Schafpudelhündin Anna soll kleine Patienten in der NRW-Kinderherzklinik aufmuntern
Seelsorgerin auf vier Pfoten

Bad Oeynhausen -

In Krankenhäusern, sagt Prof. Stephan Schubert, sehe man strahlende Kinderaugen nicht so oft. „Und das wollen wir ändern.“ Die Kinderherzklinik in Bad Oeynhausen hat deshalb eine neue Mitarbeiterin. Sie heißt Anna, ist drei Jahre alt und eine Schafpudelhündin.

Donnerstag, 24.12.2020, 03:00 Uhr
Schafpudelhündin Anna soll kleine Patienten in der NRW-Kinderherzklinik aufmuntern: Seelsorgerin auf vier Pfoten

 

Der Kinderkardiologe und Klinikdirektor Stephan Schubert kennt Hunde im Krankenhaus aus seiner Zeit an der Charité in Berlin. „Von Kinderkrebsstationen ist bekannt, dass Tiere einen aufbauenden Einfluss auf Kinder haben können.“

Die Hündin gehört Sabine Krenz aus Rahden. Die Förderschullehrerin und ihr Lebensgefährte Karlheinz Felgenhauer engagieren sich schon lange als Krankenhaus-Clowns in der Kinderherzklinik. Für ihre Arbeit mit Förderschülern hatte die Lehrerin die Schafpudelhündin angeschafft und ein Jahr lang als Therapiehund ausbilden lassen. Im Gespräch mit der Oberärztin Dr. Susanne Grosbüsch und dem Klinikpsychologen Matthias Lamers entstand schließlich die Idee, Anna auch mit in die Kinderherzklinik zu nehmen. Der Vorschlag stieß bei Prof. Schu­bert auf offene Ohren. „Gerade, wenn Kinder Wochen oder Monate im Krankenhaus bleiben müssen, kann ein Tier ihnen helfen, Mut zu schöpfen“, sagt er.

Dr. Grosbüsch kümmerte sich darum, dass von Anna kein Risiko ausgeht: „Wir haben Abstriche auf multiresistente Keime und bestimmte Darmbakterien machen lassen.“ Weil die Tests negativ waren, darf Anna jetzt mit einer Sondererlaubnis der Geschäftsführerin mit ins Krankenhaus.

Eines der ersten Kinder, auf das die Hündin traf, war Mikail Ramadan – ausgerechnet! Denn der Fünfjährige wurde einmal von einem Schäferhund verfolgt und ist seitdem sehr vorsichtig. Doch nach einer kurzen Eingewöhnung traute er sich dann doch, das weiße Fell der gutmütigen Hündin zu streicheln.

Mikail lebt seit Februar in der Kinderherzklinik. Nach einem Virusinfekt hatte sein Herz versagt, und nun wartet der Junge seit zehn Monaten auf ein Spenderherz. Ein akkubetriebenes Kunstherz in der Größe eines Trolleys lässt ihn weiterleben. Es sind schwere Monate für die Familie. Vielleicht kann Anna ein wenig von ihren Sorgen ablenken.

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