Wand- und Deckenelemente für zusätzlichen Hochbehälter in Bergkirchen stehen
Rohbau in Rekordzeit

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Der Rohbau des neuen Hochbehälters in Bergkirchen ist fertiggestellt. Mit einem „Deckenfest“ hat der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen diesen wichtigen Meilenstein am Montag gefeiert.

Dienstag, 18.08.2020, 05:00 Uhr
Nicht nur die Bürgermeister (vorne, von links) Bernd Rührup (Hüllhorst), Achim Wilmsmeier (Bad Oeynhausen), Bernd Poggemöller (Löhne) und Michael Schweiß (Hille) freuen sich über den schnellen Baufortschritt am neuen Hochbehälter in Bergkirchen. Zufrieden sind auch (hinten, von links) Stefan Wiese (technischer Betriebsleiter WBV Am Wiehen), Bauüberwacher Daniel Dalhausen, Holger Freymuth (kaufmännischer Betriebsleiter WBV Am Wiehen) und Bauleiter Daniel Afholderbach (Baufirma Drössler). Foto: Malte Samtenschnieder
Nicht nur die Bürgermeister (vorne, von links) Bernd Rührup (Hüllhorst), Achim Wilmsmeier (Bad Oeynhausen), Bernd Poggemöller (Löhne) und Michael Schweiß (Hille) freuen sich über den schnellen Baufortschritt am neuen Hochbehälter in Bergkirchen. Zufrieden sind auch (hinten, von links) Stefan Wiese (technischer Betriebsleiter WBV Am Wiehen), Bauüberwacher Daniel Dalhausen, Holger Freymuth (kaufmännischer Betriebsleiter WBV Am Wiehen) und Bauleiter Daniel Afholderbach (Baufirma Drössler). Foto: Malte Samtenschnieder

Die Einweihung des 3,8-Millionen-Euro-Projekts ist für das nächste Frühjahr geplant. Durch den zusätzlichen Speicher soll die Wasserkapazität, die der WBV Am Wiehen vorhalten kann, von 7000 Kubikmeter auf 17.000 Kubikmeter steigen. Damit hoffen die Verbandskommunen Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille mittelfristig auch für Verbrauchsspitzen an heißen Sommertagen gewappnet zu sein. Diese hatten in den vergangenen Sommern wiederholt zu Problemen geführt.

„Ich bin froh, dass wir bislang keine nennenswerten Verzögerungen auf der Baustelle hatten – auch nicht durch Corona“, sagte Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller in seiner Funktion als Vorsteher des WBV Am Wiehen während des „Ersatz-Richtfests“. Nicht nur der Zeit-, sondern auch der Kostenplan werde bislang gut eingehalten. Bernd Poggemöller: „Das ist bei einem derartigen Projekt keine Selbstverständlichkeit.“

Erster Spatenstich im März

Erst im März wurde der erste Spatenstich auf dem Grundstück an der Wellenstraße in Sichtweite des bisherigen Hochbehälters, der ebenfalls aus mehreren Kammern besteht, unternommen. „Der rasante Baufortschritt ist nur durch den Einsatz von vorproduzierten Spannbetonbauteilen möglich“, sagte Stefan Wiese vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Auf herkömmliche Weise wäre die Bauzeit möglicherweise doppelt so lang gewesen, betonte der Planer, der zugleich technischer Betriebsführer des WBV Am Wiehen ist.

Insgesamt 86 Wandelemente, 44 Stützen und Riegel sowie 175 Deckenelemente werden laut Stefan Wiese zu zwei kreisrunden Hochbehältern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 5000 Kubikmetern zusammengesetzt. Der technische Betriebsleiter: „Wenn alles fertig ist, werden die beiden Behälter mit je 36,5 Metern Durchmesser für bis zu fünf Meter Wasserstand größtenteils in der Erde verschwunden sein.“ 3000 Kubikmeter Oberboden und 5300 Kubikmeter Bodenaushub seien zwischengelagert worden, um das Bauwerk mit Erde anzufüllen. „Der Wasserspeicher erhält zudem ein insektenfreundliches Gründach“, betonte Stefan Wiese.

„Deckenfest“ am Hochbehälter in Bergkirchen

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Für den Aufbau aller Seitenwände habe die Firma Drössler nur zwei Wochen benötigt. Zügig sei auch der Einbau der Deckenelemente erfolgt. Bis auf ein, zwei Bauteile sei alles an Ort und Stelle. „In einem nächsten Schritt werden nun überall 15 Zentimeter Beton auf die Fertigdecke aufgebracht“, sagte der Planer. Dann würden die Fugen zwischen den Wand- und Deckenelementen abgedichtet.

Bereits Mitte September solle die Dichtigkeit der Hochbehälteranlage geprüft werden. „Dazu müssen wir sie vollständig mit Trinkwasser füllen“, sagte Stefan Wiese. Leider könne dieses Wasser später nicht in den regulären Kreislauf eingeleitet werden.

Werde der Zeitplan weiterhin eingehalten, könnten Ende September/Anfang Oktober sowohl intern als auch extern die erforderlichen Rohrverbindungen geschaffen werden. „Dazu gehört auch ein Stich zur Hauptdruckleitung“, sagte der technische Betriebsführer. Bis April 2021 soll die neue Anlage komplett fertig sein.

Einen Tagesverbrauch vorhalten

„Ich glaube, dass wir mit dem neuen Hochbehälter auf einem guten Weg sind“, sagte Bernd Poggemöller. Der tägliche Wasserverbrauch im WBV Am Wiehen liege zwischen 11.000 und 18.500 Kubikmetern pro Tag. „Durch den zusätzlichen Speicher können wir – wie gesetzlich vorgegeben – nahezu einen Tagesverbrauch vorhalten“, betonte der Verbandsvorsteher.

Dennoch sei es richtig, dass der WBV Am Wiehen und die in ihm zusammengeschlossenen Kommunen weiter nach Wegen suchten, um zusätzlich Wasser zuzukaufen oder selbst zu fördern. Bernd Poggemöller: „Insbesondere, wie die Verbrauchssituation in 15 oder 20 Jahren ist, lässt sich aus heutiger Sicht nur schwer abschätzen. Das Thema wird uns sicher auch in der Zukunft weiter begleiten.“

In diesem Sommer kam es laut Bernd Poggemöller – anders als in den drei Jahren zuvor – bisher zu keinen kritischen Situationen. Das sei vor allem auf den sparsameren Umgang der Bürger mit der kostbaren Ressource Wasser zurückzuführen: „Als es jüngst an einigen Tagen nacheinander mehr als 30 Grad warm war, haben wir die Trinkwasserampel auf Gelb gesetzt. Nun zeigt sie wieder Grün.“

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