Mi., 07.11.2018

Großes Ensemble beeindruckt Zuhörer mit Rock Requiem im Espelkamper Martinshaus Zwischen Trauer und Lebensfreude

Mitreißendes Zusammenspiel: Die Original Rock Requiem Band hat bei ihrer Abschiedstournee einen gelungen Auftritt zusammen mit den heimischen Chören der Espelkamper Martinskirchengemeinde und dem Orchester Opus 7 auf der Bühne im Martinshaus an der Rahdener Straße präsentiert.

Mitreißendes Zusammenspiel: Die Original Rock Requiem Band hat bei ihrer Abschiedstournee einen gelungen Auftritt zusammen mit den heimischen Chören der Espelkamper Martinskirchengemeinde und dem Orchester Opus 7 auf der Bühne im Martinshaus an der Rahdener Straße präsentiert. Foto: Jan Lücking

Von Jan Lücking

Espelkamp (WB). Nach den letzten Klängen des Rock Requiems, hat es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen gehalten. Begeistert spendeten sie dem großen Ensemble Applaus, das am Sonntag im Martinshaus ein ebenso eindrucks- wie ausdrucksvolles Zusammenspiel von Rock und Klassik auf die Bühne gebracht hat.

Unter der Gesamtleitung von Tobias Krügel, dem Kantor der Evangelischen Martinskirchengemeinde, spielte die Original-Rock-Requiem-Band zusammen mit dem Orchester Opus 7 und den Vokalchören der Evangelischen Martins-Kirchengemeinde. Die Aufführung in Espelkamp darf wohl als Höhepunkt der Veranstaltungsreihe »Trauer, Tränen, Trotz und Trost – Wie wir dem Tod begegnen«, bezeichnet werden, die von den Kirchengemeinden Espelkamp und Lübbecke und dem Kirchenkreis in Kooperation mit der Stadt Lübbecke organisiert wird (wir berichteten).

Heimische Vokalchöre haben viel geprobt

Auf dieses außergewöhnliche Konzert hatten sich die Espelkamper Chöre – der Gospelchor »Vokal Fatal« und die Kantorei – intensiv mit ihrem Kantor vorbereitet, wie dieser berichtete. Das Werk sei in Einzelproben und Probe-Wochenenden erarbeitet worden, damit das Großprojekt schließlich gemeinsam habe gestemmt werden können.

Und der Einsatz hat sich ausgezahlt. Unter dem Eindruck des Todes eines befreundeten Geigers schrieb Guntram Pauli mit seinem Münchener Komponistenkollegen Christian Kabitz und Klaus Haimerl drei Jahre lang an dem Rock Requiem. Es wurde 1978 uraufgeführt und wurde seit dem von etwa 200.000 Besuchern gehört. Der Auftritt in Espelkamp war eine würdige Station der Abschiedstour, bei der die drei Komponisten mit der Rock Requiem Band in Originalbesetzung zum letzten Mal in Deutschland unterwegs sind.

Einfühlsam und kraftvoll

Die einzelnen Stücke boten über 90 Minuten eine beeindruckende Mischung. Einerseits überzeugten die Musiker und Sänger mit sanften klassischen Klängen, die Trauer und Schwermut durchleben ließen. In den kraftvollen rockigen Passagen konnte das Publikum aber auch die Stärke spüren, die aus dem Umgang mit Tod und Vergänglichkeit erwachsen kann. Die Mitwirkenden spielten und sangen mit der großer Ausdruckskraft und Virtuosität. Besonders faszinierte unter anderem ein dynamisches Wechselspiel zwischen Schlagzeug und Pauke.

Einfühlsam schafften es die Künstler, sowohl die Gefühle der Trauer als auch die Freude über das Leben spürbar zu machen. Klaus Haimerl erzählte am Ende des Konzerts, wie er zusammen mit Christian Kabitz beim Komponieren nicht nur an den Verlust des Freundes gedacht habe, sondern auch an die schönen gemeinsamen Erlebnisse.

Dank für Unterstützung

Kantor Tobias Krügel bedankte sich am Ende sich bei Arthur Wall, dass die Freikirche das Martinshaus zur Verfügung gestellt habe, weil die Thomaskirche noch nicht wieder nutzbar ist. Als Dank für die tatkräftige Unterstützung durch die Gemeinde übergab er einen Präsentkorb. Danach erlebten die Zuhörer noch als bewegende Zugabe das sehr emotionale Lied »Freund Tod«. Es erzählt vom Krebsleiden und davon, wie das Sterben oft auch als Erlösung empfunden werden kann. Schon vor der Zugabe hatte das begeisterte Publikum nach den letzten Tönen des Rock Requiems die tolle Leistung des Ensembles mit stehendem Applaus gewürdigt.

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