Workshop liefert Ideen und Wünsche für generationsübergreifendes Wohnen
„Nicht ins Heim, nicht allein“

Bad Oeynhausen (WB). Seit einigen Monaten überlegen Bürger und Initiatoren des Projektes „Alternative Wohnkonzepte für Bad Oeynhausen“, wie „jung und alt“ in Zukunft in der Kurstadt zusammen leben können. Nach Vorträgen zum „Bielefelder Modell“ und dem „Beginenhof“ sollten jüngst gemeinsam mit Monika Schneider von der „Agentur für Wohnkonzepte“ aus Köln erste Ideen entwickelt werden, wie solche Projekte auch in Bad Oeynhausen funktionieren können.

Montag, 28.09.2020, 12:00 Uhr
Im Johanniter-Mehrgenerationenhaus haben 28 interessierte Bürgerinnen und Bürger mit Christiane Kern, Anna-Lena Köhler, Ina Rohleder und Monika Schneider von der „Agentur für Wohnkonzepte“ aus Köln Ideen für das zukünftige Wohnen in Bad Oeynhausen entwickelt. Foto: Kirchenkreis Vlotho
Im Johanniter-Mehrgenerationenhaus haben 28 interessierte Bürgerinnen und Bürger mit Christiane Kern, Anna-Lena Köhler, Ina Rohleder und Monika Schneider von der „Agentur für Wohnkonzepte“ aus Köln Ideen für das zukünftige Wohnen in Bad Oeynhausen entwickelt. Foto: Kirchenkreis Vlotho

Besonders im Alter stellen Alleinsein, große Wohnungen und wenige soziale Kontakt große Probleme dar. „Bei vielen alten Menschen besteht außerdem die Sehnsucht, lange zuhause zu bleiben“, sagte Diakonin Ina Rohleder von der Fachstelle „Seelsorge im Alter“ des Kirchenkreises Vlotho, sowie Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt. Mit Anna-Lena Köhler von der Evangelischen Erwachsenenbildung und Christiane Kern vom Mehrgenerationenhaus der Johanniter-Unfall-Hilfe hatte sie getreu des Mottos „Nicht ins Heim, nicht allein“ zum Workshop eingeladen. Christiane Kern fasste zusammen: „Hier sollen alternative Wohnkonzepte auch als Begegnungsstätten dienen und Menschen wieder miteinander verbinden, wenn zum Beispiel die Kinder und Enkelkinder weit weg wohnen und jemand auch sonst auf verschiedene Hilfen angewiesen ist. So können Nachbarschaft und Gemeinschaft neu gelernt und gesteuert werden.“

Verschiedene Wohnkonzepte

Bei dem sechsstündigen Workshop konnten sich Interessierte mit verschiedenen Wohnkonzepten, zum Beispiel einem Mehrgenerationenhaus, Seniorenwohnen oder dem Quartiersverbund auseinandersetzen und Wünsche, Ideen und Vorstellungen einbringen. Nach einem Expertenvortrag zu verschiedenen, bereits realisierten Wohnkonzepten, unter anderem in Großstädten, konnten sich die 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedenen Arbeitsgruppen zuordnen und in so genannten „World Cafés“ ihre Wünsche und Ideen skizzieren.

Viele sehr gute Ideen

Anna-Lena Köhler war nach der Veranstaltung über die sehr guten Ideen überrascht: „Innerhalb der Arbeitsgruppen herrschte während des Workshop ein reger Austausch. Ideen und Wünsche wurden weitergeführt und bei fast allen Arbeitsgruppen sogar schon neue Termine und Treffen vereinbart.“ Auch für Referentin Monika Schneider wurde klar, wie hoch der Bedarf an neuen Wohnkonzepten ist: „Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen wirklich umziehen, weil sie oft in zu großen Häusern weit außerhalb des Stadtkerns wohnen, es aber keine wirkliche Alternative gibt.“ Sie war überrascht, mit wie viel Engagement sich die Workshop-Teilnehmer einbrachten und ihre Bereitschaft zeigten. Das freute auch die Organisatorinnen, die weiter am Projekt, gerne mit weiteren Unterstützern von Stadt, Verbänden und Vereinen, arbeiten möchten. „Es war eine wunderbare Veranstaltung. Alle Teilnehmer waren sehr beseelt und es herrschte eine gute Atmosphäre“, zog Ina Rohleder ein positives Feedback. Die Arbeitsgruppen werden weiterhin von den Veranstalterinnen begleitet und auch neue Workshops und Informationsveranstaltungen zum Thema Wohnen in Bad Oeynhausen sollen von November an folgen.

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