„Kleines Theater Rehme“ zeigt Goethes „Faust“ in verschiedenen Varianten
Schauspielkunst im Siekertal

Bad Oeynhausen (WB). Theaterkunst ist auf dem Museumshof zu erleben. Das „Kleine Theater Rehme“ kooperiert mit den Städtischen Museen, um auch im Corona-Jahr Open-Air-Schauspiel auf die Bühne zu bringen. Am Freitag, 31. Juli, 19.30 Uhr, ist die Premiere von Goethes „Faust, der Tragödie erster Teil“, in einer Inszenierung von Johannes-Paul Kindler.

Dienstag, 21.07.2020, 10:00 Uhr
Das „Kleine Theater Rehme“ ist mit zwei Stücken auf dem Museumshof im Siekertal zu Gast. Das Foto zeigt die Mitwirkenden und Helfer für das Open-Air-Theater. Premiere für „Faust, der Tragödie erster Teil“ ist am Freitag, 31. Juli. Links im Bild ist Hanna Dose, Leiterin der Städtischen Museen. Foto: Natalie Lydia Meyer
Das „Kleine Theater Rehme“ ist mit zwei Stücken auf dem Museumshof im Siekertal zu Gast. Das Foto zeigt die Mitwirkenden und Helfer für das Open-Air-Theater. Premiere für „Faust, der Tragödie erster Teil“ ist am Freitag, 31. Juli. Links im Bild ist Hanna Dose, Leiterin der Städtischen Museen. Foto: Natalie Lydia Meyer

Karten für die Aufführungen können von sofort an vorbestellt werden (siehe unten). Die Aufführung auf dem Museumshof, Schützenstraße 35a, erfolgt auf der Grundlage eines Hygiene- und Abstandskonzeptes. Ergänzend zu Goethes „Faust“ wird an zwei Abenden eine Aufführung von „Gretchen 89 FF“ gezeigt.

Die Premiere von Goethes „Faust“ war ursprünglich für den 30. April geplant. Doch die Pandemie hat auch die Pläne des „Kleinen Theaters Rehme“ durchgekreuzt. Nicht nur die Premiere wurde wegen der Pandemie verschoben. Proben fanden zunächst via Skype statt, dann nur vereinzelt und das Stück wurde mehrmals umgeschrieben.

Umsetzung trotz Corona möglich

„‚Faust‘ ist textbasiert. Ein Stück, das in der Corona-Zeit noch einigermaßen umgesetzt werden konnte. Wir haben uns auf die Sprache und Handlung konzentriert und viel inhaltlich gearbeitet. Trotzdem war es nicht leicht, die Liebesszenen unter Corona-Bedingungen neu umzugestalten“, sagt Theaterleiter Johannes-Paul Kindler. Er ist zugleich Regisseur und Hauptdarsteller.

„Ich habe schon mal den jungen Faust gespielt. Ich hatte eigentlich am Anfang gehofft, dieses Mal den Mephisto zu spielen, allerdings keinen Schauspieler für den Faust gefunden. Jetzt übernehme ich die Rolle von Faust doch“, berichtet er. Die Rolle des Mephisto wird von einer Frau übernommen. Schauspielerin Janin Bastian wird in die Rolle des Teufels schlüpfen, der den zerstörerischen Pakt mit Faust schließt.

In einer kurzweiligen Inszenierung von ungefähr zweieinhalb Stunden, inklusive Pause, hat Johannes-Paul Kindler die Handlung des Klassikers als Sommertheater umgesetzt. In Goethes „Faust“ wetten Gott und Mephisto um die Seele von Faust. Der Universalgelehrte, der alles erreicht hat und dennoch in seinem Leben kein Glück findet, schließt den Pakt mit dem Teufel, was zu einem verheerenden Lauf führt.

„Das Stück ist sehr unterhaltsam. Es wird viel gesungen und getanzt. Als Regisseur gehört es auch zu den Aufgaben, alle zu motivieren, und es haben alle so eine Lust, wieder auf der Bühne zu stehen. Wirtschaftlich lohnen sich die Aufführungen für den Aufwand natürlich nicht, aber seit Januar war das Stück bereits in Planung. Ich habe so einen Ehrgeiz entwickelt, trotz aller Widrigkeiten“, sagt Johannes-Paul Kindler.

