>

Do., 07.09.2017

PCB-Sanierung der Sportstätte in Espelkamp würde 527.000 Euro kosten Diskussion um Zukunft der Rundturnhalle

Die Rundturnhalle soll komplett saniert werden, sofern die notwendigen Fördermittel fließen.

Die Rundturnhalle soll komplett saniert werden, sofern die notwendigen Fördermittel fließen.

Espelkamp (WB/fq). Die Rundturnhalle in Espelkamp ist mit dem krebserregenden Stoff PCB belastet. Am Dienstagnachmittag hat sich der Stadtentwicklungsausschuss für eine Sanierung ausgesprochen.

Allerdings mit einem Zusatz im Verwaltungsvorschlag, der auf Anregung von Paul-Gerhard Seidel (Unabhängige) aufgenommen wurde. Die PCB-Sanierung solle nur in Angriff genommen werden, wenn die von der Bezirksregierung versprochenen 80 Prozent an Fördermitteln fließen würden. Bei 527.000 Euro nur für die PCB-Sanierung sind das immerhin 421.600 Euro.

Millionenbetrag

Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, erklärte zunächst, es sei davon auszugehen, dass für eine energetische Sanierung der Halle samt PCB-Sanierung die Chance auf Fördermittel ungleich größer sei als für einen Abriss und Neubau der Halle. Dieser koste auch vier Mal so viel wie eine Komplett-Sanierung. Mit einem Millionenbetrag ist die Sanierung der Halle bereits im Haushalt eingestellt.

Das PCB muss an einigen Stellen eingedämmt werden, an anderen Stellen können Materialien ausgetauscht werden. Die SPD erklärte, dass sie sich nicht damit anfreunden könne, dass das PCB nur eingedämmt wird. »Es werden ohne Ende Fördermittel reingehauen. Es gibt aber keine Erfahrungswerte, ob es nicht doch irgendwann durchkommt«, sagte André Stargardt (SPD).

Gesundheitliche Schäden

Blauert erläuterte, dass aufgrund der Konzentration keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten seien. Bei der Sanierung würden unter anderem Fenster und Boden erneuert, ebenso die Außendämmung. Die ebenfalls von PCB befallenen Stahlstützen müssten versiegelt werden. »Wir rechnen mit einer Restlaufzeit für die Halle von mindestens 25 Jahren.« Zudem würde man mit der Sanierung sehr gute energetische Werte erhalten, die einen Abriss nicht rechtfertigen würden.

Blauert sagte weiter, dass die Tribüne nicht so stark kontaminiert sei wie die Lehrer-Umkleidekabine. Die wurde vor allem durch die Belastung in der Außenwand der Halle in Mitleidenschaft gezogen. Von dort diffundiere das PCB in angrenzende Wände. Gerd-Udo Sasten (CDU) fügte an, dass PCB auf harten Materialien abgewaschen werde könne. In weichere Stoffe könne es aber eindringen.

»Stadtbildprägendes Gebäude«

Von diesen neuen Informationen zeigte sich Stargardt überrascht. »Wir müssen uns einig sein, über was wir hier reden. In den vorangegangen Sitzungen klang das ganz anders.« Er bezeichnete die PCB-Belastung als bedenklich, stimmte aber dem Verwaltungsvorschlag mit dem von Seidel geforderten Zusatz zu. Im Gespräch mit dieser Zeitung bezeichnete er allerdings die Einschätzung, dass ein Hallen-Neubau vier Mal so viel kosten würde wie eine komplette Sanierung als »dummes Zeug«. In die Halle sei zudem seit 40 Jahren nicht mehr groß investiert worden.

Bürgermeister Heinrich Vieker erklärte, dass die Rundturnhalle ein »stadtbildprägendes Gebäude ist«. Mit Blick auf den sehr klammen Haushalt sagte er, habe die Stadt »kaum eine andere Möglichkeit«, als die Sanierung anzugehen. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5131799?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198399%2F2516048%2F