Sa., 23.06.2018

Elf Modeldörfer nehmen an der Auftaktveranstaltung »Mühlenkreis 2.0« teil Neue Ideen für die digitale Vernetzung

In der Pause hatten die Gäste Zeit, sich auszutauschen. Dieter Zorbach (von links) vom Projekt »Mein Dorf 55plus« hat mit Friedrich Schepsmeier aus Wehe, Wilhelm Tiemeyer und Isabel Bartling aus Hedem diskutiert.

In der Pause hatten die Gäste Zeit, sich auszutauschen. Dieter Zorbach (von links) vom Projekt »Mein Dorf 55plus« hat mit Friedrich Schepsmeier aus Wehe, Wilhelm Tiemeyer und Isabel Bartling aus Hedem diskutiert. Foto: Eva Rahe

Von Eva Rahe

Espelkamp (WB). Nach langen Vorbereitungen war es endlich soweit. Der Startschuss für das Projekt »Mühlenkreis 2.0 – zukünftig smart-versorgte Dörfer« ist gefallen.

Auftakt

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt des Bündnisses Ländlicher Raum fand im Bürgerhaus statt. Dort wurden auch Fördermittel des Landes NRW übergeben. Um zu beginnen, hatten die Veranstalter Experten eingeladen, die über ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Vernetzung von Menschen in den Dörfern und in ländlichen Gebieten berichteten.

Thematisch kreiste die Veranstaltung um die Frage, wie man das Internet am besten nutzen kann, um die Anliegen der Menschen außerhalb der Ballungszentren zu verbinden. Landrat Dr. Ralf Niermann brachte den Kerngedanken auf den Punkt.

Modelldörfer

»Wie können digitale Service- und Dienstleistungen das Leben auf dem Lande attraktiver machen?« Hierfür hat das Bündnis Ländlicher Raum die Entwicklungsstrategie »Mobiler Mühlenkreis« entwickelt, zu welchem auch das nun anstehende Projekt »Zukünftig smart-versorgte Dörfer« gehört. Elf Modelldörfer, darunter Vehlage, Fiestel, Hedem und Twiehausen haben sich bereit erklärt, bei dem Modellversuch mitzumachen. Auf sie kommt nun eine Menge Arbeit zu.

Sie müssen herausfinden, was im Dorf gebraucht wird, um Mobilität und Vernetzung zu schaffen. Dies kann Nachbarschaftshilfe beim Einkaufen oder bei den Schularbeiten sein, ein mobiler Lebensmittelladen oder eine Mitfahrbörse. Das Internet soll dabei eine Plattform bieten, um Angebote und Bedürfnisse zu vermitteln. Hierfür werden die Dörfer zusammen mit dem Projektpartner eine neue Webseite entwickeln, bei der je nach Dorf-Bedarf einzelne Bausteine ausgetauscht werden können. Das Bündnis Ländlicher Raum hat dabei auch im Blick, dass vor allem ältere Menschen sich oft schwertun im Umgang mit digitalen Medien. »Deshalb ist ein wesentlicher Baustein, dass wir Schulungen vor Ort anbieten, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Projekt-Dörfer ausgerichtet sind«, erklärte die Leiterin des Projektes, Dr. Pia Steffenhagen-Koch.

3700 ehrenamtliche Stunden

Natürlich geht das alles nicht ohne Menschen, die sich dafür einsetzen und die Ideen umsetzen. Deshalb braucht jedes Dorf einen »Kümmerer«. »Das Projekt macht damit 3700 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr geltend«, erklärte Rainer Riemenschneider vom Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Auf die Frage eines Zuhörers, ob ein Kümmerer das alles schaffen könne, antwortete Dominik Margin vom Fraunhofer Institut: »Man findet keine einzelne Person, die das alles stemmen kann. Man muss Menschen zusammen bringen, die sich die Aufgabe teilen.«

Kümmerer-Duo

In Espelkamp und Umgebung haben die einzelnen Ortschaften unterschiedliche Lösungen für die Arbeitsaufteilung gefunden. In Vehlage und in Hedem gibt es zum Beispiel Kümmerer-Duos als Verantwortliche für das Projekt. »Wir suchen allerdings noch nach Finanzierungs-Möglichkeiten für die Arbeit unserer Kümmerer«, erklärte Wilhelm Tiemeyer von der Dorfgemeinschaft Hedem. In Fiestel hat sich bislang noch kein Kümmerer gefunden, sehr zum Bedauern von Ortsvorsteherin Anja Kittel. »Deshalb suchen wir noch nach engagierten Bürgern, die sich für Projekt einsetzen möchten«, fuhr sie fort. Aus diesem Grund veranstalten die Fiesteler einen Informationsabend, wo Dr. Pia Steffenhagen-Koch die Projekt-Idee vorstellt. »Wir sehen mit der Teilnahme am Projekt eine große Chance«, fuhr Kittel fort. »Es gibt so viele Menschen, die neu in Fiestel sind und Anschluss suchen.« Ihnen könne man über die Internet-Plattform eine Möglichkeit bieten, sich zu vernetzen, erklärte sie. Alle interessierten Bürger seien deshalb eingeladen, am 5. Juni um 19 Uhr ins Heimathaus zu kommen.

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