Kindergärten im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho meistern Herausforderungen im eingeschränkten Regelbetrieb
4000 Corona-Tests sind unterwegs

Bad Oeynhausen/Löhne/Vlotho (WB) -

Viele Familien zeigen sich zunehmend enttäuscht über die reduzierten Betreuungszeiten, mit denen die Kindertagesstätten im Kirchenkreis auf die besonderen Corona-Umstände reagieren müssen

Donnerstag, 22.04.2021, 07:15 Uhr aktualisiert: 22.04.2021, 07:20 Uhr
Dorothee Holzmeier sortiert im Kreiskirchenamt Bad Oeynhausen die fast 4000 vom Land zur Verfügung gestellten Selbsttests für die Kindergärten.
Dorothee Holzmeier sortiert im Kreiskirchenamt Bad Oeynhausen die fast 4000 vom Land zur Verfügung gestellten Selbsttests für die Kindergärten. Foto: Kirchenkreis Vlotho

. „Diese Unzufriedenheit bekommen die Erzieherinnen und Erzieher auch persönlich zu spüren“, sagt Dorothee Holzmeier, die als Fachberaterin 23 Einrichtungen im Kirchenkreis betreut. Aber sie hat Verständnis. „Die eingeschränkten Zeiten bereiten vielen erschöpften Familien Probleme bei der Organisation des eigenen Alltags“, weiß sie aus vielen Gesprächen.

Was liegt der Missstimmung zugrunde? „Unser Schutzprogramm erfordert eine strenge Aufteilung in Kleingruppen, räumliche Separierung und getrennten Zugang zu Spielangeboten, zum Essen, in die Schlafräume. Dabei müssen die Kinder aber weiter bestmöglich betreut werden. Und ein zusätzlicher Hygiene-Aufwand kommt noch hinzu“, erläutert Dorothee Holzmeier.

„An einem Strang ziehen“

Aktuell müssen Corona-Selbsttests, die durch die Landesregierung beschafft wurden, an alle Kindertageseinrichtungen verteilt werden. Auch zukünftig sollen Selbsttests direkt an die Einrichtungen geliefert werden. Für die Kita-Leitungen bedeutet dies: minutiöse Einteilung der Mitarbeiter-Ressourcen; alle müssen „an einem Strang ziehen“.

Aber das sei personell oft nicht zu schaffen, sagt Holzmeier. So werden nach Empfehlung des Landes die Kapazitäten heruntergefahren. Wer 45 Stunden gebucht hatte, also eine Vollzeit-Betreuung, muss sich gegebenenfalls mit 35 Stunden arrangieren.

Das führt in manchen Kitas zu Unmut und Frust. Dies nicht zuletzt, weil „Eltern, die ihre Kinder morgens am Zaun abgeben müssen, oft gar nicht mehr wissen, was in der Kita abläuft“, wie Dorothee Holzmeier festgestellt hat. Genau hinter diesen verschlossenen Türen läuft der Einsatz auf Hochtouren – zum Wohl der Kinder.

Kaum Krankmeldungen

„Wir sind unglaublich stolz, wie sehr die Mitarbeitenden sich in dieser besonderen Situation engagieren“, ergänzt Claudia Kröger. Sie leitet die Tagesstätte „Tigerente“ in Löhne und hat festgestellt: „Egal ob Teilzeit- oder Vollzeitkraft, Hauswirtschaftshilfe oder Alltagshelfer, alle geben hier ihr Bestes.“

Damit ist gemeint: Es gibt kaum Krankmeldungen. Und auch Erzieherinnen und Erzieher, die zur sogenannten Risiko-Gruppe zählen, kommen zur Arbeit. „Die Motivation ist enorm. Wir alle verfolgen das Ziel, den Kindern diese schwierige Zeit trotz aller Widrigkeiten bunt zu gestalten“, fügt die Kita-Leiterin hinzu.

Das funktioniert offenbar. Denn auch Dorothee Holzmeier berichtet aus verschiedenen Kitas, dass die Kleinen mit den Corona-Auflagen durchaus klarkämen. „Die Kinder sind trotzdem fröhlich – auch wenn ihre Freunde durch Flatterband abgetrennt spielen oder nicht in der gleichen Gruppe wie sie selbst essen dürfen“, führt sie aus.

Auf die Kommunikation kommt es an

Weil die Kinder sich gut an die „Spielregeln“ halten, weil sie auch Erzieherinnen und Erzieher mit Maske längst normal finden, deshalb ist Fachberaterin Holzmeier zuversichtlich, dass die Eltern weiter mitziehen werden. Kommunikation sei hierbei der Schlüssel zum Erfolg: „Wir informieren in Form von Briefen, Zoom-Elternabenden oder einer Kita-App“, erzählt sie – das alles, um in Kontakt zu bleiben, um für gegenseitiges Verständnis zu werben.

„Sehr viele Erzieherinnen und Erzieher lassen sich impfen“, betont Holzmeier. Dies, um sich selbst, aber auch die Kinder und ihre Familien vor einer Infektion zu schützen. Auch Schnelltests werden von den Mitarbeitenden regelmäßig genutzt. „Wir haben gut durchdachte und erprobte Hygiene-Konzepte, sodass das Risiko auf ein Minimum reduziert wird. Sollte doch irgendwo eine Infektion auftreten, können wir sofort handeln“, stellt sie klar.

Die konsequente Organisation soll auch für Eltern eine Beruhigung sein: „Wir möchten, dass die Kinder von dem Schutzkonzept profitieren und dabei ihre Fröhlichkeit bewahren. Und dass sich möglichst alle wohlfühlen – auch unter schwierigen Bedingungen“, unterstreicht Dorothee Holzmeier die gemeinsamen Bemühungen.

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