Sa., 17.11.2018

Musical »Das Zauberschloss« mit Rebecca Siemoneit-Barum in Espelkamp aufgeführt Ein fulminanter Tour-Auftakt

Peter (Sebastian »Gniechel« Christ) fühlt sich in Gegenwart der bösen Gräfin (Rebbeca Siemoneit-Barum) sichtlich unwohl. Er wird von ihr in ein teures Hemd aus Seide gesteckt, muss für sie singen und auch das Bett mit ihr teilen.

Peter (Sebastian »Gniechel« Christ) fühlt sich in Gegenwart der bösen Gräfin (Rebbeca Siemoneit-Barum) sichtlich unwohl. Er wird von ihr in ein teures Hemd aus Seide gesteckt, muss für sie singen und auch das Bett mit ihr teilen. Foto: Jan Lücking

Von Jan Lücking

Espelkamp (WB). Ein fulminanter, farbenfroher Tourauftakt – die Aufführung des Musicals »Das Zauberschloss« am Donnerstagabend im Neuen Theater hat das Publikum überzeugt.

Toll inszeniert

Mit etwa 150 Besuchern hätte die Vorstellung aber in jedem Fall mehr Besucher verdient gehabt. Denn das Uwe-Müller-Stück war toll inszeniert. Darsteller und musikalische Darbietung haben begeistert. Nur das Ende hätte etwas kraftvoller sein können.

Insbesondere durch die beeindruckende Livemusik mit ausdrucksstarkem Gesang gelang es dem Team um den Espelkamper Musikproduzenten Uwe Müller, die Emotionen rund um den märchenhaften Kampf von Gut gegen Böse auf die Bühne zu bringen.

Hungersnot

Es herrscht eine große Hungersnot und eine lange Zeit der Dürre. Immer wieder verschwinden junge Männer im dunklen Wald. Auf der Suche nach Nahrung kommen Marie (Sabrina Belz), die Tochter des Schmieds, und Peter (Sebastian »Gniechel« Christ), der Sohn des Müllers, am Schloss der bösen Gräfin (Rebbeca Siemoneit-Barum) vorbei, wo es Essbares im Überfluss gibt.

Aus der Not heraus lässt sich die Familie des Müllers im Laufe der Handlung auf einen Pakt mit der bösen Gräfin ein. Die Familie bekommt genügend zu Essen für ein Jahr, wenn die Gräfin im Gegenzug Peter für diese Zeit ganz für sich haben darf. Immer wenn die böse Gräfin aber genug von den jungen Männern hat, verwandelt sie ihre Opfer in böse Wölfe.

Die Kraft des Bösen

Die Macht und Kraft des Bösen wurde gekonnt durch den einnehmenden Gesang und durch die dunkel gekleideten Tänzer in Szene gesetzt. Mit Licht, Ton und Nebel wurde eine düstere Atmosphäre auf der Bühne erschaffen.

Im Hintergrund wurden Projektionen an die Wand geworfen, die passend zur Stimmung mal Wald, Nachthimmel oder das Innere des Schlosses zeigten. Filmaufnahmen auf einer Videowand sorgten ebenfalls für jede Menge Zauberschloss-Esprit. Stimmig waren die Kostüme (Britta Müller und Elke Wenhardt), die sich perfekt in die märchenhafte Musical-Welt einfügten.

Unterhaltsam

Insbesondere die zweite Hälfte des Abends überzeugte mit emotionalen Momenten – als etwa die verzweifelte Suche von Marie nach ihrem Freund Peter von klagendem Gesang begleitet wurde – das ging schon unter die Haut. Lediglich das Ende des Musicals kam plötzlich. Als nach und nach das Gute siegte und sich auch der Sohn der Gräfin, Kasimir (Markus Wegner), von ihr abgewendet hatte, verschwand die böse Gräfin relativ schnell im einstürzenden Schloss. »Gräfin« Rebbeca Siemoneit-Barum hätte durchaus einen intensiveren Schlussakkord verdient gehabt. Sie spielte ihre Rolle überzeugend und mit Elan. Das Publikum bedankte sich mit lautstarkem Applaus beim Ensemble für einen tollen Theaterabend und ein unterhaltsames Musical.

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