GOP-Varieté Bad Oeynhausen ist auf steigende Coronazahlen vorbereitet
Den Inzidenzwert stets im Blick

Bad Oeynhausen  (WB). In Zeiten von Corona gehört für Christoph Meyer, Direktor des GOP-Varietés im Kaiserpalais, der Blick auf den Inzidenzwert für den Kreis Minden-Lübbecke zur täglichen Routine dazu. Nach Angaben der Zentralstelle für die Überwachung von Infektionskrankheiten NRW betrug dieser Wert am Donnerstag (Mitternacht) 24,2. Damit lag er noch klar unter den kritischen Inzidenzwerten von 35 beziehungsweise 50.

Freitag, 23.10.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 07:08 Uhr
Bis zu 300 Gäste dürfen derzeit coronabedingt die Aufführungen im GOP-Kaiserpalais besuchen. Bei der Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des GOP-Varietés im Kaiserpalais Mitte September war diese Kapazität fast erreicht. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv
Bis zu 300 Gäste dürfen derzeit coronabedingt die Aufführungen im GOP-Kaiserpalais besuchen. Bei der Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des GOP-Varietés im Kaiserpalais Mitte September war diese Kapazität fast erreicht. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Doch die Entwicklung – am Nachmittag gab der Kreis 32 Neuinfektionen bekannt – stimmt Christoph Meyer nachdenklich: „Sollten die kritischen Schwellen überschritten werden, hat das unmittelbar Auswirkungen auf den Spielbetrieb.“

(Update: Nach Angaben der Zentralstelle für die Überwachung von Infektionskrankheiten NRW betrug der Inzidenzwert für den Kreis Minden-Lübbecke am Freitag (Mitternacht) 28,0.)

Aktuell ermöglicht es das genehmigte Hygienekonzept dem GOP-Varieté im Kaiserpalais, bis zu 300 Gäste zu den Vorstellungen zu empfangen. Diverse Möglichkeiten zur Handdesinfektion sowie eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, die innerhalb des Gebäudes – außerhalb des eigenen Sitzplatzes – gilt, nennt Christoph Meyer als zentrale Punkte.

Zudem sei die Lüftung des Varieté-Saales ein wichtiges Thema. „Wir schalten die Anlage derzeit immer schon zwei Stunden vor den Veranstaltungen ein. Sie ermöglicht einen kompletten Frischluftaustausch“, sagt der Varieté-Direktor.

Reduzierung auf 250 Zuschauer

Sollte der Inzidenzwert von 35 überschritten werden, müsste die Besucherzahl bei den Vorstellungen auf maximal 250 reduziert werden. „Wir müssten dann einen Mindestabstand von 1,5 Metern garantieren, der aktuell – aufgrund der gewährleisteten Nachverfolgung der Besucher – aufgehoben ist“, erläutert Christoph Meyer.

Dies lasse sich einfach umsetzen: „Wir müssten einen Tisch pro Sitzreihe entfernen.“ Eine Maskenpflicht am Platz werde es nicht geben. „Da wir Gastronomie anbieten, wäre das nicht praktikabel“, sagt der Varieté-Direktor.

Weitere verpflichtende Maßnahmen bei der Überschreitung eines Inzidenzwertes von 50 sehe die NRW-Corona-Schutzverordnung nicht vor. „Wir würden aber von uns aus anbieten, generell Trennscheiben auf die Tische zu stellen, wenn sich Gäste gegenübersitzen, die einander nicht kennen“, betont Christoph Meyer.

Kritische Situation in Bremen

Während der GOP-Varieté-Betrieb am Standort Bad Oeynhausen – für Corona-Verhältnisse – derzeit relativ normal läuft, sieht das am Standort Bremen ganz anders aus. „Weil der Inzidenzwert dort über 50 liegt, müssen wir die Besucherzahl seit zwei Wochen auf 100 reduzieren“, sagt Olaf Stegmann, Geschäftsführer der GOP Entertainment Group. Laut Corona-Schutzverordnung für Bremen gelte das Varieté-Theater als Veranstaltungs- und nicht als Gastronomiebetrieb.

Olaf Stegmann: „Für uns gelten somit die gleichen Auflagen wie für Theateraufführungen und Konzerte, während Gastronomen – sogar einige hundert Meter vom GOP Bremen entfernt – bis zu 300 Gäste bewirten dürfen.“ Gegen diese Ungleichbehandlung habe der Varieté-Konzern beim zuständigen Verwaltungsgericht per Eilantrag Beschwerde eingelegt. „Wir sehen nicht ein, warum es nicht möglich ist, dass die Stadt Bremen unsere Umstände individuell betrachtet.“

Das sei beispielsweise an den GOP-Standorten in Bonn und Essen anders. Auch hier seien die kritischen Inzidenzwerte überschritten, die zuständigen Städte hätten jedoch keine zusätzlichen Maßnahmen eingeleitet. In Hannover und Münster sei die Situation – wie in Bad Oeynhausen – aufgrund niedriger Inzidenzwerte momentan relativ entspannt. Und auch in München gebe es aktuell keine weiteren Einschränkungen für den Spielbetrieb.

Verändertes Buchungsverhalten

„Durch die unberechenbare Corona-Entwicklung hat sich das Buchungsverhalten aber total verändert“, sagt Christoph Meyer. Früher habe der Vorlauf einen Monat betragen, mittlerweile liege er bei einer Woche. „Viele buchen aber auch erst am Tag vorher“, sagt der Varieté-Direktor. Am besten sei die Auslastung des Varietés derzeit an Samstagen und Sonntagen.

„Große Probleme bereitet uns, dass seit dem Frühjahr gar keine Großveranstaltungen wie Hochzeiten, Abibälle oder Konfirmationen bei uns stattfinden“, beklagt Christoph Meyer. Allein dadurch falle ein Drittel des Umsatzes weg. Auch sämtliche Firmen-Weihnachtsfeiern für 2020 seien storniert. Christoph Meyer: „Wir würden uns freuen, wenn die Unternehmen ihren Mitarbeitern stattdessen GOP-Gutscheine schenkten. Das würde uns in dieser schwierigen Situation helfen.“

Einen erneuten Lockdown einzelner oder mehrerer GOP-Standorte hofft Olaf Stegmann zu vermeiden. „Um später wieder alles von Null hochzufahren, bräuchten wir vier Wochen“, sagt der Geschäftsführer. Es sei aber auch keine Alternative, auf Dauer mit dem Spielbetrieb Verluste einzufahren. Olaf Stegmann: „Mehrere Jahre halten wir das nicht durch.“

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