„Kulturbühne“ – Folge 12 – Heute: Rollkunstlaufabteilung des RRC Lohe
Rollkunstläufer müssen auf Show-Highlight verzichten

Bad Oeynhausen (WB). Alles war vorbereitet: Nach den Sommerferien hätte die intensive Trainingsphase starten sollen, damit im Herbst das Schaulaufen „Hakuna Matata – der Löwenkönig Simba“ über die Bühne rollen könnte. Doch auch hier kam Corona dazwischen: Die Rollkunstläuferinnen vom RRC Lohe müssen auf ihr Highlight verzichten. Ein ziemlicher Einbruch in die Vereinskasse, denn die Erträge sichern einen Großteil der finanziellen Mittel des Vereins.

Donnerstag, 24.09.2020, 05:41 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 05:50 Uhr
Das Foto zeigt die Mitwirkenden der Rollkunstlauf-Show „Hakuna Matata – der Löwenkönig Simba“, die im vergangenen Jahr mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Im November 2020 sollte sie noch einmal präsentiert werden. Foto:
Das Foto zeigt die Mitwirkenden der Rollkunstlauf-Show „Hakuna Matata – der Löwenkönig Simba“, die im vergangenen Jahr mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Im November 2020 sollte sie noch einmal präsentiert werden.

Das Trainerteam um Janina Apke sowie die aktiven Läuferinnen der Rollkunstlaufabteilung sind gar nicht glücklich über diese Situation, weil das Schaulaufen sowie die Meisterschaften als Trainingsmotivation ausbleiben. Denn für alle ist klar: Der „Löwenkönig Simba“, das Highlight der Rollkunstlauf-Saison, darf nicht aufgeführt werden. Geplant war die Show aus Musik, Tanz und Akrobatik mit mehr als 70 Mitwirkenden für November.

Und zwar bereits als Zweitauflage, denn im Vorjahr „war der Erfolg so gigantisch, dass wir es unseren Zuschauern einfach nochmal präsentieren wollten“, wie die Trainerin sagt. Nach der Vorlage des Disney-Originals hatte sie die Geschichte vom kleinen Löwenjungen Simba, der nach vielen Abenteuern zum König der Löwen aufsteigt, für den Rollkunstlauf unter dem Titel „Hakuna Matata – Der Löwenkönig Simba“ aufwändig choreografiert. „Alle Showacts haben wir selbst entwickelt, die Musik neu geschnitten und ein Programm von etwa zwei Stunden erarbeitet“, berichtet die 29-Jährige.

1000 Besucher die Show

Einige Kostüme und Kulissen wurden von einem befreundeten Verein erworben, andere vereinsintern von den Eltern neu gestaltet und genäht. Sogar die Sprecherpartien wurden neu eingespielt – dank vieler Mitwirkender aus dem Verein. „Das war eine gigantische Vorleistung. Deshalb wollten wir es auch gern ein zweites Mal aufführen“, erläutert Apke. Denn normalerweise gibt es die RRC-Show nur alle zwei Jahre. Umso größer die Enttäuschung: „Wir trainieren zwar weiter, aber uns fehlt schon die Präsenz nach außen“, bedauert die sportliche Leiterin.

Selbst seit Kindesbeinen dem Rollkunstlauf verbunden, hängt ihr Herz an diesem Sport – und an der Begeisterung, die er bei den Zuschauern entfacht. Nach jeder Aufführung kommt ein großer Andrang an Bewerbern, die neu einsteigen wollen. Kein Wunder, sehen doch jedes Mal weit mehr als 1000 Besucher die Show. Die große Resonanz lässt auch die Kasse klingeln: „Wir erzielen Einnahmen im gut fünfstelligen Bereich“, berichtet Apke.

Davon trägt der Verein zunächst die Gebühren für Gema, Lizenzen und Nutzungsrechte. Hinzu kommen Materialkosten für eventuelle Kostüme und Kulissen. Auch die Ausrüstung ist teuer: „Rollkunstlaufschuhe können bis zu 900 Euro kosten“, weiß Apke. Durch die dauernde Beanspruchung müssen sie regelmäßig erneuert werden. Da schlagen die fehlenden Einnahmen deutlich zu Buche.

In der Region bekannt

Nicht nur die Show, auch die Meisterschaften entfallen. „Damit geht ein ganzes Qualifikationsjahr verloren“, bedauert die Trainerin. Hinzu kommt, dass die Übungsmöglichkeiten lange sehr eingeschränkt waren. „Wir konnten angesichts geschlossener Hallen nur über Skype trainieren“, berichtet sie.

Was für athletische Übungen noch akzeptabel erschien, erwies sich für die Gesamtkoordination als unbrauchbar. „Sprünge, Pirouetten, Hebefiguren oder ein Bogengang über andere Läufer, erst recht die Formations-Elemente, all das konnte wochenlang nicht geübt werden“, sagt Apke weiter.

Das einzig Gute: Die Alleinstellung, die der Verein mit seiner Rollkunstlauf-Abteilung seit mehr als 50 Jahren hat, ist über Bad Oeynhausens Grenzen hinaus bekannt. Das schürt dann doch den Ehrgeiz: „Wir wollen im nächsten Jahr wieder voll dabei sein – mit Meisterschaften und mit einem Musical“, so zumindest erhofft es sich Janina Apke für den Verein.

Rubrik: „Nachwuchs“

Im Rahmen der Reihe „Kulturbühne“ sind bislang diese Beiträge erschienen:

Vorhang auf für die Kulturbühne

Folge 1: Bildhauerin Astrid Mulch

Folge 2: Theatergruppe Newcomers

Folge 3: Quartettverein Bad Oeynhausen

Folge 4: Violinistin Veronika Bejnarowicz

Folge 5: Kleines Theater Rehme

Folge 6: Handstand-Artist Sven Böker

Folge 7: Flechtwerkgestalterin Kerstin Eikmeier

Folge 8: Kantorei an der Auferstehungskirche

Folge 9: Last Action Heroes

Folge 10: Improtheater Spek-Spek

Folge 11: Oboistin Hannah Mörchen

Anrufen und GOP-Karten gewinnen

Sie möchten im Rahmen der „Kulturbühne“ der Rollkunstlaufabteilung des RRC Lohe Ihre Stimme geben? Dann rufen sie bis Sonntag, 27. September 2020, über die Gewinn-Hotline 01379/883007 (0,50 €/ Anruf dt. Festnetz, ggf. andere Mobilfunkpreise) an. Unter allen Anrufern werden ein Mal zwei Karten für den Besuch einer Vorstellung im GOP-Varieté verlost. Es hat nach einer Corona-Zwangspause den Spielbetrieb am 24. Juli 2020 wieder aufgenommen.

Der Rechtsweg ist bei der Aktion ausgeschlossen.

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