Freude über Open-Air-Abende

Auch Dr. Hanna Dose, Leiterin der Städtischen Museen, freut sich, dass das „Kleine Theater Rehme“ auf dem Museumshof zu Gast sein wird. „Viele Veranstaltungen können noch nicht stattfinden. Deshalb freuen wir uns, unseren Besuchern zumindest die Open-Air-Aufführungen bieten zu können“, erklärt sie.

Aufgrund der Corona-Regelungen ergibt sich bei der Vorbestellung von Karten dieser Ablauf: Nach aktuellem Stand wird an die Adresse der jeweiligen Bestellung eine Woche vor dem Vorstellungstermin ein Besucherbogen gesandt. Es wird darum gebeten, diesen ausgefüllt am Abend der Vorstellung mitzubringen, um gegebenenfalls Kontakt aufnehmen zu können.

Ohne Abgabe des ausgefüllten Bogens ist nach Angaben der Veranstalter kein Zutritt möglich. Die bestellten Karten werden an der Abendkasse ausgegeben. Für spontane Besucher sollen für die Aufführungen beider Stücke jeweils etwa 20 Tickets vorgehalten werden. Auch diese Gäste müssen einen Besucherbogen vor Ort ausfüllen, um den Kontakt gegebenenfalls zurückverfolgen zu können.

„Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt. Denn bei schlechtem Wetter können wir nicht drinnen in den Hof ausweichen, weil dann Abstände nicht eingehalten werden können“, sagt Kindler. Vor der jeweiligen Vorstellung soll es auf der Internetseite des „Kleinen Theaters Rehme“ einen Hinweis zum Wetter geben und damit dazu, ob gespielt wird oder nicht.

Fallen einzelne Veranstaltungen aufgrund schlechter Witterung aus, soll versucht werden, die Besucher darüber vorher auch direkt zu informieren. Auch nach einem Ausweichtermin für betroffene Vorstellungen soll jeweils Ausschau gehalten werden. Nähere Informationen zu den Aufführungen gibt es auch im Internet .

Termine und Kartenvorbestellung

Nach der Premiere von Goethes „Faust“ am Freitag, 31. Juli, 19.30 Uhr, gibt es vier weitere Termine für Aufführungen auf dem Museumshof im Siekertal: Freitag, 7. August, 19.30 Uhr; Sonntag, 23. August, 18 Uhr; Dienstag, 1. September, 19.30 Uhr; und Samstag, 12. September, 19.30 Uhr. Die Karten kosten 23 Euro, ermäßigt 15 Euro.

Ergänzend zu Goethes „Faust“ wird das „Kleine Theater Rehme“ an zwei Abenden seine Inszenierung von Lutz Hübners „Gretchen 89 FF.“ auf dem Museumshof wieder aufnehmen.

Im Zentrum steht dabei die Kästchenszene aus Goethes „Faust“. Gretchen findet das Schmuckkästchen von Faust und wird Teil der Verführung Fausts durch Mephisto. Im Vordergrund steht aber nicht die klassische Handlung.

Vielmehr geht es um das Ränkespiele und Machtkämpfe am Theater. Verschiedenste Typen von Regisseuren und Schauspielern arbeiten sich mit- oder auch gegeneinander an der berühmten Szene aus „Faust“ ab. „Es ist eine Hommage an das Theater an sich“, sagte Johannes-Paul Kindler.

Die Vorstellungen sind am Freitag, 21. August, und Mittwoch 9. September, jeweils 19.30 Uhr. Die Karten kosten 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Das Kombi-Ticket für die Gretchen und die Faust-Aufführung kostet 40 Euro.

Die Karten können vorbestellt werden unter Telefon 0170/9544379, per E-Mail oder an der Kasse des Museumshofes im Siekertal (während der Öffnungszeiten), mittwochs bis samstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

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