Salzabwasserzufuhr: Etwa 100 Bürger aus Bad Oeynhausen, Vlotho und Kalletal protestieren am Weser-Werre-Kuss
Protest gegen K+S-Antrag in malerischer Idylle

Bad Oeynhausen/Vlotho/Höxter (WB). „Die Weser ist in Gefahr“, eröffnet Bürgermeister Achim Wilmsmeier am Freitagnachmittag die Kundgebung gegen den Antrag des hessischen Kalisalzbergwergbetreibers K+S zur weiteren Einleitung von salzhaltigen Abwässern in Werra und Weser. Laut Schätzung der Polizei sind bei über 30 Grad etwa 100 Bad Oeynhausener, Vlothoer und Kalletaler gekommen.

Samstag, 08.08.2020, 06:02 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 06:10 Uhr
Laut Schätzung der Polizei haben in Bad Oeynhausen bei über 30 Grad etwa 100 Bad Oeynhausener, Vlothoer und Kalletaler eine Menschenkette gegen den K+S-Antrag gebildet. Foto: Louis Ruthe
Laut Schätzung der Polizei haben in Bad Oeynhausen bei über 30 Grad etwa 100 Bad Oeynhausener, Vlothoer und Kalletaler eine Menschenkette gegen den K+S-Antrag gebildet. Foto: Louis Ruthe

In seiner Rede unterstreicht Achim Wilmsmeier, dass die Weser kein „Abfallentsorgungskanal für ein Privatunternehmen“ ist, sondern ein schützenswerter Fluss, der für „viele Kommunen eine wichtige Bedeutung bei der Trinkwasserversorgung“ hat. Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe betont, dass es nun Zeit sei „K+S in die versalzene Suppe zu spucken“ und sagt, dass die Weser auf dem „kleinen Stück, die sie durch Lippe fließt“, ein wichtiger Aspekt für die Touristik sei.

Weserlied zum Abschluss

„Wir führen diesen Kampf gegen die Versalzung der Weser bereits seit Jahrzehnten“, sagt Stefan Schwartze, SPD-Mitglied des Bundestages (MdB). Es gelte nun der Politik in Hessen und dem Unternehmen noch deutlicher zu signalisieren, dass die Weser ein Naherholungsgebiet für Bürger zahlreicher Kommunen sei und kein Abwasserrohr. „Schon 2021 muss mit der Zufuhr Schluss sein“, fordert er.

Menschenkette entlang der Weser gegen K+S-Antrag

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Christian Dahm, SPD-Mitglied des NRW-Landtags (MdL), verdeutlicht den Handlungsbedarf mit Zahlen. „Pro Tag fließen am Weser-Werre-Kuss 5000 Tonnen Abwassersalze entlang in Richtung Nordsee“, sagt er. Die Bildung einer Menschenkette und das Singen des Weserliedes beendeten die Kundgebung.

Das sagt das Unternehmen

„Bedauerlicherweise wird häufig in der öffentlichen Diskussion in einer missverständlichen Darstellung der Eindruck hervorgerufen, dass wieder mehr Salz in die Flüsse eingeleitet werden solle. Vor diesem Hintergrund ist uns die Feststellung wichtig, dass K+S als verbindliches Ziel anstrebt, die Einleitung von Salzabwässern weiter zu reduzieren. Dabei werden wir uns im genehmigungsrechtlichen Rahmen des jeweils geltenden Bewirtschaftungsplans bewegen. Es kann also keine Rede davon sein, dass das Rad wieder zurückgedreht werden soll“, teilt K+S-Sprecher Ulrich Göbel mit.

Kommentare

Hermann  schrieb: 08.08.2020 18:32
Gute Aktion, keine Frage! Unsere Umwelt, die Weser, braucht das...und viel mehr.

Nur schade, dass es manchem so schwer zu fallen scheint, zwei Meter Abstand zum nächsten zu halten. Man muss sich schon nach dem Verstand fragen!

Vorbildlich (mit Mundschutz jedenfalls) der Vlothoer Bürgermeister.

Nicht so der lippische Landrat...es scheint einfach auch nach einem halben Jahr schwer zu fallen. Auch wenn es naklar klasse ist, dass er sich vor Ort solidarisch zeigt...im Ergebnis dennoch schade: Leider eine negative Öffentlichkeitswirksamkeit!
1 Kommentare
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