Corona zwingt zum Umplanen: Neue Show in nur fünf Wochen auf die Beine gestellt
„Clowns Factory“ zum Jubiläum

Bad Oeynhausen (WB). „Clowns Factory“ heißt die neue Show, die am Freitag Premiere im GOP-Varieté im Kaiserpalais gefeiert hat. Wer denkt, es würde nur um Clownerie gehen, liegt falsch: „Clowns Factory“ ist eine Ode an die Vielfalt der Varietékunst und sorgt dafür, dass Artistenfans und Spaßliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Dienstag, 15.09.2020, 04:28 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 13:14 Uhr
Drei Spaßvögel unter sich: „Eduardissimo“ (von links), „Herr Riesling“ und „Robert Wicke“ bringen das Publikum zum Lachen. Fotos: Lydia Böhne

Eigentlich hätten zum 20-jährigen Jubiläum des GOP-Varietés im Kaiserpalais die Künstler des Bingo-Theaters mit ihrer Show „Circus“ auf der Bühne stehen sollen. Weil die Corona-Reisebestimmungen diesem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten, mussten die Organisatoren ad hoc umplanen. Statt einer Ersatzshow dürfen sich die Besucher sogar über eine eigens konzipierte Weltpremiere unter der Regie von Robert Wicke und Edouard Neumann freuen.

Neues Programm im GOP Bad Oeynhausen: Clowns Factory

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  • Foto: Lydia Böhne
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„Ein unglaubliches Geschenk, denn solche Konstellationen hätte man sonst nicht auf der Bühne zu sehen bekommen“, erläutert Werner Buss, künstlerischer Direktor des GOP. Dass innerhalb von fünf Wochen eine neue Show aus dem Hut gezaubert werden konnte, ist ein beeindruckendes Zeugnis für die Kreativität und Spontanität des GOP. Vielleicht sind es genau diese Unwägbarkeiten, die die Show zu einem perfekten Denkmal für den runden Geburtstag des Varietés im Kaiserpalais machen.

Kunst der Gestik

Auch wenn die Clowns Namensgeber der Show sind, drehen sich die 90 Minuten nicht monothematisch um die Clownerie. Vielmehr ziehen sich die Auftritte der drei Spaßvögel „Eduardissimo“, „Herr Riesling“ und „Robert Wicke“ wie ein roter Faden durch die Show. Geschickt sind alle Darbietungen durch kleine Geschichten miteinander verwoben.

Etwa wenn „Herr Riesling“ (Klaus Loch) versucht, der Schwertschluckerin Fibi Eyewalker mit einem Herzluftballon Avancen zu machen. Der schüchterne Pantomime erzählt ganze emotionale Romane wie ein Bildband. Statt mit Worten spiegelt er seine Gefühle in nachfühlbarer Mimik und Gestik. Herzlich lachen dürfen die Besucher über Slapstick-Einlagen von „Herrn Riesling“ und „Eduardissimo“ (Edouard Neumann).

Hier eine hochgezogene Augenbraue, da ein Paar aufgerissene Augen – Eduardissimo beherrscht die wirkungsvolle Kunst der Gestik und Bewegung. Dritter im Bunde der Spaßvögel ist „Robert Wicke“. Der Beatboxer nimmt das Publikum mit auf einen musikalischen Exkurs, streift dabei Hits der Musikgeschichte und entscheidet sich am Ende, lieber für eigene Beats, die er mit dem Mund erzeugt.

„Alles echt“

Mit ihrem Mund arbeitet auch die nächste Künstlerin: Langsam lässt Schwertschluckerin Fibi Eyewalker Dolche, Schwerter und sogar Feuer ihre Kehle hinabgleiten. „Wir haben sie sogar röntgen lassen. Es ist alles echt“, kommentiert Werner Buss die unglaubliche Darbietung.

Für beeindruckende Balance stehen „Habtmnesh“, die scheinbar mühelos sechs Bälle mit den Füßen jonglieren kann, und „Monsieur Chapeau“, der stehend auf einer Bowlingkugel elegant das Gleichgewicht halten kann. Ob als Trapez-Duo mit Christopher oder solo im Luftnetz – für absolute Eleganz steht auch die Darbietung von Milena. Unter dem Stoff eines durchsichtigen Baldachins wird ihre „Luftnummer“ zum stimmungsvoll inszenierten Hingucker.

Das Ensemble komplettieren Yefrem Bitkine und Evgenij Daschkovski, alias Duo Flash, deren Bühnenkomposition aus gewagter Bodenartistik mit einem Schuss Clownerie stellvertretend für die Show stehen könnten.

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