Isenstedter Gemeindefest zum Dorfjubiläum und zu 500 Jahren Reformation
Marktvogt eröffnet das Mittelalterfest

Espelkamp-Isenstedt (WB/cm). Für die Kinder ist es ein großes Vergnügen, für die Erwachsenen ein Blick zurück in die Vergangenheit gewesen, als Isenstedt noch klein war. Der mittelalterliche Markt, der am Samstag rund um das Isenstedter Gemeindezentrum stattfand, hat das ermöglicht.

Montag, 26.06.2017, 05:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2017, 11:30 Uhr
Markteröffnung durch »Hartmann zur Babilonie« alias Axel Palsbröker (links): Zwei Tage lange ist rund um das Gemeindehaus in Isenstedt das Mittelalter und die Zeit der Reformation wieder lebendig geworden Foto: Cornelia Müller
Markteröffnung durch »Hartmann zur Babilonie« alias Axel Palsbröker (links): Zwei Tage lange ist rund um das Gemeindehaus in Isenstedt das Mittelalter und die Zeit der Reformation wieder lebendig geworden Foto: Cornelia Müller

»Fresset, saufet, kaufet.«

Die »Corona Historica« aus Bad Oeynhausen schlug dort ihr Heerlager auf und

Mittelalterliches Gemeindefest rund um das Isenstedter Gemeindehaus

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  • Foto: Cornelia Müller / Andreas Kokemoor
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Besucher trafen auf ein buntes Völkchen, das aussah, als habe es gerade eine Zeitreise aus dem 9. bis 16. Jahrhundert hinter sich. Im Gewand eines Obristen der Armee von Georg von Frundsberg eröffnete »Hartmann zur Babilonie« alias Axel Palsbröker den Markt.

Nicht ohne vorher noch von den Fleisch- und Fischbrätern, dem »Schankknecht« der Met-Taverne und den Handwerkern einige Kostproben zu erbitten. Deren Qualität überzeugte den Marktvogt: »Ihr dürft verkaufen«, lautete sein Urteil. Nachdem er dann noch die Ortsvorsteher von Isenstedt und Frotheim, Reinhard Bösch und Wilhelm Stockmann, begrüßt hatte, forderte er die Umstehenden unmissverständlich auf: »Fresset, saufet, kaufet.«

Eigene Thesen formulieren

Auch die Mitglieder des Presbyteriums sah man an diesem Tag mittelalterlich gewandet. Mit dem Markttreiben wollte die Kirchengemeinde nicht nur einen Beitrag zur Isenstedter 775-Jahr-Feier leisten, sondern zugleich das Reformationsjubiläum begehen. Eine besondere Rolle hatte deshalb Klaus-Peter Hüsemann. Er war in die Rolle von Martin Luther geschlüpft und forderte die Gemeindemitglieder auf, ihre eigenen Thesen zu formulieren: »Wir verkaufen hier keine Ablässe, sondern wir möchten wissen, wie die Menschen sich ihre Kirche der Zukunft vorstellen. Wir wollen nicht nur zurückblicken, sondern auch nach vorn.«

Vorwiegend in Mönchskutten oder als holde Mägde gekleidet, sorgten CVJM-Mitarbeiter und die Erzieherinnen der Kindergärten aus Isenstedt und Frotheim für Kaffee und Kuchen sowie kühle Getränke und eine heiße Suppe. Spätestens bei den Getränken war historische Genauigkeit nicht mehr ganz so gefragt – aber was soll’s: Selbst bei den »Living History« (Lebendige Geschichte) – Akteuren von »Corona Historica«, die sich um möglichst große Authentizität bemühten, gehe es letztendlich doch vor allem um eines, sagte Axel Palsbröker: »Wir machen das, weil’s Spaß macht, uns und den Zuschauern. Und in der heutigen Hektik sorgt die Beschäftigung mit der Vergangenheit auch ein bisschen für Entschleunigung.«

Brettchenweben

Das war besonders gut nachvollziehbar, wenn man zum Beispiel »Ulf, dem Schmied« dabei zuschaute, wie geduldig er eine Gabel oder einen Zelt-Hering schmiedete oder der Weberin Dörte Jähde alias »Dorothea von Dütetal«, wie sie die uralte Technik des Brettchenwebens wiederbelebte und kunstvolle Borten anfertigte.

»Hier gibt es so viele Sachen, die man sich angucken und bei denen man mitmachen kann. Ich finde es ganz prima hier«, meinte deshalb auch die neunjährige Hannah nach einem ersten Spaziergang über den Markt. Ob sie lieber jetzt oder im Mittelalter leben würde? »Das Mittelalter ist schon toll, aber so, wie es heute ist, gefällt es mir auch. Am besten wäre es, man könnte kurz mal Urlaub im Mittelalter machen und dann wieder zurückkommen.«

Wechselhaftes Wetter

Am Samstagabend stand ein Konzert in der Christuskirche im Zeichen Martin Luthers. Der Chor Kantate, der Posaunenchor sowie die Organistin Sabine Wittkötter ließen in ihrer musikalischen Reise die Zeit der Reformation lebendig werden und sangen unter anderem »Eine feste Burg ist unser Gott« und »Verleih uns Frieden«. Die Veranstaltung – bei freiem Eintritt – war gut besucht.

Der zweite Tag begann mit einem auch vom Mittelalter geprägten Gottesdienst, ehe um 11 Uhr die Stände öffneten und das Heerlager erwachte.

Auch das wechselhafte Wetter konnte die Besucher nicht davon abhalten, der mittelalterlichen Idylle rund um das Gemeindehaus einen Besuch abzustatten.

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