Staatsbad Bad Oeynhausen verzeichnet geringere Einnahmen – weniger Übernachtungen
Massive Einbußen durch Corona

Bad Oeynhausen  (WB/mcs). Einen turnusmäßigen Zwischenbericht über die Abwicklung des Wirtschaftsplanes hat Dirk Henschel, Leiter Eigenbetrieb Staatsbad, am Dienstagabend im zuständigen Betriebsausschuss vorgelegt. Demnach sind die Auswirkungen der Corona-Krise mittlerweile in allen Bereichen spürbar.

Mittwoch, 07.10.2020, 05:00 Uhr
Seit fast sieben Monaten ist die Bali-Therme bereits geschlossen. Ein Ende der coronabedingten Zwangspause ist derzeit nicht in Sicht. Die andauernde Schließung des beliebten Bades führt dazu, dass weniger Besucher in die Kurstadt kommen. Foto: Malte Samtenschnieder
Seit fast sieben Monaten ist die Bali-Therme bereits geschlossen. Ein Ende der coronabedingten Zwangspause ist derzeit nicht in Sicht. Die andauernde Schließung des beliebten Bades führt dazu, dass weniger Besucher in die Kurstadt kommen. Foto: Malte Samtenschnieder

„Die Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen im Land NRW war im 1. Halbjahr 2020 wesentlich geprägt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und insbesondere durch den sogenannten Lockdown im März“, schreibt Dirk Henschel in seinem Bericht. Landesweit seien die Gästezahlen im ersten Halbjahr 2020 um 53,5 Prozent zurückgegangen. Die Übernachtungszahlen seien mit 46,7 Prozent ebenfalls deutlich niedriger ausgefallen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Nachdem die Übernachtungszahlen in den Bad Oeynhausener Beherbergungsbetrieben laut Dirk Henschel im ersten Quartal 2020 noch um 3,1 Prozent gestiegen waren und auch die Zahl der Gästeankünfte sich um ein Prozent erhöht hatte, hatte die Corona-Pandemie mit den damit verbundenen weiterhin vorhandenen Einschränkungen auch wesentliche Auswirkungen auf die Gäste und Übernachtungszahlen in der Kur­stadt.

Vergleicht man die Zahlen jeweils für das erste Halbjahr sank die Zahl der Gästeankünfte von 59.285 im Jahr 2019 auf 33.715 im Jahr 2020. „Das entspricht einem Rückgang um 43,1 Prozent“, betont Dirk Henschel. Zu diesem Rückgang habe überproportional die Reduzierung der Übernachtungen in Hotels und Pensionen aufgrund von temporären Schließungen der Betriebe beigetragen.

Die Zahl der Gästeübernachtungen reduzierte sich zudem von 469.825 im ersten Halbjahr 2019 auf 367.737 im ersten Halbjahr 2020. Das entspricht laut Dirk Henschel einem Rückgang von 21,7 Prozent. Aufgrund des in Bad Oeynhausen sehr hohen Anteils von Übernachtungen in Vorsorge- und Rehakliniken habe sich die statistisch ermittelte mittlere Aufenthaltsdauer auf 10,9 Tage (im Vorjahr: 7,9 Tage) erhöht.

Sinkende Kurbeiträge

Der Rückgang der Übernachtungszahlen hat laut Dirk Henschel wesentliche Auswirkungen auf die Erlöse aus Kurbeiträgen, die nach einer Erhöhung um etwa 6,2 Prozent im ersten Quartal 2020 in der Zeit vom 1. April bis 31. August deutlich zurückgegangen sind. Die Erlöse aus Kurbeiträgen liegen demnach für die Zeit vom 1. Januar bis 31. August 2020 bei 498.357 Euro und damit um 116.584 Euro unter den Erlösen des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Das entspricht einem Minus von 19 Prozent.

