Sa., 10.02.2018

Projektmanager hält spannenden Vortrag bei »Espelkamp kommt ins Gespräch« Daniel Anthes rät zur Achtsamkeit

Daniel Anthes hat mit einem spannenden Vortrag zur Zukunft im Foyer des Neuen Theaters überzeugt. Der Zukunftsreferent ist auf Einladung des Stadtmarketingvereins und des Unternehmens Kadeco nach Espelkamp gekommen.

Daniel Anthes hat mit einem spannenden Vortrag zur Zukunft im Foyer des Neuen Theaters überzeugt. Der Zukunftsreferent ist auf Einladung des Stadtmarketingvereins und des Unternehmens Kadeco nach Espelkamp gekommen. Foto: Wiebke Henke

Von Wiebke Henke

Espelkamp (WB). »Ist das Glas nun halb voll oder doch halb leer?« – das ist eine Einstellungssache.

Die Zukunft

Ulf Kattelmann, Geschäftsführer des Espelkamper Unternehmens Kadeco, legte augenzwinkernd nach und stellte im Foyer des Neuen Theaters die nächste Frage: »Ist nun Laktose oder Gluten gefährlicher für mich und darf ich mit meinem Diesel-Fahrzeug überhaupt noch meine Tochter von der Kita abholen?« Fragen über Fragen, die sich Espelkamp am Donnerstagabend stellte – bei der achten Auflage von »Espelkamp ins Gespräch«.

Dabei ging es um die Zukunft und wie diese von den Menschen wahrgenommen wird – eher optimistisch oder skeptisch. Als Gastredner für diesen Abend gewannen das Unternehmen Kadeco und der Verein Stadtmarketing den Frankfurter Daniel Anthes, der als Projektmanager, Redakteur und Referent beim »Zukunftsinstitut« tätig ist. Er überzeugte mit einem kurzweiligen Vortrag, der sich mit den Fragen zu Zukunft und Optimismus beschäftigte. Schnell wurde klar, dass die Umwelt äußerst negativ wahrgenommen ist.

Optimismus im Kleinen

Während Mord, Betrug, Raub und Diebstahl oder auch der Welthunger seit Jahren drastisch zurück gingen, »haben wir leider noch immer den Eindruck, dass alles irgendwie schlechter wird«, so Anthes. Paradox!

Fragt man die Deutschen nach ihrer eigenen Zukunft, haben sie folgende Vorstellung: »Ich selbst kann natürlich Rockstar oder Manager werden, aber die Welt geht trotzdem vor die Hunde«, fasste Anthes die Zahlen der Statistiken der vergangenen Jahre in Worte. »Das ist Optimismus im Kleinen, aber der krasse Pessimismus im Großen«, so der Gastredner.

Stimmungsabfrage

Umso erfreulicher die erste Stimmungsabfrage im Foyer des Neuen Theaters durch Anthes: »Meinen Sie, dass das Jahr 2018 besser wird, als 2017«, beantwortete knapp Zweidrittel des Espelkamper Publikums mit »Ja«. Das spiegele allerdings nicht die Zahlen der Statistiken wieder, so Anthes, der wusste, dass diese Frage deutschlandweit nur von vier Prozent der Befragten positiv beantwortet wurde.

»Schuld« daran seien die »Bad News«, die sich in der heutigen Zeit besser verkaufen lassen. Nicht umsonst titele Deutschlands größte Tageszeitung nicht selten mit großen Lettern Schlagzeilen wie »Angst«. Genau das schüre eben diese. »Warum zieht es uns immer wieder zuhauf ins Kino, wenn der neueste Blockbuster über den Untergang der Welt angelaufen ist? Das lässt uns offensichtlich gut einschlafen«, mutmaßte Anthes.

Hauptproblem

Daniel Anthes, der zum Ende seines Vortrages schon so manchen »irgendwie schwindelig« geredet hatte, zitierte Schriftsteller Rüdiger Safranski: »Wir erfahren zu viel und wissen zu wenig.« Das sei das Hauptproblem heute. Reiz- und Angebotsüberflutung auf der einen Seite und die fehlende Möglichkeit, zum Beispiel »Fake-News« zu erkennen und zu filtern auf der anderen Seite. Die Frage danach, ob nun Optimismus oder Pessimismus besser sei, beantwortete der junge Referent diplomatisch: »Extreme sind noch nie gut gewesen.« Er riet zu mehr Achtsamkeit und habe die Hoffnung noch nicht verloren.

Die Espelkamper hatten nach dem Vortrag einiges zu verarbeiten. Aber sie waren zufrieden und auch erstaunt: »So viele Informationen« und »wirklich interessant« hörte man beim anschließenden Austausch im Foyer des Neuen Theaters immer wieder.

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