Sa., 11.08.2018

Aufakt zu den Geburtstags-Feierlichkeiten in der Alten Klus – Historischer Rückblick Frotheimer Wahrzeichen feiert den 200.

Sie haben den 200. Geburtstag der Alten Klus in Frotheim mitgefeiert: Holzbildkunsthandwerker Ewald Böggemann (von links), Ortsheimatpfleger Günter Bünemann, Ortsvorsteher Jens Heiderich, Organistin Sabine Wittkötter, Handwebmeisterin Christel Gröschel, Pfarrer Adalbert Detering und Bürgermeister Heinrich Vieker.

Sie haben den 200. Geburtstag der Alten Klus in Frotheim mitgefeiert: Holzbildkunsthandwerker Ewald Böggemann (von links), Ortsheimatpfleger Günter Bünemann, Ortsvorsteher Jens Heiderich, Organistin Sabine Wittkötter, Handwebmeisterin Christel Gröschel, Pfarrer Adalbert Detering und Bürgermeister Heinrich Vieker.

Espelkamp-Frotheim (WB/ko). 200 Jahre Alte Klus in Frotheim – das ist ein Grund zum Feiern. Der Beginn des Veranstaltungsreigens ist am Donnerstagabend natürlich in der ehrwürdigen Kapelle gemacht worden.

Auf den Tag genau vor 200 Jahren wurde die Klus eingeweiht. Mehr als 70 Besucher folgten in dem ehrwürdigen Gebäude nun dem geschichtlichen Rückblick von Ortsheimatpfleger Günter Bünemann und der Andacht von Pfarrer Adalbert Detering.

Mehr als ein Museum

Ehregast Bürgermeister Heinrich Vieker beschrieb aber zunächst die Alte Klus als »Wahrzeichen für Frotheim und Espelkamp insgesamt«. Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Jens Heiderich, hob hervor, dass die Klus »mehr als ein Museum ist und kulturellen Zwecke dient«. Im vergangenen Jahr wurden 32 Veranstaltungen mit 1300 Besuchern ausgerichtet.

Die Klusbeauftragten Rüdiger Kanning und Friedhelm Vortmeier stellten den originalen baulichen Wert heraus, auf den Bünemann im Detail einging. Im Inneren besitze der Bau noch die Ausstattung mit Altar, Kanzel, Bänken und Orgel aus der Erbauungszeit. Noch heute läutet die Originalglocke.

»Acht Stellerrieger Bauern waren zunächst gegen den Bau der Kapelle am vorgesehenen Ort«, wusste Bünemann aus alten Unterlagen zu berichte. Er zog dabei die Klusbroschüre vom 175-jährigen Jubiläum und das Buch zur 750-Jahr-Feier Frotheims heran. Auch stützte er sich auf wörtliche Überlieferungen. In den 1970-er Jahren habe es sogar Überlegungen gegeben, das Gebäude abzureißen.

Historie

Für den Bau der Kapelle seien zwei Gründe maßgeblich gewesen. Frotheim hatte nach langen Verhandlungen ein Grundstück für einen Leichenhof in Aussicht. Damit ersparten sich die Frotheimer bei Beerdigungen den weiten Weg zum Kirchhof nach Gehlenbeck. Zum anderen wollte Frotheim die Kapelle auch für gottesdienstliche Zwecke nutzen.

Ursprünglich sollte die Klus schon um 1800 fertig werden. Das Holz war bereits geschlagen. Es fehlte jedoch die Baugenehmigung.

Die Kapelle ist ganz in der Art erbaut, wie man früher die Bauernhäuser errichtete. Ein schlichter Fachwerkbau mit dreiseitigem Chor und Glockenreiter. Der Boden ist mit Ziegelsteinen aus einer Frotheimer Ziegelei ausgelegt. In der Kapelle befindet sich noch das alte Eichengestühl aus dem Jahr 1818. Es ist zum Sitzen unbequem. Darin lag eine bestimmte Absicht. Es sollte keinem Gottesdienstbesucher zu gemütlich gemacht werden, so dass er einschlief. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 1122 Reichstaler, vier Groschen und vier Pfennig.

Von Bedeutung sind auch die Klusengel auf der Altarseite, die in den 70-er Jahren entwendet und 2007 von Ewald Böggemann aus Mettingen nachgebaut wurden. Die erste grundlegende Renovierung der Klus wurde Anfang der 1930-er Jahre vorgenommen.

Ein Präsent

Pfarrer Adalbert Detering sagte in seiner Andacht, dass »viele Frotheimer die Klus als ihre Frotheimer Kirche wahrnehmen«. Er freue sich, dass die Klus nicht nur ein Museum sei, sondern, dass dort Andachten, Hochzeiten kulturelle Veranstaltungen und vieles mehr abgehalten werden.

Die Frotheimerin Birgit Horstmann überreichte dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Jens Heiderich, einen Eichen-Holzteller, der die Kapelle zeigt und die Überschrift »200 Jahre Alte Klus« trägt. Diesen hat ihr bereits verstorbener Vater Wilhelm Horstmann vor neun Jahren angefertigt und dem damaligen Ortsheimatpfleger Reinhold Hußmann für diesen nun gefeierten Ehrentag überreicht.

Ein Gruß galt Künstler Ewald Böggemann, der die ursprünglichen Altarengel nachgefertigt hat, sowie der Stemwederin Christel Gröschel, die die Altartücher der Klus von Hand stickte. In Abwesenheit dankte Günther Bünemann der Firma Schütz Design, die das neue Taufbecken fertigte.

Klus-Jubiläums-Programm

Samstag, 25. August: Sommernachtsparty ab 21 Uhr auf dem Dorfplatz.

Sonntag, 26. August: Back- und Dreschtag ab 10.30 Uhr: Gottesdienst in der Klus, anschließend Flohmarkt, Tanz, Musik, Fußballturnier und vieles mehr.

1. September: Kluskonzert mit Ulrike Friedrich und Professor Johannes Geffert; Andacht von Christiane Seibel, ab 17 Uhr.

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