Stadtwerke Bad Oeynhausen beobachten in der Pandemie deutliche Zunahme
294 wilde Müllkippen in der Kurstadt

Bad Oeynhausen (WB/cb). Wilde Müllkippen: Dieses Thema ist ein Dauerbrenner im Verwaltungsrat der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO). Deren Sprecher Rüdiger Ernst beschrieb die jüngste Entwicklung. Neben dem in der Corona-Krise grundsätzlich gestiegenen Müllaufkommen habe sich auch die Zahl der illegalen Abfallablagerungen in der Landschaft während der Pandemie deutlich erhöht. Besonders betroffen seien die Weserwiesen, Wanderparkplätze und Standorte von Altglascontainern.

Freitag, 25.09.2020, 03:05 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 03:30 Uhr
Ein Beispiel von vielen für wilde Müllkippen: Mitte April bot sich dieses Bild am Weserufer, nahe der Eisenbahnbrücke. Foto: Stadtwerke Bad Oeynhausen
Ein Beispiel von vielen für wilde Müllkippen: Mitte April bot sich dieses Bild am Weserufer, nahe der Eisenbahnbrücke. Foto: Stadtwerke Bad Oeynhausen

Im zweiten Quartal 2020 seien 242 illegale Müllablagerungen von den Stadtreinigern eingesammelt und entsorgt worden. Im ersten Quartal waren es 217, im dritten Quartal bis zum 21. September bereits 294. Das Volumen liege bei 750 Kubikmetern, „die wir in diesem Jahr aus der Landschaft herausgeholt haben“, verdeutlichte Rüdiger Ernst.

Coronabedingt falle mehr Müll an, „nicht nur beim Restmüll, auch beim Bioabfall merkt man das, aber eben auch durch verstärkte Ablagerungen in der Landschaft. Sehr ärgerlich“, unterstrich der Sprecher der Stadtwerke. Man versuche, dem entgegen zu wirken. Es seien verschiedene Maßnahmen getroffen worden.

Ernst: „Den Sielpark und den Bereich an der Weser haben wir in eine zusätzliche Reinigung genommen. Im Sielpark haben wir verstärkt noch einmal Mülleimer an den Hotspots aufgestellt, um der Verschmutzung Herr zu werden.“ An der Weser gehe es vor allem um die Bereiche Anleger, Werre-Weser-Kuss und Grillplatz. Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze verwies angesichts der wachsenden Zahl wilder Müllablagerungen auch auf die zeitweise Schließung des Recyclinghofes während der Corona-Krise.

An Glascontainern würden die wilden Müllablagerungen teilweise mehrere Kubikmeter umfassen. Könne man den Verursacher einer wilden Müllablagerung ausfindig machen, werde dies an das Ordnungsamt der Stadt weitergeben. Rüdiger Ernst: „In einem Fall in der Südstadt ist jüngst ein Bußgeld über 130 Euro verhängt worden.“ Zudem würden die SBO die Kosten für die Entsorgung dem Verursacher in Rechnung stellen. Dabei werde es um mehrere hundert Euro gehen.

Entsorgung nicht umgehend möglich

Angesichts des „enormen Anstiegs von wildem Müll, vielleicht durch Corona, vielleicht auch nicht – Wir können dagegen wenig tun“, rief SPD-Fraktionschef Olaf Winkelmann die SBO dennoch auf, an die Öffentlichkeit in dieser Sache zu appellieren. Winkelmann: „All das, was wild abgelagert wird, kommt uns alle teuer zu stehen, weil die Stadtwerke es wieder einsammeln müssen.“

Für ihn ist es „schade, dass einige schwarze Schafe auf Kosten der Allgemeinheit so handeln“. An­dreas Schwarze sagte zu seinem Appell-Aufruf: „Das kann man machen. Aber wir leben eigentlich in einer Gesellschaft, wo jedem Erwachsenen bewusst sein muss, dass es solche Müllablagerungen nicht geben darf.“

Kritik übte er an der Erwartungshaltung in der Bevölkerung, dass wilde Müllablagerungen sofort abgeräumt werden müssten, und wenn das nicht so sei, dann werde bei den SBO schlecht gearbeitet. Schwarze: „Der Müll liegt irgendwo, nicht entlang der normalen Touren unserer Mitarbeiter.“

Mit Blick auf die Sauberkeit in der Innenstadt heißt es seitens der Stadtwerke: „Mit dem Einsatz eines dritten Straßenreinigungsfahrzeuges und der zusätzlichen täglichen Reinigung im Kurpark sind keine Beschwerden hinsichtlich der Sauberkeit dort geäußert worden.“

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