Kein Mittagessen im Ganztag der Altstadt-Schule – Warten auf Mensabau
Corona beschert Raumproblem

Bad Oeynhausen (WB). 170 Mädchen und Jungen der Grundschule Altstadt müssen derzeit im Offenen Ganztagsbetrieb ohne warmes Mittagessen auskommen. Coronabedingt scheinen keine Räumlichkeiten dafür momentan ideal und geeignet zu sein. Eltern fühlen sich nach ihrem Bekunden bei dem Thema allein gelassen.

Sonntag, 06.09.2020, 10:23 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 10:26 Uhr
Nikolas Weber (von links), Janice Soares Salazar und Rosita Jovanoski stehen vor jenem Teil des Schulhofes der Grundschule Altstadt, auf dem seit Ende der Sommerferien eine Mensa in Modulbauweise für den Ganztagsbetrieb stehen sollte. Derzeit bekommen 170 Schülerinnen und Schüler kein warmes Mittagessen, weil mit Blick auf die Abstandsregeln die Raumfrage strittig ist. Foto: Jenny Karpe
Nikolas Weber (von links), Janice Soares Salazar und Rosita Jovanoski stehen vor jenem Teil des Schulhofes der Grundschule Altstadt, auf dem seit Ende der Sommerferien eine Mensa in Modulbauweise für den Ganztagsbetrieb stehen sollte. Derzeit bekommen 170 Schülerinnen und Schüler kein warmes Mittagessen, weil mit Blick auf die Abstandsregeln die Raumfrage strittig ist.

Die Mütter Rosita Jovanoski, Janice Soares Salazar und der Elternpflegschaftsvorsitzende Nikolas Weber sind ratlos: Ihre Kinder besuchen die Grundschule Altstadt mit Offenem Ganztag. Doch wie soll das ohne Mittagessen funktionieren? „Die Schule bietet keinen ausreichenden Platz, um die Abstandsregeln beim Essen einzuhalten“, sagte Rosita Jovanoski am Freitagmorgen im Gespräch mit dieser Zeitung mit Blick auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und die Raumfrage. Währenddessen hatte eine Klasse auf dem Schulhof Sportunterricht. „Die Halle darf derzeit für den Schulsport noch nicht genutzt werden. Darum haben wir der Stadt vorgeschlagen, dass wir die Sporthalle als Mensa nutzen“, sagte Rosita Jovanoski. „Dieser Antrag wurde abgelehnt. Trotzdem wird die Halle weiterhin von Vereinen genutzt. Offenbar sind die Vereine wichtiger als das warme Essen unserer Kinder“, erklärte sie.

170 Kinder betroffen

Früher konnten die 170 Kinder in den Räumlichkeiten über dem ehemaligen und nahen Stadtarchiv und „im Keller der Druckerei essen“, berichtet Nikolas Weber. Letztere Räume würden jetzt jedoch anderweitig genutzt. Dem widersprach am Freitag Volker Müller-Ulrich, Sprecher der Stadt. Die Räume stünden zur Verfügung, würden derzeit auch nicht anderweitig genutzt.

Entstanden ist die Problematik vor allem aufgrund einer Verzögerung der Umsetzung der Mensa-Pläne für die Schule. Sie soll in Modulbauweise auf dem Schulgelände errichtet werden. Einen genauen Termin nannte der Stadtsprecher am Freitag dafür nicht. „Der Neubau der Mensa, die für 80 Kinder gedacht ist, hätte eigentlich nach den Sommerferien abgeschlossen worden sein sollen“, erklärte Janice Soares Salazar. „Auch da wissen wir nicht, wann und wie es weitergeht.“ Innerhalb der Schule habe es bei den Eltern die Überlegung gegeben, zwei leere Klassenräume im Obergeschoss der Schule als Mensa zu nutzen. Dann müsste die Essensausgabe allerdings im Flur erfolgen – zu eng. Auf Anfrage dazu sagte Schulleiterin Simone Günther jedoch, dass es freie Klassenräume im Schulgebäude nicht gebe. Zum Raum in der Druckerei ergänzte sie: „Er wird inzwischen vom Begegnungszentrum in anderer Weise genutzt.“ Eine Nutzung für die Ausgabe von Mittagessen ließen die Einschränkungen durch Corona dort ohnehin nicht zu. Mit Blick auf die Raumfrage meinte der Stadtsprecher: „Wir haben der Schule vorgeschlagen, für das Mittagessen Klassenräume zu nutzen.“ In Ergänzung stünden die Räume über dem Archiv und im Komplex der VHS/Druckerei zur Verfügung, um gegebenenfalls auch dort Essen zu können. Müller-Ulrich: „Die Mehrkosten für die zusätzliche Organisation der Essenausgabe würden selbstverständlich von der Stadt getragen.“ Diese Alternative habe die Schule aber abgelehnt. Bei einer möglichen Nutzung der Sporthalle gehe es nicht primär um den Vereinssport, erklärte der Stadtsprecher. „Wir gehen davon aus, dass die Schule die Halle nach den Herbstferien wieder für den Sportunterricht nutzt.“ Nach dem Konzept des Bildungsministeriums für den Schulstart nach den Sommerferien sei der Unterricht unter bestimmten Bedingungen auch schon jetzt wieder in der Halle möglich und werde in anderen Kommunen des Kreises auch schon so praktiziert.

Suche nach Lösung

Der Mensabau solle nun zügig vorangebracht werden. Müller-Ulrich: „Die Ausschreibung wird vorbereitet, und im Dialog mit der Schule wollen wir zu einer guten Lösung für die Grundschule Altstadt kommen.“ Am kommenden Dienstag wollen sich nach seinen Angaben die Stadt als Schulträger, die Initiative für Arbeit und Schule (IFAS) als Träger des offenen Ganztages mit der Schulleitung treffen, um gemeinsam eine Lösung zu suchen.

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