Direktor Christoph Meyer freut sich auf Show-Premiere am 24. Juli in Bad Oeynhausen
„Endlich dürfen wir wieder spielen“

Bad Oeynhausen  (WB). Die viermonatige Corona-Zwangspause im GOP-Kaiserpalais geht zu Ende: Am Freitag, 24. Juli, feiert die neue Varieté-Show „Vorhang auf!“ ihre offizielle Premiere. „Die Euphorie bei den Beteiligten ist groß. Wir freuen uns, dass wir endlich wieder spielen dürfen“, sagte Varieté-Direktor Christoph Meyer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mittwoch, 22.07.2020, 06:30 Uhr
Varieté-Direktor Christoph Meyer freut sich, dass der Varieté-Betrieb im GOP-Kaiserpalais an diesem Freitag wieder anläuft. Er hofft, dass viele Besucher – trotz coronabedingter Hygiene- und Abstandsregeln – das Kulturangebot nutzen. Foto: Malte Samtenschnieder
Varieté-Direktor Christoph Meyer freut sich, dass der Varieté-Betrieb im GOP-Kaiserpalais an diesem Freitag wieder anläuft. Er hofft, dass viele Besucher – trotz coronabedingter Hygiene- und Abstandsregeln – das Kulturangebot nutzen. Foto: Malte Samtenschnieder

Wenn an diesem Freitag die ersten Gäste kommen, haben Christoph Meyer und sein Team bereits einen kompletten Testlauf hinter sich. „Am Donnerstag spielen wir für Familien und Freunde der Mitarbeiter sowie für Partner unseres Hauses. Wir wollen dabei schon mal alle Abläufe einüben, die uns das neue Hygienekonzept vorgibt“, sagte der Varieté-Direktor.

Neue Regeln

GOP-Fans müssen laut Christoph Meyer coronabedingt im Wesentlichen drei Regeln beachten: 1.) Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem Weg vom Eingang bis zum Sitzplatz sowie gegebenenfalls bei Gängen zur Toilette. 2.) Das Desinfizieren oder Waschen der Hände beim Betreten des Kaiserpalais. 3.) Das Einhalten der geltenden Abstandsregeln. Christoph Meyer: „Um alles Weitere kümmern wir uns.“

Laut genehmigtem Hygienekonzept dürfen maximal 250 Besucher an den GOP-Vorstellungen teilnehmen. Normalerweise können bis zu 340 Gäste untergebracht werden. „Unser großer Vorteil ist, dass wir im Varieté-Saal so viel Platz haben“, erläuterte Christoph Meyer. Der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den einzeln Tischen könne zum Beispiel problemlos eingehalten werden.

Als eine weitere Schutzmaßnahme seien Acrylscheiben zwischen den Tischreihen montiert worden. Der Varieté-Direktor: „Wenn sich an einem Tisch Personen gegenübersitzen, die nicht zu einem Haushalt gehören, ist es darüber hinaus auf Wunsch möglich, diese durch eine zusätzliche mobile Scheibe voneinander zu trennen.“

Spezielle Show

Warum von diesem Freitag an die Show „Vorhang auf!“ und nicht die laut Spielplan angekündigte Show „Camping“ zu sehen ist, erklärt Christoph Meyer so: „Die Show ‚Camping‘ ist ähnlich strukturiert wie ein Theaterstück. Sie lebt davon, dass die ganze Mannschaft gleichzeitig auf der Bühne ist und miteinander interagiert.“ Das sei aufgrund von Abstands- und Hygieneregeln, die nicht nur für den Zuschauersaal, sondern auch für das Bühnengeschehen gelten, derzeit so nicht zulässig.

Deshalb sei die Show „Vorhang auf!“ neu kreiert worden. „Die meisten beteiligten Künstler gehören aber zum Ensemble von ‚Camping‘“, sagte der Varieté-Direktor. Damit das Publikum der Show trotz fehlender Ensemble-Elemente – speziell bei den Übergängen – folgen könne, übernehme Clownin Rosemie die Moderation. Aus dieser Anpassung resultiere die Show „Vorhang auf!“.

Höhere Kosten

Christoph Meyer hofft, dass das Konzept beim Publikum Anklang findet. Er geht in der ersten Phase nach der Wiederaufnahme des Varieté-Betriebes allerdings nicht davon aus, dass ständig alle 250 verfügbaren Karten vergriffen sind. Dazu verlaufe der Vorverkauf bisher zu zögerlich. Er hofft aber, im Durchschnitt 150 bis 200 Gäste bei den Aufführungen begrüßen zu können. Christoph Meyer: „So viele Gäste brauchen wir, um spielen zu können.“

Nicht nur die coronabedingte Reduzierung der Gästezahl von 340 auf 250 trübe die Bilanz. „Wir haben auch höhere Personalkosten, weil mehr Mitarbeiter im Einsatz sind, etwa um die Besucher zu ihren Plätzen zu geleiten“, sagte der Varieté-Direktor. Hinzu kämen Mehraufwendungen für Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

Verschiedene Schritte

Bezogen auf den Standort Kaiserpalais ist die Wiederaufnahme des Varieté-Betriebs nicht der erste und nicht der letzte Schritt zurück in eine neue Normalität. „ Das Restaurant Leander ist bereits seit Mitte Mai wieder geöffnet. Wir freuen uns, dass es insbesondere wegen der Sitzplätze auf den Kurhausterrassen so viel Zuspruch erfährt“, sagte Christoph Meyer.

Im Hinblick auf eine Wiedereröffnung des Adiamo Dance Clubs sei hingegen derzeit keine Prognose möglich. Christoph Meyer: „Ich denke, dass eine Wiedereröffnung von Clubs und Discos erst möglich sein wird, wenn die Abstandsregeln aufgehoben werden können.“

Internes Jubiläumsfest

Geltende Corona-Beschränkungen haben nicht nur Einfluss auf die Zusammenstellung des aktuellen Varieté-Programms. „Wir werden auch das 20-jährige Bestehen des GOP-Varietés im Kaiserpalais eine Nummer kleiner feiern als geplant“, sagte Christoph Meyer.

Der Termin für die Festveranstaltung am 16. September bleibe bestehen. Statt großer Gala mit externen Besuchern werde es aber wohl nur eine interne Feier mit geladenen Gästen geben. „Ein großes Jubiläumsfest holen wir 2021 nach“, sagte der Varieté-Direktor.

Trainingsort Bühne

Trotz ausgesetztem Spielbetrieb sei in den vergangenen Monaten immer etwas im Kaiserpalais los gewesen. „Obwohl wir die Show ‚Sombra‘ inklusive Premiere nur dreimal gezeigt haben, sind die meisten der internationalen Künstler in Bad Oeynhausen geblieben“, sagte Christoph Meyer.

Sie hätten in der Künstler-Villa oder den Künstler-Appartements im Kaiserpalais gewohnt und die GOP-Bühne für individuelle Trainingseinheiten genutzt. Christoph Meyer: „Insbesondere die Trainingsmöglichkeiten hätten die Künstler zu Hause nicht gehabt. Zumal die meisten von ihnen in ihren Heimatländern zunächst in Quarantäne gemusst hätten.“ Ob die Show „Sombra“ noch mal länger in Bad Oeynhausen zu sehen sein wird, ist derzeit offen. „Das ist frühestens 2023 möglich. Bis dahin steht der Spielplan bereits.“

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