Urteil zu Sonntagsöffnungen löst in Bad Oeynhausen Unverständnis aus
„Das ist eine Katastrophe“

Bad Oeynhausen (WB/mcs) -

Dass das Oberverwaltungsgericht in Münster am Dienstag per Eilbeschluss von der NRW-Landesregierung vorgesehene Sonntagsöffnungen im Weihnachtsgeschäft untersagt hat, stößt in Bad Oeynhausen auf Unverständnis.

Dienstag, 24.11.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 18:58 Uhr
Durch drei Sonntagsöffnungen im Advent wollte der Einzelhandel in Bad Oeynhausen einen Teil der coronabedingten Einnahmeausfälle kompensieren. Dazu wird es nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts nun nicht kommen.
Durch drei Sonntagsöffnungen im Advent wollte der Einzelhandel in Bad Oeynhausen einen Teil der coronabedingten Einnahmeausfälle kompensieren. Dazu wird es nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts nun nicht kommen. Foto: Malte Samtenschnieder

 

„Ich finde diese Entscheidung sehr schade und bedauere das Ergebnis für unseren Einzelhandel“, sagte Beate Krämer, Geschäftsführerin der Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH, am Dienstag im Gespräch mit dieser Zeitung. Damit seien die Angaben auf den druckfrischen Plakaten zur Weihnachtsbeleuchtung im Kurpark überholt. Dort ist zu lesen, dass der Bad Oeynhau­sener Einzelhandel seine Geschäfte an den drei Sonntagen vor Weihnachten öffnen wollte. Beate Krämer: „Das müssen wir absagen – auch, wenn es schwerfällt.“

Die Folgen für die Einzelhändler in Bad Oeynhausen sind nach Einschätzung der Staatsbad-Geschäftsführerin nicht zu unterschätzen. Seit Beginn der Corona-Krise boome der Online-Handel immer mehr. „Um dem etwas entgegenzusetzen, hätte ich mir die verkaufsoffenen Sonntage für unsere Händler gewünscht“, betonte Beate Krämer.

Mit Verärgerung reagierte auch Tim Schütte auf die jüngste Gerichtsentscheidung . „Dass die verkaufsoffenen Sonntag nicht stattfinden dürfen, ist eine Katastrophe“, sagte der Vorsitzende der Initiative Bad Oeynhausen dieser Zeitung. In Kombination mit der Weihnachtsbeleuchtung im Kurpark hätte das zusätzliche Verkaufsangebot durchaus attraktiv sein können. Tim Schütte: „Zumal wir uns mit der Beleuchtung im Kurpark von anderen Städten im Umkreis absetzen.“

Das pauschale Vorgehen der Gewerkschaft Verdi gegen die Sonntagsöffnungen könne er nicht nachvollziehen. „Ich habe mit vielen gesprochen, die gerne bereit gewesen wären, einige Stunden zusätzlich zu arbeiten, um nach Monaten der Kurzarbeit wieder ein volleres Gehalt zu erhalten“, sagte Tim Schütte. Enttäuscht sei er auch von der Landesregierung. „Ich hätte gedacht, dass der Passus zu den verkaufsoffenen Sonntagen in der Coronaschutzverordnung so formuliert ist, dass er sich nicht so leicht vom Gericht kippen lässt.“

Sein Bedauern äußerte auch Bürgermeister Lars Bökenkröger: „Die verkaufsoffenen Sonntage wären für den ohnehin schon bis an die Belastungsgrenzen strapazierten Einzelhandel bei uns in Bad Oeynhausen sehr wichtig gewesen. Sie hätten den Händlern vor allem in der Innenstadt die Möglichkeit zusätzlicher Umsätze in diesen schwierigen Zeiten gebracht.“

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