Eine Stabilisierung der Belegungszahlen der Kliniken und der damit verbundenen Erlöse aus Kurbeiträgen auf Vorjahresniveau zeichnet sich nach Angaben des Leiters Eigenbetrieb Staatsbad derzeit noch nicht ab. Es sei daher davon auszugehen, dass die Mindereinnahmen aus Kurbeiträgen bis Ende des Wirtschaftsjahres noch höher ausfallen werden.

Halbierte Parkgebühren

Die Schließung des Varietébetriebes im GOP-Kaiserpalais, der dazugehörigen Gastronomie und des Tanzclubs Adiamo sowie der Bali-Therme und des Hotels Vienna House Easy haben laut Dirk Henschel in den vergangenen Monaten massive Auswirkungen auf die Höhe der Parkgebühren der Tiefgarage Morsbachallee – insbesondere bei den Tagesparkern – gehabt.

Im ersten Halbjahr 2020 sanken die Erlöse demnach gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 29.406 Euro (Vorjahr: 62.120 Euro). Das entspricht einem Rückgang der Einnahmen um 32.714 Euro oder etwa 53 Prozent.

In den Monaten Juli und August seien die Einnahmen zwar geringfügig gestiegen, liegen aber für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. August mit 35.770 Euro um etwa 32.980 Euro unter dem Gebührenaufkommen des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Der Rückgang betrage damit etwa 48 Prozent.

Dirk Henschel: „Mit der Wiederaufnahme des Varietébetriebes einschließlich der Gastronomie des GOP-Kaiserpalais werden sich die Erlöse in den nächsten Monaten auf niedrigem Niveau stabilisieren.“ Mehr sei nicht zu erwarten, zumal sich eine Wiederaufnahme des Betriebes des Tanzclubs Adiamo sowie der Bali-Therme aktuell nicht abzeichnet.

Verkürzte Theatersaison

Aufgrund der frühzeitigen Beendigung der Theatersaison 2019/ 2020 als Folge der Corona-Pandemie Anfang März sind laut Dirk Henschel bisher Einnahmeausfälle von 6000 Euro entstanden. Diese seien im Wesentlichen durch Absagen von Veranstaltungen verursacht worden, für die das Theater im Park oder auch die Wandelhalle angemietet worden waren.

Zwar sei der Theaterbetrieb der Saison 2020/2021 grundsätzlich im September wieder aufgenommen worden, allerdings sei es auch hier in Einzelfällen zu Veranstaltungsabsagen gekommen. „Die weitere Entwicklung bis Jahresende bleibt abzuwarten, es ist aber davon auszugehen, dass weitere Einnahmeausfälle entstehen werden“, sagt Dirk Henschel.

Die Gastronomieangebote im Theater im Park sowie in der Wandelhalle seien bis auf Weiteres ausgesetzt. Als Folge entständen entsprechende Mindererlöse aus Pachteinnahmen, deren Höhe aktuell jahresbezogen noch nicht beziffert werden könne. Der Betriebsleiter: „Insgesamt werden sich die Umsatzerlöse des Eigenbetriebes im laufenden Wirtschaftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich vermindern.“

Unzureichendes Budget

Von den für das Wirtschaftsjahr 2020 veranschlagten Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen der Stadtwerke Bad Oeynhausen auf der Grundlage des bestehenden Dienstleistungsvertrages von 700.000 Euro wurden laut Dirk Henschel im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Juli insgesamt 408.331 Euro verausgabt. Unter Berücksichtigung des durchschnittlich monatlich zur Verfügung stehenden Budgets seien damit im genannten Zeitraum Mehraufwendungen von 51.837 Euro entstanden.

Es sei davon auszugehen, dass jahreszeitlich bedingt in den Monaten August und September Einsparungen realisiert werden könnten. Dennoch müsse aktuell davon ausgegangen werden, dass das Gesamtbudget für 2020 bis Jahresende überschritten werde.

Die gebuchten Personalkosten für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli liegen nach Angaben des Betriebsleiters um etwa 17.000 Euro oder 2,5 Prozent unter dem Vorjahresbeitrag und damit innerhalb der Veranschlagung im Wirtschaftsplan.

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