Laienspielguppe des CVJM Bergkirchen sagt coronabedingt Termine für 2021ab
Keine Theatersaison zum 40-Jährigen

Bad Oeynhausen (WB). Schweren Herzens hat sich die Laienspielgruppe des CVJM Bergkirchen dazu entschlossen, die Spielzeit 2021 im Theater im Park wegen der Corona-Pandemie abzusagen. Besonders bitter: Ausgerechnet im Jubiläumsjahr präsentiert die Gruppe zum ersten Mal kein neues Theaterstück. 1981 hatte sich die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Laienspielgruppe um Bernd Werkmeister gegründet.

Samstag, 26.09.2020, 11:45 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 14:26 Uhr
Zehn Aufführungen zeigte die Laienspielgruppe Bergkirchen im Jahr 2017 von dem Stück „Be(t)reutes Wohnen“ im Theater im Park. Großer Beliebtheit haben sich die Aufführungen der Laienspielgruppe erfreut. Nun hat Bernd Werkmeister coronabedingt bereits die Aufführungen für das Jahr 2021 abgesagt. Foto: Lydia Böhne/Archiv
Zehn Aufführungen zeigte die Laienspielgruppe Bergkirchen im Jahr 2017 von dem Stück „Be(t)reutes Wohnen“ im Theater im Park. Großer Beliebtheit haben sich die Aufführungen der Laienspielgruppe erfreut. Nun hat Bernd Werkmeister coronabedingt bereits die Aufführungen für das Jahr 2021 abgesagt. Foto: Lydia Böhne/Archiv

Mögliche Theaterstücke waren bereits geordert und sollten für die Auswahl der passenden Komödie zum Lesen an die Mitglieder verteilt werden, doch dann wurden die Laienschauspieler im Mai mit Problemen konfrontiert, die Corona mit sich gebracht hat: „Das Staatsbad brauchte meine Unterschrift, für den Mietvertrag des Theaters“, berichtet Bernd Werkmeister im Gespräch mit dieser Zeitung. Elf Vorstellungen inklusive Premiere am 16. Januar waren geplant. In einer Videokonferenz hätten sich die Mitglieder zunächst über das weitere Vorgehen beraten. „Wir konnten zu der Zeit überhaupt nicht einschätzen, wie sich die Lage entwickeln würde. Wie sollten wir mit Abstand oder sogar mit Maske auf der Bühne spielen? Und selbst wenn Proben möglich gewesen wäre, hätten wir nicht sagen können, wie es im Januar aussehen wird“, erläutert Bernd Werkmeister die Bedenken.

Schwer kalkulierbar

Aber nicht nur das im Zweifelsfall vergebliche Proben wäre ein Problem gewesen, auch der finanzielle Aspekt hat den Mitgliedern zu denken gegeben, wie das Gründungsmitglied berichtet: „Die Mieten und Nebenkosten für das Theater betragen 25.000 Euro. Die Gesamtkosten für ein Stück belaufen sich auf eine Summe zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Wir sind also immer davon abhängig, dass das Theater auch voll ist.“

Selbst wenn das Theater im Januar geöffnet sein sollte, hätte man laut Bernd Werkmeister nur schwer kalkulieren können, wie viele Besucher auch eine Karte kaufen. Ohne die sicheren Einnahmen sei das Projekt demnach nicht finanzierbar. „Am Ende kommen wir meistens plus/minus Null raus. Wenn mal ein Überschuss da war, hat diesen der CVJM bekommen“, ergänzt Werkmeister.

Finanzielles Risiko

Das finanzielle Risiko habe laut des Mitglieds im Mai niemand auf sich nehmen wollen, die finale Entscheidung war Dank eines Entgegenkommens des Theaters auf nach den Sommerferien vertragt worden, um die weitere Entwicklung abwarten zu können. „Das Theater hatte die Aufführungstermine bis dahin netterweise für uns geblockt“, ergänzt Bernd Werkmeister.

Weil die Situation sich kaum gebessert hat und die Zukunft nach wie vor ungewiss ist, habe man sich nach vielen Gesprächen schließlich für die Absage der Saison 2021 entschieden. „Wir haben selbst einige ältere in der Gruppe, die das Risiko nicht eingehen möchten. Die Gesundheit geht immer vor“, findet der Bergkirchener. Eine halb gare Lösung sei für die zwölf Laienschauspieler sowie die weiteren Helfer und Organisatoren nicht in Frage gekommen: „Damit wären wir unserem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden“, sagt Werkmeister.

„Gemeinschaft wird uns fehlen“

Dass die Proben ausfallen, bedauert der Laienschauspieler sehr: „Es haben sich ja auch enge Freundschaften gebildet. Die Gemeinschaft wird uns fehlen.“ Dass die Beteiligten dafür eine entspanntere Adventszeit, in der sonst der Endspurt begonnen hätte, erwartet, ist angesichts der Ungewissheit, wie es um die Öffnung der Weihnachtsmärkte steht, nur ein schwacher Trost. „Zum ersten Mal hätten wir auch im Werster Gemeindehaus geprobt. Für einen Neuzugang wäre es außerdem der erste große Auftritt gewesen“, ergänzt Bernd Werkmeister.

Bisher habe man laut des Gründungsmitglieds noch nicht darüber nachgedacht, das 40-jährige Bestehen 2021 zu feiern. Eine Alternative könnte sich ein Jahr darauf bieten: „1982 haben wir unser erstes Stück ‚Urlaub auf dem Bauernhof‘ gespielt. Dann könnten wir mit den Aufführungen 2022 die 40. Theatersaison feiern“, überlegt Bernd Werkmeister. „Termine für 2022 haben wir schon beim Staatsbad reserviert“, fügt der Laienschauspieler mit einem Lachen hinzu.

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