Neuer Hochbehälter in Bergkirchen wird in den nächsten Tagen erstmals befüllt
„Wasser marsch!“ – aber nur für Testlauf

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Zwei Monate nach dem „Deckenfest“ Mitte August steht am neuen Hochbehälter in Bergkirchen ein weiterer wichtiger Meilenstein bevor: Der insgesamt 10.000 Kubikmeter fassende Trinkwasserspeicher des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen soll in den nächsten Tagen testweise einmal vollständig befüllt werden.

Samstag, 17.10.2020, 05:00 Uhr
Der neue Hochbehälter in Bergkirchen besteht aus zwei Kammern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 5000 Kubikmetern. In den nächsten Tagen soll die Anlage erstmals testweise befüllt werden, um ihre Dichtigkeit zu überprüfen. Foto: Malte Samtenschnieder
Der neue Hochbehälter in Bergkirchen besteht aus zwei Kammern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 5000 Kubikmetern. In den nächsten Tagen soll die Anlage erstmals testweise befüllt werden, um ihre Dichtigkeit zu überprüfen. Foto: Malte Samtenschnieder

„Nachdem die Betonbauarbeiten weitestgehend abgeschlossen sind, steht jetzt die Befüllung zur Dichtigkeitsprüfung an“, sagte Daniel Dahlhausen, Bauüberwacher vom Ingenieurbüro Wiese aus Hille, im Gespräch mit dieser Zeitung. Ursprünglich sei der Testlauf für Mitte September angesetzt gewesen. Wetterbedingt habe es Verzögerungen gegeben.

„Mit der Befüllung werden wir in der nächsten Woche beginnen. Es wird etwa zehn Tage dauern, bis der Behälter voll ist“, erläuterte Daniel Dahlhausen. Die lange Befülldauer erklärte der Experte so: Das benötigte Wasser werde über Schlauchleitungen dem Trinkwassernetz entnommen. Die reguläre Anbindung erfolge erst später.

Und um das Netz nicht zu überlasten, könne immer nur eine begrenzte Menge entnommen werden. Dahlhausen: „Außerdem dürfen wir den Behälter nicht zu schnell füllen. Das ist wie bei einem neuen Auto: Das muss auch erst eingefahren werden.“

Komplette Füllung nötig

Nach Aussage des Experten muss der Hochbehälter komplett gefüllt werden, um die maximale Belastung zu erreichen. „Dabei ist es wichtig, dass beide Kammern gleichzeitig befüllt werden“, sagte der Bauüberwacher. Vermutlich werde sich das Gebäude während der Befüllung auch etwas setzen.

Um eventuelle Undichtigkeiten in der Außenhülle der Kammern zu erkennen, sei das Bauwerk bisher nicht angefüllt worden. 3000 Kubikmeter Oberboden und 5300 Kubikmeter Bodenaushub liegen dafür an der Baustelle bereit.

„Es ist wichtig, dass wir den Testlauf mit unbelastetem Trinkwasser durchführen, damit wir die neue Anlage nicht kontaminieren“, betonte Daniel Dahlhausen. Die Entleerung werde anschließend über ein spezielles Leitungsnetz am bereits vorhandenen Hochbehälter in unmittelbarer Nachbarschaft erfolgen.

„Die Rohre werden sonst genutzt, damit Wasser nach dem Reinigen der alten Anlage abfließen kann“, sagte Daniel Dahlhausen. Das Leitungsnetz münde später in einen Bachlauf. Der Bauüberwacher: „Damit es zu keinen Problemen kommt, wird auch die Entleerung des neuen Hochbehälters über einen längeren Zeitraum erfolgen.“

Dachdeckerarbeiten parallel

Parallel zur Testbefüllung sind laut Daniel Dahlhausen Dachdeckerarbeiten vorgesehen. So soll der neue Wasserspeicher ein insektenfreundliches Dach erhalten. Nach dem Testlauf sollen voraussichtlich ab Mitte November die Inneninstallationen folgen. „Dazu gehören insbesondere die Rohrleitungen in der Schiebekammer“, sagte der Bauüberwacher. Auch ein Stich zur Hauptdruckleitung stehe aus.

Trotz des geringfügig verzögerten Testlaufs ist Daniel Dahlhausen optimistisch, dass der Zeitplan für die Fertigstellung des Hochbehälters eingehalten werden kann. Bis April 2021 soll die neue Anlage komplett fertig sein.

Durch den neuen Hochbehälter soll die Wasserkapazität, die der WBV Am Wiehen vorhalten kann, von 7000 auf 17.000 Kubikmeter steigen. Dadurch hoffen die Verbandskommunen Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille mittelfristig auch für Verbrauchsspitzen an heißen Sommertagen gewappnet zu sein.

Bauarbeiten im Zeitplan

Erst im März war der erste Spatenstich für das 3,8-Millionen-Euro-Projekt auf dem Grundstück an der Wellenstraße in Sichtweite des bisherigen Hochbehälters, der ebenfalls aus mehreren Kammern besteht, unternommen worden.

Dank vorproduzierter Spannbetonteile war es möglich, die Bauzeit zu halbieren. Innerhalb von nur zwei Wochen baute eine Fachfirma sämtliche Außenwände auf. Zügig folgten die Deckenelemente. Im nächsten Schritt wurden 15 Zentimeter Beton auf die Fertigdecke aufgebracht.

Die zwei neuen kreisrunden Hochbehälter haben ein Fassungsvermögen von jeweils 5000 Kubikmetern. Sie bestehen aus 86 Wandelementen, 44 Stützen und Riegeln sowie 175 Deckenelementen. Jeder der beiden Hochbehälter hat einen Durchmesser von 36,5 Metern. Nach der Inbetriebnahme wird das Wasser bis zu fünf Meter hoch auf der Grundfläche stehen.

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