„Kulturbühne“ – Folge 17 – Heute: Harfenistin Lydie Römisch
Corona verlangt Vielseitigkeit

Bad Oeynhausen (WB). Lydie Römisch ist Harfenistin. Geboren und aufgewachsen ist sie in Frankreich, aber in Deutschland wurde die Stipendiatin des OWL-Studienfonds musikalisch ausgebildet. Inzwischen hat sie hier längst ihre Heimat gefunden: Verheiratet und als Mutter von vier Kindern engagiert sie sich für die Verbreitung der Harfenmusik. In Bad Oeynhausen ist sie im Erzählkreis des Märchenmuseums als musikalische Begleitung seit 2012 eine feste Größe.

Donnerstag, 29.10.2020, 06:25 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 06:30 Uhr
Lydie Römisch ist Harfenistin. Geboren und aufgewachsen ist sie in Frankreich. In Deutschland wurde die Stipendiatin des OWL-Studienfonds musikalisch ausgebildet. Immer wieder überzeugt sie ihr Publikum bei ihren Auftritten in Bad Oeynhausen. Foto:
Lydie Römisch ist Harfenistin. Geboren und aufgewachsen ist sie in Frankreich. In Deutschland wurde die Stipendiatin des OWL-Studienfonds musikalisch ausgebildet. Immer wieder überzeugt sie ihr Publikum bei ihren Auftritten in Bad Oeynhausen.

„Die Harfenmusik ist äußerst vielseitig“, erläutert die studierte Musikerin, die zuletzt an der Hochschule Detmold in Musikpädagogik und Orchestermusik ihren Abschluss gemacht hat. „Von der Folklore bis zur Kammermusik gibt es reichlich Musikliteratur für Harfe“, sagt sie. Umsetzen kann sie das selbstverständlich auch alles: Keltische Traditionals spielt Lydie Römisch genauso gern wie barocke oder romantische Werke, Händel oder Saint-Saens, und sie ist auch aufgeschlossen für zeitgenössische Stücke.

Gast bei Festivals

Solo-Harfenistin bei den Bielefelder Philharmonikern, das war ihre erste Station im Anschluss an ihr Master-Studium. Fast ein Jahr war sie dort. „Danach habe ich mich freiberuflich auf den Weg gemacht, um mit eigenem Repertoire Konzerte so zu gestalten, wie es sich für mich passend anfühlte“, erzählt die 38-Jährige. Fortan nahm sie teil an Festivals und Schlosskonzerten, wurde für Veranstaltungen in Deutschland, Frankreich, in Polen und in der Schweiz gebucht. „Die Engagements waren bis zum Corona-Einbruch immer stabil und attraktiv“, fasst sie zusammen.

Gut vernetzt

Die mehrfach ausgezeichnete Solistin ist gut vernetzt. Ihr Terminkalender weist jährlich rund 30 Konzerte im In- und Ausland aus. Und das funktionierte sogar mit den Familienpflichten. „Zeitweise ist meine Schwiegermutter mitgereist, und ich bin sehr dankbar, dass sie bei Auftritten die Kinder betreut hat“, erzählt die Musikerin. Beispielsweise zu Gastspielen im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie oder vor dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. „Bei einer CD-Produktion für das Deutschlandradio in Köln hat mein jüngstes Kind im Dirigenten-Zimmer gewartet“, blickt sie schmunzelnd zurück. Überhaupt sind Kinder und Musik für sie untrennbar verbunden. „Ich finde es eine schöne Bestätigung, wenn ich musiziere, dass die Kinder dazu tanzen möchten“, freut sich Lydie Römisch, die sich auch musikpädagogisch engagiert. Mit Erfolg: Die jüngste Harfenistin in der Familie Römisch ist gerade mal fünf Jahre alt.

Hauskonzerte

Vor diesem Hintergrund setzt die erfahrene Musikerin jetzt auch einen neuen Schwerpunkt in ihrer Arbeit: „Ich möchte in meinem Programm die Menschen durch ein buntes, persönliches Repertoire tief berühren“, beschreibt sie ein Konzept, das auf Hauskonzerte, Auftritte bei festlichen Familienfeiern wie Hochzeiten oder auf regionale Festivals setzt. Musik in Gottesdiensten oder die atmosphärische Begleitung von Lesungen – auch mit diesen Bausteinen will Lydie Römisch künftig „unmittelbar und ganz direkt“ die Harfe erlebbar machen.

Mehr Familienpflichten

Der Grund liegt nicht nur in zunehmenden Familienpflichten, auch in Einbrüchen, die sie durch den coronabedingten Wegfall von Engagements hinnehmen musste. „Wenn man den Mut hat, sich breiter aufzustellen, ist man nicht so abhängig von großen Events“, sagt sie. Dafür muss sie jedoch zunächst einmal finanziell in Vorleistung gehen. „Ich werde zusätzliche Instrumente und Technik anschaffen, um Konzerte im Freien und bei größeren Abständen spielen zu können“, sagt sie. Denn die teure und empfindliche Doppelpedalharfe sei eher für den Konzertsaal als für die Gartenlaube geschaffen.

Kategorie: „Künstler im Hauptberuf“

Karten für das GOP gewinnen

Sie möchten im Rahmen der „Kulturbühne“ Harfenistin Lydie Römisch Ihre Stimme geben? Dann rufen sie bis diesen Sonntag, 1. November , über die Gewinn-Hotline 01379/883007 (0,50 €/Anruf dt. Festnetz, ggf. andere Mobilfunkpreise) an. Unter allen Anrufern werden ein Mal zwei Karten für den Besuch einer Vorstellung im GOP-Varieté verlost.

Der Rechtsweg ist bei der Aktion ausgeschlossen.

Bisher erschienen

Im Rahmen der Reihe „Kulturbühne“ sind bislang diese Beiträge erschienen:

Vorhang auf für die Kulturbühne

Folge 1: Bildhauerin Astrid Mulch

Folge 2: Theatergruppe Newcomers

Folge 3: Quartettverein Bad Oeynhausen

Folge 4: Violinistin Veronika Bejnarowicz

Folge 5: Kleines Theater Rehme

Folge 6: Handstand-Artist Sven Böker

Folge 7: Flechtwerkgestalterin Kerstin Eikmeier

Folge 8: Kantorei an der Auferstehungskirche

Folge 9: Last Action Heroes

Folge 10: Improtheater Spek-Spek

Folge 11: Oboistin Hannah Mörchen

Folge 12: Rollschuhabteilung des RRC Lohe

Folge 13: Comedienne Joanna Steinmann

Folge 14: Staatsbad-Jugendorchester

Folge 15: Musikverein Dehme

Folge 16: Graffiti-Artist Reza Jaxon

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