbst“, machte der Staatsanwalt dem 35-Jährigen eindrücklich klar, warum er sich nicht auf verminderte Schuldfähigkeit herausreden könne. „Wenn Sie saufen, begehen Sie Straftaten.“

Urteil noch nicht rechtskräftig

„Ich war noch auf keiner Gartenparty, wo man ein Beil mit sich herumträgt“, kommentierte auch der Verteidiger des 35-Jährigen dessen Verhalten. Einen Hitlergruß sowie exhibitionistische Handlungen an den Tag zu legen, „um zu zeigen, was für ein toller Bengel man ist“, betonte der Jurist weiter, „macht man nur, wenn man reichlich getankt hat.“ Die Angeklagten hätten „eine Fülle von Straftaten verwirklicht“, stellte auch Amtsrichter Dr. David Cornelius fest und folgte in seinen Urteilen dem Plädoyer des Staatsanwalts.

Für den Hitlergruß am Fenster sowie die Bedrohung mit dem Messer verurteilte er den 28-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1800 Euro. Aufgrund des Wurfes mit dem Beil sowie der Beleidigung und Entblößung seines Geschlechtsteils gegenüber einer Frau erhielt der 35-Jährige neun Monate Haft auf Bewährung sowie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit. Auch der 28-Jährige könne auf Wunsch seine Strafe abarbeiten, stellte Dr. Cornelius fest. „Vielleicht können Sie sich dann ja zusammentun.“ Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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