Seniorenwohnen, Tagespflege und Café: Fertigstellung für Ende November geplant
81 Fertigbetonmodule verbaut

Bad Oeynhausen (WB). Wer in den vergangenen zwei Monaten nicht mehr die Bad Oeynhausener Innenstadt besucht hat, wird sich wundern. Binnen kurzer Zeit ist auf der jahrelang brach liegenden Fläche an der Ecke Bahnhofstraße/Portastraße ein vierstöckiges Gebäude errichtet worden – eine Modulbauweise macht es möglich.

Samstag, 19.09.2020, 05:01 Uhr aktualisiert: 19.09.2020, 09:34 Uhr
Die Baulücke an der Bahnhofstraße/Ecke Portastraße ist nun endgültig geschlossen. Aus 81 Fertigbetonmodulen bestehen die obersten drei Geschosse. Das Erdgeschoss ist vor Ort gegossen worden. Ende November soll alles fertig sein. Foto: Louis Ruthe
Die Baulücke an der Bahnhofstraße/Ecke Portastraße ist nun endgültig geschlossen. Aus 81 Fertigbetonmodulen bestehen die obersten drei Geschosse. Das Erdgeschoss ist vor Ort gegossen worden. Ende November soll alles fertig sein. Foto: Louis Ruthe

81 Module sind mit einem Schwerlastkran an Ort und Stelle gehievt worden. Nötig dafür ist auch eine Sperrung der Bahnhofstraße gewesen. Sechs Module sind laut Bauleiter Tobias Hönl von der Firma Solid.box GmbH pro Tag platziert worden.

„Wir liegen gut im Zeitplan, so dass ich mit einer Fertigstellung Ende November rechne“, sagt der Bauleiter. Weihnachten sollen die Bewohner definitiv in den neuen vier Wänden feiern können. Wie berichtet hat das Eckgründstück des ehemaligen „Hotel Zur Post“ an der Bahnhofstraße fast fünf Jahre brach gelegen.

Seit Mitte April entstehen dort nun 39 Wohneinheiten des „Service Wohnen“, oder auch Betreutes Wohnen genannt, auf einer Grundfläche von etwa 1200 Quadratmetern und auf vier Etagen. Bauherrin ist Carla Röcker, Geschäftsführerin der Alten- und Pflegeheim Pust GmbH. Neben den Wohneinheiten wird ein Bereich für Tagespflege sowie ein öffentliches Café in dem Neubau Platz finden.

„Normalerweise braucht solch ein Bau etwa zwei Jahre“, sagt Tobias Hönl. Durch die Modultechnik sowie einen teilweisen Innenausbau der Module ab Werk sei es möglich, nun lediglich sechs Monate Bauzeit für ein Gebäude dieser Größe zu beanspruchen. „Die Badezimmer werden schon im Werk komplett ausgebaut“, berichtet er. Zudem würden für zahlreiche Leitungen für Elektro und Sanitär Leerrohre vorgesehen, „was die Arbeiten vor Ort wesentlich erleichtert.“

30 Handwerker gleichzeitig

Auch einzelne Trockenbauwände werden schon im Werk eingezogen. Anschließend wird jedes Modul mit einem Schwerlaster zur Baustelle transportiert. „Wir hatten zeitweise ein Problem mit dem Transport, was uns etwas Zeit gekostet hat. Die haben wir aber bereits wieder aufgeholt“, berichtet Tobias Hönl. Knifflig an der Baustelle in der Innenstadt sei der begrenzte Platz. „Hier ist alles sehr dicht an dicht. Das hat bei der Modulaufstellung ein paar Nerven gekostet“, sagt der Bauleiter.

Etwa drei Module kann die Solid.box GmbH pro Woche fertigen. „Das heißt, jeder Bau braucht eine gewisse Vorlaufzeit“, sagt Tobias Hönl. Auch die Planungen seien etwas komplexer als bei der herkömmlichen Bauweise. Etwa 30 Handwerker tummeln sich nach dem Aufstellen aller Module in dem Neubau. Dieser wird beispielsweise mit einer Infrarotheizung sowie einer großen Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet, um den Anforderungen eines KfW-40+-Gebäudes zu entsprechen.

Die Firma Solid.box GmbH ist ein junges Unternehmen mit Sitz in Heek – nahe der niederländischen Grenze –, das sich mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Wohngebäuden in segmentierter, massiver Bauweise für den innovativen Wohnungsbau beschäftigt.

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