Sa., 19.11.2016

Sven Martinek verpflichtet – Casting mit 600 Bewerbern – Dreh in Espelkamp TV-Star spielt in Camcore-Kinofilm

Sie sind ein Teil des Camcore-Teams (von links): Björn Leisten (Produktion), Andreas Olenberg (Regie), Sebastian Sellner (Kamera) und Daniel Littau (Hauptdarsteller).

Sie sind ein Teil des Camcore-Teams (von links): Björn Leisten (Produktion), Andreas Olenberg (Regie), Sebastian Sellner (Kamera) und Daniel Littau (Hauptdarsteller). Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe

Espelkamp (WB). Am Anfang stand die Idee für ein Drehbuch und der Traum der beiden Espelkamper Daniel Littau und Andreas Olenberg, mit »Phantomschmerz« ihren ersten abendfüllenden Kinofilm zu verwirklichen.

Sven Martinek Foto: dpa

Nun nimmt dieser Traum sehr konkrete Formen an. Unter anderem in Gestalt des bekannten Schauspielers Sven Martinek. »Er wird eine der Hauptrollen spielen«, freut sich Daniel Littau, der selbst eine Hauptrolle übernimmt und damit bald für das ambitionierte Projekt seines jungen Film-Teams »Camcore« mit dem prominenten Kollegen vor der Kamera stehen wird. Martinek ist einem breiten Publikum durch Rollen in der Serie »Der Clown« und »Alarm für Cobra 11« bekannt ist.

Wenig Budget, viel Interesse

»Wir haben kürzlich in Berlin ein zwei Wochen langes Casting für die acht Rollen in ›Phantomschmerz‹ veranstaltet. Sven Martinek war einer von unfassbaren 600 Schauspielern, die sich darauf beworben haben«, sagt Littau und ist noch immer überwältigt von der positiven Resonanz. Öffentlich gemacht hatte Camcore das Casting über Facebook. Und auf der Internetseite camcore.de konnten und können Interessierte einen sehr guten Eindruck vom Projekt gewinnen. »Sven Martinek passt perfekt für die Rolle des Chefarztes und wird diesen Part auch übernehmen«, freut sich Littau. Außergewöhnlich am großen Interesse ist, dass die kleine Produktion nicht mit großen Gagen locken kann. Bislang hat das Team nur Kurzfilme gedreht. Diese wurden zwar häufig national und international ausgezeichnet, und einer wurde sogar während der Filmfestspiele in Cannes gezeigt (wir berichteten mehrfach). Aber alle hatten nur ein kleines Budget. »Wir konnten auch diesmal den Bewerbern beim Casting nur so genannte Rückstellungsverträge in Aussicht stellen. Das heißt, alle Beteiligten arbeiten nur für Fahrtkosten, Unterbringung und Verköstigung«, erklärt der junge Filmemacher. Nur für den Fall, dass »Phantomschmerz« ein kommerzieller Erfolg werde, wären auch größere Honorare möglich.

Außergewöhnliche Story

Die Hoffnungen auf einen Erfolg sind dabei durchaus nicht unberechtigt. Denn die Jungfilmer, die ihre ersten Erfahrungen bereits während der Schulzeit am Espelkamper Söderblom-Gymnasium gemacht haben, hatten überaus positive Rückmeldungen auf ihr Drehbuch. »Viele Schauspieler haben uns beim Casting gesagt, dass sie sich wegen der interessanten Story beworben hätten«, sagt Litttau. Viele – und darunter speziell Sven Martinek – hätten gelobt, es sei erzählerisch und visuell mutig, berichtet Daniel Littau. »Auch Schauspiel-Agenturen haben bei uns angerufen und fanden, es klinge sehr gut und nach Herzblut.«

»Phantomschmerz« wird ein Thriller um das brisante Thema Organspende: Zwei Jahre nach dem tödlichen Autounfall seines Bruders begegnet Finn in seinem Taxi dem Chefarzt Ben Eisenberg wieder, der ihm und seinen Eltern die Todesnachricht überbracht hatte. Während der Fahrt mit dem betrunkenen Doktor keimt in Finn der Verdacht auf, dass sich hinter dem Unglück mehr verbirgt. Als er in der Klinik erfährt, dass keine Unterlagen mehr über den Fall existieren, wird er misstrauisch. Er bricht bei dem Arzt ein und findet heraus, dass sein Bruder noch am Leben war, während er zur Organspende freigegeben wurde.

Noch Sponsoren gesucht

»Entgegen unseren anfänglichen Planungen werden wir von Februar bis April an Drehorten in Espelkamp und Bielefeld filmen«, sagt Daniel Littau, der selbst inzwischen in Berlin lebt. Eigentlich wollten wir in der Hauptstadt drehen, aber das ist mit vielen Auflagen verbunden und teuer, auch weil so viel dort gefilmt wird«, meint er. »Und hier haben wir gleich gute oder sogar schönere Locations gefunden.« Zudem sei es auch gut für die Region.

»Wir suchen noch heimische Sponsoren. Zum Bespiel Hotels, die uns bei der Unterbringung der Darsteller an den Drehtagen unterstützen.«

Kamera-Hersteller als Partner

Sehr erfreulich sei, dass das Camcore-Team den Kamera-Hersteller Arri als Partner für den Film gewinnen konnte, auch wenn die genaue Form der Beteiligung noch nicht fest stehe. »Ganz Hollywood dreht mit deren Equipment«, weiß Daniel Littau. Das Camcore-Team arbeitet auch schon fleißig an der Vermarktung und hat bereits viele Pakete an Filmverleihe geschickt. »Es gab auch schon Gespräche mit dem ZDF und Pro 7.«

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