Sa., 12.01.2019

Thomas Philipps noch nicht im ehemaligen Combi-Gebäude – Stadt nimmt Stellung Streit um den Außenbereich

Das Gebäude des ehemaligen Combi-Marktes steht nun schon seit 2016 leer. Am Nebeneingang ist sogar noch ein Vermietungsschild mit Telefonnummer angebracht. Der Sonderpostenmarkt Thomas Philipps würde gerne einziehen.

Das Gebäude des ehemaligen Combi-Marktes steht nun schon seit 2016 leer. Am Nebeneingang ist sogar noch ein Vermietungsschild mit Telefonnummer angebracht. Der Sonderpostenmarkt Thomas Philipps würde gerne einziehen. Foto: Felix Quebbemann

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Der ehemalige Combi-Leerstand beschäftigt weiter die Stadtverwaltung, die Politik und nicht zuletzt auch das Unternehmen Thomas Philipps.

Bereits Anfang Oktober haben wir berichtet, dass der Sonderposten-Markt Thomas Philipps in das ehemalige Combi-Gebäude einziehen wird. Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, hoffte damals sogar, dass bereits zum Weihnachtsgeschäft 2018 einer der attraktivsten Leerstände der Innenstadt wieder mit Leben gefüllt sein könnte. Doch daraus wurde nichts.

Mietvertrag

Anfang Januar 2019 steht das Gebäude immer noch leer. Und es ist auch noch nicht abzusehen, wann dieser Zustand sich ändern wird. Seitens des Unternehmens Thomas Philipps hat Uwe Speckmann, Leiter Expansion und Objektverwaltung, gegenüber dieser Zeitung erklärt: »Wir haben seit eineinhalb Jahren einen gültigen Mietvertrag.« Er betonte, dass das Unternehmen ein »starkes Interesse« an dem Standort in Espelkamp habe und sehr optimistisch gewesen sei. Aber es fehle die Nutzungsgenehmigung. Und so lange die nicht vorliege, könne er auch noch keine weiteren Planungen, wie zum Beispiel zum Personal, vornehmen.

Thorsten Blauert erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, dass der Espelkamper Stadtverwaltung noch gar kein finaler Bauantrag vorliege. Daher sei auch noch keine Genehmigung erteilt worden.

Komplizierter Sachverhalt

Ein komplizierter Sachverhalt, der leicht zu erklären ist. Es gibt seitens des Unternehmens und der Stadt zwei verschiedene Auffassungen beim Verkauf im Außenbereich. Speckmann und Blauert bestätigten dies auf Nachfrage.

Die Stadt sei mit den Vorschlägen des Unternehmens bis dato nicht einverstanden gewesen, so Speckmann weiter. Es gehe um die Gestaltung, um die Größe und letztlich auch um die Platzierung.

Das Konzept

Im Außenbereich präsentiert das Unternehmen unter anderem zahlreiche Gartenprodukte wie Blumen, Gartenerde oder weitere Gartenaccessoires. Dies wird unter anderem im Mindener Markt erfolgreich praktiziert.

Daher soll auch in Espelkamp ein ähnliches Konzept umgesetzt werden. Vorgesehen war dafür seitens des Sonderpostenmarktes zuerst der ehemalige Anlieferungsbereich des Combi-Marktes. »Lebensmittelmärkte bekommen drei bis vier Mal täglich Lieferungen. Wir liefern jedoch nur drei bis vier Mal in der Woche«, sagte Speckmann.

Dieser Vorschlag sei von der Stadt abgelehnt worden. Daher habe Thomas Philipps vorgeschlagen, »nach vorne zum Parkplatz hin den Außenbereich zu gestalten«, wie Speckmann weiter mitteilte. Auch dafür gab es »kein Okay« von der Stadt.

Impulsgeber

Thorsten Blauert erläuterte die Haltung. Der Bereich des ehemaligen Combi-Marktes sei ein »Impulsgeber für die Innenstadt und soll diese aufwerten«. Daher sei seitens der Stadt und des Bürgermeisters »klar kommuniziert worden«, dass der Verkauf unter anderem von Gartenerde und Rindenmulch im Außenbereich nicht in Frage komme. Dies müsse innen verkauft werden. Die Stadt lege aufgrund der Lage des Gebäudes Wert auf eine ansprechende Außengestaltung, so Blauert und nannte als positives Beispiel den dortigen Blumenladen. Blauert bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass es seitens des Unternehmens zwei Anläufe für einen Bauplan gegeben habe. »Mit denen konnten wir uns aber nicht anfreunden.« Ein finaler Bauplan liege jedoch nicht vor, so der Fachbereichsleiter.

Uwe Speckmann erklärte hingegen, dass er für das Unternehmen Thomas Philipps die Möglichkeit sehe, den Außenbereich »hervorragend zu gestalten. Ich verstehe die Stadt Espelkamp nicht«, sagte er weiter. Es könne doch den Verantwortlichen nicht daran gelegen sein, einen so großen Leerstand im Zentrum zu haben. Der Sonderpostenmarkt wolle gerne in das Gebäude ziehen. »Wir dürfen aber nicht«, so Speckmann. Bei Thomas Philipps handele es sich auch nicht um einen klassischen Sonderpostenmarkt. Vielmehr spezialisiere sich das Unternehmen – unter anderem im Gartenbereich.

Keine Probleme im Innenbereich

Um in Espelkamp zu starten, würde Speckmann bereits Abstriche bei der Größe des Außenverkaufs machen. »Es sollten eigentlich 300 Quadratmeter sein.« Im Falle von Espelkamp täten es aber auch 180 bis 200 Quadratmeter.

Keine Probleme gebe es bei der Verkaufsfläche im Innenbereich, die 1700 Quadratmeter umfasst. Dort müssten die richtigen Regale aufgebaut und die Beleuchtung verändert werden, so Speckmann, der mit der AIK in Kontakt stehe. Die ist eine Immobilien-Kapitalverwaltungsgesellschaft, die vom Investor den Auftrag bekommen, sich um die Vermietung des Gebäudes zu kümmern. Investor war seinerzeit das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (VZWL)

Verfahrene Situation

Trotz der verfahrenen Situation werden die Pläne für den Einzug von Thomas Philipps weiter entwickelt, erklärte Blauert. Der Bebauungsplan sei auf einem guten Wege und solle demnächst als Satzung beschlossen werden. Damit ist aber nicht die Streitfrage um den Außenbereich geklärt.

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