Mitarbeiter der LÜBBECKER KREISZEITUNG berichtet von seinen Erfahrungen in der Corona-Quarantäne
„Gesamtpaket gibt ein gutes Gefühl“

Minden/Lübbecke -

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Häufig wird auf die Behörden und die Abläufe bei den Testungen geschimpft.

Donnerstag, 14.01.2021, 22:24 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 03:30 Uhr
Die Corona-App warnte bereits wenige Minuten nach der Bestätigung einer Infektion eines Angehörigen per Push-Mitteilung.
Die Corona-App warnte bereits wenige Minuten nach der Bestätigung einer Infektion eines Angehörigen per Push-Mitteilung. Foto: Amtage

Hans-Jürgen Amtage, Mitarbeiter der LÜBBECKER KREISZEITUNG aus Minden, schildert seine ganz eigenen Erfahrungen:

„Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit. Wann wird uns Corona erwischen? Denn in einer Familie, die zum großen Teil im medizinischen Bereich oder in Betreuungsfunktionen in Einrichtungen für Menschen mit Handicap tätig ist und entsprechend zwangsläufig viele Kontakte hat, sind bei aller Vorsicht und intensiven Schutzmaßnahmen Infektionen nicht auszuschließen. Und so sind wir nicht wirklich verwundert, dass es nun soweit ist. Gleich zwei Familienmitglieder in zwei Haushalten sind mit Covid-19 infiziert. Die Verläufe sind nicht gerade sanft, aber im Vergleich zu vielen anderen Betroffenen bislang erträglich.

Doch was bedeutet eine solche Infektion eigentlich für den Alltag? Die Unsicherheiten sind im ersten Moment groß. Und dann hat man ja immer wieder gehört, wie negativ angeblich alles bei den Behörden ablaufe. Das kann durchaus sein. Doch es gibt auch gegenteilige Erfahrungen.

Beginne ich einmal bei der Corona-App. Nachdem der Hausarzt am Mittag den Abstrich genommen und das mit einem so genannten personalisierten QR-Code versehene Informationsblatt mitgegeben hatte, gab die App am Abend beim Abruf des im QR-Code hinterlegten Untersuchungsergebnisses die rote Warnmeldung. Mit ersten Verhaltensinformationen. Schon wenige Minuten später meldete sich auch der Hausarzt mit weiteren Nachfragen und Empfehlungen.

Umgehend nutzten wir zudem die Informationen auf der Corona-Webseite des Kreises Minden-Lübbecke. Füllten den dort hinterlegten Meldebogen hinsichtlich der Kontaktpersonen aus, um die Nachverfolgung für die stark belasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreis-Gesundheitsamt so einfach wie möglich zu gestalten.

Schon am folgenden frühen Morgen meldete sich eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes. Sympathisch und jeden Druck nehmend, stellte sie ihre Fragen, gab kompetent weitere Informationen. Wenige Minuten später traf die angekündigte E-Mail ein mit Angaben zur häuslichen Quarantäne für die einzelnen Familienmitglieder, ihren unterschiedlichen Längen, mit Hinweisen auf umgehend erforderliche weitere Corona-Tests und entsprechenden Links zu weiterführenden Informationen.

Die gleichen positiven Erfahrungen machten auch die Betroffenen im anderen Haushalt der Familie.

Hans-Jürgen Amtage

Bedingt durch die berufliche Tätigkeit, erfolgte wenig später auch der Anruf einer Amtsärztin. Auch hier kompetente Auskünfte und Hinweise, tatsächlich interessiert wirkende Nachfragen zur persönlichen Situation der erkrankten Person. Die gleichen positiven Erfahrungen machten auch die Betroffenen im anderen Haushalt der Familie.

Dieses Gesamtpaket aus Betreuung durch den Hausarzt und kompetenter Frage- und Hilfestellung des Gesundheitsamtes macht die Erkrankung nicht besser, gibt aber das Gefühl, ‚in guten Händen zu sein‘, wie landläufig gesagt wird. Und es ist beruhigend, aus dem Freundeskreis zu hören, dass es dort beim Infektionsgeschehen ähnlich gelaufen ist. In diesem Sinne: Denken Sie positiv und bleiben Sie negativ!“

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