Bewährungsstrafe für pädophilen Bad Oeynhausener – Richter ordnet Therapie an
Tausende Kinderpornos gehortet

Bad Oeynhausen (WB/lmr). Es sind Massen an kinder- und jugendpornografischen Inhalten, die sich ein 39-jähriger Bad Oeynhausener über Jahre angeschafft hat. 8000 Bilder sowie mehr als 650 Videos, „in denen Kinder schwerst missbraucht werden“, sammelte der Angeklagte auf sechs Festplatten.

Freitag, 25.09.2020, 16:19 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 16:33 Uhr
Das Amtsgericht Bad Oeynhausen hat einen 39-Jährigen wegen der Verbreitung und dem massenhaften Besitz von kinder- und Jugendpornografischen Inhalten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verurteilt. Foto:
Das Amtsgericht Bad Oeynhausen hat einen 39-Jährigen wegen der Verbreitung und dem massenhaften Besitz von kinder- und Jugendpornografischen Inhalten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verurteilt.

Nun hat ihn das Amtsgericht Bad Oeynhausen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verurteilt. Richter Dr. David Cornelius ordnete zudem eine Therapie mit einer Bewährungsauflage von vier Jahren an.

Aufmerksam wurden die Behörden auf den 39-Jährigen, da er mehrmals kinder- und jugendpornografische Comic-Bilder über den Messengerdienst WhatsApp verschickte. Bei einer daraus resultierenden Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten fanden die Ermittler sechs Festplatten, ein Smartphone sowie einen Laptop voll mit Foto- und Video-Material, mit denen der Angeklagte „seine pädophilen Neigungen, zulasten des schwersten Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen befriedigt“ habe, wie die Staatsanwaltschaft ausführte.

Schnelles Geständnis

Die Verlesung der Anklageschrift nahm der Bad Oeynhausener regungslos hin. Demnach schickte er einer Zeugin von Dezember 2018 bis Dezember 2019 an sechs Tagen unter anderem „Comic-Zeichnungen, in denen sehr junge Mädchen“ diverse sexuelle Handlungen mit „älteren Männern“ vollzogen. Doch bei den Comic-Zeichnungen blieb es nicht, so dass die Zeugin sich an die Polizei wandte und eine Durchsuchung am 5. Dezember 2019 veranlasst wurde.

Alle ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfenen Taten räumte der Angeklagte per Verlautbarung durch seinen Anwalt ein. „Es ist alles richtig. Es hat sich genau so zugetragen“, las die Verteidigung aus dem vorab gefertigten Geständnis vor. Dem 39-Jährigen tue es „sehr, sehr leid“, was er durch seine Taten seiner Familie angetan habe. Bis heute leide das Verhältnis zu seiner Ehefrau sowie zu seiner Familie unter seiner pädophilen Neigung. In der Verlautbarung erklärte der Angeklagte zudem „seine volle Bereitschaft zu einer Therapie“.

Auf die Rückgabe der Festplatten wolle er verzichten. Da der Angeklagte nicht vorbestraft war sowie die Bereitschaft zu einer therapeutischen Behandlung signalisierte, plädierte die Staatsanwaltschaft auf ein „oberes Strafmaß“ für eine Bewährungsstraße.

Ein Jahr und neun Monate auf Bewährung, eine Therapie mit einem Bewährungszeitraum von vier Jahren sowie die Aufarbeitung des Geschehenen mit einem Bewährungshelfer und eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung forderte die Staatsanwaltschaft und begründete dies damit, dass der Angeklagte „nur denkbar knapp durch seine Neigungen vor dem tatsächlichen Missbrauch eines Kindes“ stand.

Urteil rechtskräftig

„Sie müssen dringend Hilfe in Anspruch nehmen“, sagte der Staatsanwalt und ergänzte, dass man von „Glück reden könne“, dass seine Neigungen rechtzeitig zum Vorschein gekommen seien, denn: „Sie sind eine tickende Zeitbombe.“ Die Verteidigung folgte dem beantragten Strafmaß der Staatsanwaltschaft. Lediglich die Geldstrafe solle auf 2000 Euro reduziert werden und in Monatsraten beglichen werden können.

Amtsrichter Dr. Cornelius hielt den Angeklagten der Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Bildern und Videos in sechs Fällen für schuldig und folgte vollumfänglich dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Lediglich die Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro könne der Angeklagte in Monatsraten à 100 Euro bezahlen.

„In den Videos sind schwerste Misshandlungen von Kindern zu sehen, dass sind keine Zeichnungen oder Schauspieler“, begründete der Amtsrichter das Strafmaß an der obersten Grenze für eine Bewährungsstrafe. Die entscheidenden Gründe für eine Bewährungsstrafe seien die Therapiebereitschaft sowie die Einsicht des Angeklagten. Bei Abbruch der Therapie drohe dem Bad Oeynhausener die Haftstrafe, betonte der Richter. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig.

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