Das Kleine Theater Rehme führt mit vier Monaten Verspätung „Faust“ auf
Eine ganz besondere Premiere

Bad Oeynhausen (WB). Normalerweise hätte das Kleine Theater Rehme im April die Saison einläuten wollen. Coronabedingt musste dieser Start jedoch verschoben werden. Am Freitagabend aber konnte Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ endlich Premiere feiern.

Montag, 03.08.2020, 10:24 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 10:28 Uhr
Faust (Johannes-Paul Kindler) verbündet sich mit dem Teufel (Janin Bastian), der ihm im Diesseits alle Wünsche erfüllen möchte. Foto: Annika Tismer
Faust (Johannes-Paul Kindler) verbündet sich mit dem Teufel (Janin Bastian), der ihm im Diesseits alle Wünsche erfüllen möchte. Foto: Annika Tismer

Mehr als 100 Gäste – darunter viele geladene – durften sich die Inszenierung von Johannes-Paul Kindler im Museumshof ansehen. Dem war eine Menge Arbeit vorausgegangen. „Wir brauchten ein gutes Hygienekonzept, welches alle momentan geforderten Auflagen einbezieht“, sagte Michael Gronau, der sich um diesen Part gekümmert hatte.

Hilfe für kleines Ensemble

Der Veranstalter, der sich für gewöhnlich um viele Großveranstaltungen in der Stadt kümmert, hatte dem kleinen Ensemble kurzerhand seine Hilfe angeboten, als seine eigentliche Arbeit von einem Tag auf den anderen nicht mehr stattfinden konnte.

So aber war es dem Ensemble aus acht Hauptdarstellern und diversen Statisten gelungen, Goethes Faust auf die Freiluft-Bühne zu bringen. „Man mag sich fragen, ob das Stück in diese Zeit passt. Aber wenn man sich den Inhalt anschaut, passt es wohl mehr denn je“, sagte Johannes-Paul Kindler, der sich nicht nur für die Inszenierung verantwortlich zeigte, sondern auch Faust spielte.

Das bekannte Stück hatten er und sein Team geradezu perfekt an den Spielort angepasst. Die Bühne vor dem Museum war zwar Hauptspielort, doch das Gebäude an sich wurde mit Fenstern und Türen ebenso einbezogen, wie Bäume, Zäune oder Wiesen darum.

Mal waren es die Meerkatzen, die von der Seite angerannt kamen, dann wieder das gesamte Volk, das plötzlich den Weg neben dem Haus entlang marschiert kam. Mit wenigen Handgriffen wurden dabei immer neue Kulissen geschaffen – der Tisch, an dem Wein getrunken wurde, ein Wagen, auf dem der Teufel Platz nahm oder gar der Blick ins Badezimmer gelangen. Für einen Schmunzler dürfte vor allem der Auftritt von Hund Nigel gesorgt haben, der gekonnt vor das Publikum trat.

Ein schwerer Weg

Wie schwer der Weg bis dahin war, wusste auch Museumsleiterin Dr. Hanna Dose zu berichten. „Wir haben es hier am Museumshof zunächst mit einem Open-Air-Gottesdienst und dem Erzählen zum Midsommar probiert. Beides hat gut funktioniert, sodass wir optimistisch waren, auch dem Kleinen Theater eine Bühne bieten zu können“, sagte sie.

Von Anfang an hat sie die Proben – zu großen Teilen aus der Ferne – begleitet und weiß deshalb, wie schwer es in diesem Jahr war, diese durchzuführen. „Lange Zeit konnte das Ensemble ja nicht gemeinsam proben. Umso mehr freuen wir uns, dass nun endlich die Saison eingeläutet wurde“, erklärte sie. Die etwa 110 Gäste des Premierenabends zumindest waren absolut begeistert von der Inszenierung.

Weitere Vorstellungen

Freitag, 7. August, 19.30 Uhr

Sonntag, 23. August, 18 Uhr

Dienstag, 1. September, 19.30 Uhr

Samstag, 12. September, 19.30 Uhr

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