Bildband von Daniel Boberg zeigt auch ehemalige Möbelfabrik Deppe
Der morbide Charme verlassener Orte

Bad Oeynhausen (WB). Ferien zu Hause. Eine Erfahrung, die in diesem Jahr viele Menschen neu machen. Die Zeit mit einem spannenden Buch verbringen, in eine andere Welt abtauchen, in eine Geschichte losgelöst von der eigenen Alltagswelt. Entspannung finden. Das geht mit Lesestoff der unterschiedlichsten Ausprägung. Eine Variante bietet der in Bad Oeynhausen aufgewachsene Autor des Bildbandes „Verlassene Orte – Nordrhein Westfalen – Die Faszination des Verfalls“.

Dienstag, 30.06.2020, 14:49 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 14:52 Uhr
Ein verlassener Ort in Rehme: Unter Graffiti teils verborgen ist noch der Schriftzug „Karl Deppe Möbelfabrik” auszumachen. Foto: Daniel Boberg
Ein verlassener Ort in Rehme: Unter Graffiti teils verborgen ist noch der Schriftzug „Karl Deppe Möbelfabrik” auszumachen. Foto: Daniel Boberg

Es ist der dritte Bildband von Daniel Boberg, der mit seiner Familie inzwischen im westfälischen Hamm lebt. „Lost Places“, verlassene Orte: Für die vorausgehenden Bildbände hat er Momentaufnahmen solcher Orte mit morbidem Charme in Berlin und Brandenburg gemacht. Und in den dritten Band mit verlassenen Orten zwischen Weser und Rhein hat auch eine Location aus Bad Oeynhausen Einzug gehalten: Zu sehen sind Impressionen aus den Räumen der ehemaligen Firma „Möbel König – Karl Deppe Möbelfa­brik“ in Rehme.

120 Aufnahmen

Eines haben wohl alle diese „Lost Places“, versammelt im jüngsten Band von Daniel Boberg, gemein: Einst waren sie Lebensmittelpunkt hunderter, wenn nicht gar tausender Menschen. Einst waren sie der Arbeitsplatz, an dem Menschen jahraus, jahrein viele Stunden verbracht haben. Orte, die ein wesentliches Stück der Alltagswirklichkeit dieser Menschen waren.

Daniel Boberg präsentiert dem Betrachter rund 120 Aufnahmen, die eindrucksvoll den Verfall der verlassenen Gebäude, Werkshallen und Fabriken zeigen. Dabei steht für ihn die Liebe zum Detail immer wieder im Mittelpunkt.

Zurück nach NRW

Daniel Boberg ist CTO (Technischer Leiter) bei Octily und freiberuflicher Software-Entwickler. Über sich selbst sagt er: „Nachdem ich den Kindergarten in Bad Oeynhausen, die Grund- und ein paar andere Schulen hinter mir gelassen hatte, habe ich Medienmanagement in Berlin studiert. Danach begann ich meinen Master in Medientechnik und Kommunikation an der TU Braunschweig. Darauf folgten einige Jahre in einer kleinen Werbeagentur in Bielefeld und sechs Jahre in Berlin. Nun hat es mich wieder zurück nach NRW verschlagen.“

Neben seiner Leidenschaft für Software-Entwicklung liebt er die Fotografie, „Musik, meine Freunde und meine Familie“. Und er erinnert sich: „Seitdem ich denken kann, hatte mein Vater ständig eine Kamera in der Hand und fotografierte mich und alles um uns herum. So gibt es unzählige Fotoalben mit furchtbar niedlichen Kinderfotos, Urlaubserinnerungen und idyllischen Landschaften.“ Wahrscheinlich sei das der Grund dafür, dass es im Jahr 2003 einer seiner größten Wünsche war, „endlich eine eigene Kamera zu bekommen“.

Verborgene Welten

Den Anfang machte er mit einer Canon EOS 20D. Boberg: „Die ersten Bilder, es waren unzählige, beschränkten sich fast ausschließlich auf Langzeitbelichtungen von Autobahnen und HDR-Bildern. Irgendwann kam ich dann dahinter, dass es in der Fotografie noch wesentlich mehr zu entdecken gibt.“ Die Ansprüche seien im Laufe der Jahre gestiegen, das Equipment habe sich geändert und „nun bin ich dort“, sagt er, „wo ich gerade bin. Ich selbst sehe mittlerweile eine klare Linie in meinen Bildern, was nicht bedeutet, dass ich mich nicht mehr weiterentwickle. Meistens fotografiere ich mit meiner EOS 5D Mark IV. Für längere Ausflüge, ohne großes Gepäck, nehme ich meine Leica M mit.“

Und einer dieser Ausflüge hat ihn nach Bad Oeynhausen geführt. Ergebnis sind die Aufnahmen in der ehemaligen Möbelfabrik Deppe. Er sagt mit Blick auf sein jüngstes Werk: „Stillgelegte Fabriken, vor langer Zeit geschlossene Nachtclubs, ein riesiges menschenleeres Armaturenwerk – NRW ist reich an geschichtsträchtigen ‚Lost Places‘, die sich im Laufe der Zeit in faszinierende verborgene Welten verwandelt haben.“

Bildbände zu gewinnen

In Zusammenarbeit mit dem Autor und dem Sutton-Verlag verlost das WESTFALEN-BLATT drei Exemplare des jüngsten Bildbandes von Daniel Boberg. Und so können Sie mit etwas Glück gewinnen: Rufen Sie an diesem Dienstag, 30. Juni, 2020 die Gewinn-Hotline 01379/883002 (0,50 EUR/Anruf Festnetz, ggf. andere Preise Mobilfunk) an und hinterlassen Sie Namen, Anschrift und Rufnummer. Unter allen Anrufern werden die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

 

 

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