Mit Videos aus Bad Oeynhausen zeigt Carla Berling Lesern die Schauplätze ihrer Krimis
Drehtag hilft bei Lagerkoller

Bad Oeynhausen  (WB). Krimi-Fans, die die Romane der gebürtigen Bad Oeynhausenerin Carla Berling lieben, können bald auch die Schauplätze der Verbrechen und die Schönheiten ihrer ehemaligen Heimat kennenlernen. Weil durch Corona mehr als 40 Lesungen ausgefallen sind, hat Carla Berling YouTube für sich entdeckt. Und in einer neuen Reihe namens „Route wird gestartet“ führt sie die Zuschauer per Video zu den Handlungsorten ihrer fünf Bad Oeynhausen-Krimis.

Montag, 29.06.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 06:50 Uhr
In der Nähe der Grundschule in Rehme wuchs Carla Berling auf, hier in der Gegend spielen viele ihrer Bad Oeynhausen-Krimis. Jetzt will sie den Lesern, die ihre YouTube-Videos verfolgen, die Schönheiten Bad Oeynhausens zeigen. Foto:
In der Nähe der Grundschule in Rehme wuchs Carla Berling auf, hier in der Gegend spielen viele ihrer Bad Oeynhausen-Krimis. Jetzt will sie den Lesern, die ihre YouTube-Videos verfolgen, die Schönheiten Bad Oeynhausens zeigen.

Bad Oeynhausener kennen natürlich die Orte, die Carla Berling vorstellt – vom Friedhof in Rehme, wo der allererste Krimi der Wahl-Kölnerin beginnt, bis zur Brücke am Werre-Weser-Kuss, wo die letzte Szene im Abschlussband „Pechmaries Rache“ stattfindet. Ein Ziel war die Rehmer Grundschule: Direkt gegenüber wohnt in den Romanen Berlings Ermittlerin, die Journalistin Ira Wittekind.

Als Mitarbeiterin bei Lokalzeitungen war auch Carla Berling tätig, als sie noch in Bad Oeynhausen lebte. Erinnerungen weckt beispielsweise die Dachwohnung einer Villa in der Dr. Neuhäußer-Straße, die als „Villa Auguste“ ihren Weg in den zweiten Krimi „Königstöchter“ fand.

Videodreh an 18 Stellen

Vom Gradierwerk bis zur Alten Schokoladenfabrik steuerte Carla Berling am vergangenen Wochenende mit ihrem Mann Martin insgesamt 18 Stellen in und um Bad Oeynhausen an, um Szenen für Videos zu drehen. Und das teilweise schon zum zweiten Mal: „Wir sind keine Profis. Zuvor hatten wir schon einmal diese Drehs versucht und dann zu Hause in Köln festgestellt, dass neun von zwölf Videos unscharf waren.“

Umso anstrengender war der zweite Drehtag, denn diesmal musste alles klappen. Auch wenn es zurzeit keine Lesungen mit Carla Berling gibt (eigentlich hätte die 60-Jährige am letzten Juniwochenende auf der Freilichtbühne Nettelstedt auftreten sollen), nimmt die Zahl ihrer Termine gerade wieder zu. Das liegt daran, dass in wenigen Wochen ihr neues Buch, „Klammerblues um 12“, erscheinen wird. Da es sich nicht um einen Krimi handelt, spielt dieser Roman allerdings auch nicht in Bad Oeynhausen.

Disziplin im Homeoffice

Und worum es geht, verrät die Autorin noch nicht. Nur, dass ihr das Schreiben zu Hause in den vergangenen Monaten leicht gefallen ist. „Viele haben jetzt erst gemerkt, dass zur Arbeit im Homeoffice auch die Bereitschaft gehört, wirklich diszipliniert zu sein“, sagt Carla Berling. Das sei ihr schon immer leicht gefallen. Ganz ohne Lesungen, die immerhin die Hälfte ihrer Arbeitszeit – und ihres Einkommens – ausmachten, habe sich aber mittlerweile auch bei ihr ein bisschen Lagerkoller eingestellt. Deshalb habe der Drehtag in Bad Oeynhausen auch richtig Spaß gemacht.

Carla Berling liebt den Kontakt zu ihren Lesern, daher hat sie verschiedene YouTube-Reihen mit Lesungen gestartet: Bei „Gruß aus der Küche“ liest sie aus dem bereits vergriffenen Buch „Jesses Maria“ Geschichten aus dem Alltag, bei „Krimis am Kamin“ geht es spannend zu. Zu „Route wird gestartet“, der Reihe zu den Oeynhausener Krimis, gibt es auch schon einen Beitrag über ihre Wahlheimat Köln, der laut Berling „unfassbar grünen Großstadt“.

Termine unter Vorbehalt

Traurig macht sie, dass es in nächster Zeit fast keine Termine für Lesungen gibt. Und was für den Herbst und Winter ausgemacht werde, steht alles unter Corona-Vorbehalt. Für Buchhändler müssten sich die Lesungen auch rechnen, und das sei schwer, wenn nur ein Bruchteil der Plätze in einem Saal gefüllt werden dürfe. Derzeit zeige sich, wie wichtig Kunst und Kultur für den Alltag seien, wie sie neu vermisst würden. Die Künstler in Deutschland seien allerdings fast alle in finanziellen Schwierigkeiten geraten.

Insofern ist es für Carla Berling gut, dass ihr neues Buch in diesen Wochen erscheint. Sie habe 25 Jahre daran gearbeitet, als Schriftstellerin erfolgreich zu sein und wolle den jetzigen Stand gerne halten. Und auch wenn ihr Verlag nur ein Buch pro Jahr veröffentliche, an Ideen mangelt es Carla Berling nicht: „Ich schreibe und schreibe...“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7471690?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Ein Stück aus dem Tollhaus
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker