Petra Skomudek bietet in Bad Oeynhausen als „Welttante“ handgemachte Cremes und Deos an
Pflege ohne Schnickschnack

Bad Oeynhausen-Werste (WB). Große Töpfe für Fette und Öle sowie Silikonförmchen – viel mehr braucht Petra Skomudek für ihre handgemachten Seifen, Shampoos und Cremes nicht. Seit vier Jahren stellt die 43-Jährige Naturkosmetik ohne Zusatzstoffe her. Die Bad Oeynhausenerin hat die Corona-Pause genutzt, um den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.

Dienstag, 22.09.2020, 04:00 Uhr
In ihrer Manufaktur stellt Petra Skomudek ihre Naturprodukte her, entwickelt Rezepte und probiert neue Duftrichtungen aus. Das Markante an ihren Pflegeprodukten ist die besondere Form, für die Silikonförmchen sorgen. Foto: Lydia Böhne
In ihrer Manufaktur stellt Petra Skomudek ihre Naturprodukte her, entwickelt Rezepte und probiert neue Duftrichtungen aus. Das Markante an ihren Pflegeprodukten ist die besondere Form, für die Silikonförmchen sorgen. Foto: Lydia Böhne

„Bisher habe ich meine Entscheidung nicht eine Minute lang bereut“, sagt Petra Skomudek glücklich. Der Umstieg in die Selbstständigkeit habe sich durch die Corona-Kurzarbeit einfach so ergeben, berichtet die 43-Jährige, die gemeinsam mit ihrer Schwester, ihrem Schwager und ihren vier Neffen unter einem Dach wohnt.

Ihre Neffen sind es auch, die für den Firmennamen verantwortlich sind, erzählt die Unternehmerin. „Als sie klein waren, wollte ich ihnen beibringen ‚Beste Tante der Welt‘ zu sagen. Übrig blieb dann nur noch ‚Welttante‘“, berichtet Petra Skomudek mit einem Lachen.

Das Geschäft am Laufen halten

Als „Welttante“ hat sich die Bad Oeynhausenerin mit ihrem Sortiment bereits einen Namen auf einigen Märkten gemacht. „Ich hoffe, dass der Herbst- und Bauernmarkt stattfindet. Mir fehlt das persönliche Feedback der Kunden“, bedauert Petra Skomudek.

Um trotzdem im Gespräch zu bleiben, hat die 43-Jährige in den Sozialen Medien fleißig Werbung für ihren neuen Online-Shop gemacht und sich von ihren Neffen Hilfe bei der Erstellung einer Instagram-Seite geholt. Etwa die Hälfte der Zeit verbringe sie inzwischen mit administrativen Dingen, um ihr Geschäft am Laufen zu halten.

Vom Shop bis zur Verpackung samt persönlichem Anschreiben – Petra Skomudek übernimmt alles selbst. Dabei achtet die 43-Jährige besonders auf die Nachhaltigkeit. „Ich verwende Kraftpapier, der Sticker darauf ist aus recyceltem Material, und das Stroh im Karton kann man zum Ofenanheizen benutzen“, erläutert sie.

Auch die Produkte können im wiederverwendbaren Glastiegel erworben werden. Der kann entweder Zuhause weiterbenutzt oder zurückgegeben werden. „Bei sechs Rückgaben bekommen die Kunden einen kostenlosen Lippenpflegestift“, sagt Petra Skomudek.

EU-weiter Versand ist möglich

Verschickt wird EU-weit – sogar Kunden in Luxemburg und der Schweiz haben laut der Geschäftsführerin bereits Naturkosmetik aus der Kurstadt geordert. Im Erdgeschoss des Hauses hat sich Pe­tra Skomudek ihren Arbeitsplatz – eine kleine Küchenzeile eingerichtet. Überall duftet es dort nach einer Mischung aus Lavendel, Rose, Zitrone und Kokosnuss.

Die Produktpalette reicht von festem Shampoo und Conditioner über eine Leave-in-Pflege, Deocremes oder Körpersahne, Hand-Gesichts-Körpercremes, Lippenpflegen – wahlweise mit leichtem Schimmer, bis hin zu 20 verschiedenen Seifen, darunter Milch- und Soleseifen. Die Rezepte und das Wissen rund um die Inhaltsstoffe hat sich die „Welttante“ selbst beigebracht: „Lesen, lernen und viel viel üben“, fügt sie mit einem Lachen hinzu.

Sauber und präzise arbeiten

Das saubere und präzise Arbeiten, das sie durch ihren vorherigen Job als Zahntechnikerin erlernt hat, habe ihr als Grundlage sehr geholfen. Ganz neu soll in drei Wochen eine mattierende Tagescreme mit leichter Tönung ins Sortiment einziehen. 18 Monate lang hat Petra Skomudek daran getüftelt.

Wie alle ihre Produkte befindet sich die Creme zum Check im Labor, wo ein Doktor der Chemie die finale Sicherheitsbewertung durchführt. Die getönte Tagescreme werde aber vorerst ihr einziger Abstecher in die Welt der dekorativen Kosmetik bleiben, sagt die 43-Jährige. Das Sortiment umfasse bisher alle Dinge, die sie selbst im Bad verwendet – und die in Plastik verpackt für reichlich Müll sorgen.

„Ich habe festgestellt, dass die Leute inzwischen sehr auf Inhaltsstoffe und eine nachhaltige Verpackung achten“, sagt sie. Erhältlich sind ihre Produkte online. Möglich ist nach Absprache auch ein Einkauf in der Manufaktur.

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