Netzwerk-Konferenz im Espelkamper Bürgerhaus – Minister Laumann hält Vortrag
Die Angst vor der Demenz

Espelkamp (WB). Der Verlust des Gedächtnisses ist für jeden Menschen ein Schreckensszenario. Die Diagnose Demenz zieht vielen Menschen daher den Boden unter den Füßen weg.

Mittwoch, 06.02.2019, 05:00 Uhr
Hartmut Emme von der Ahe (links) und Cornelius Siero stellen das Programm der Netzwerkkonferenz vor. Foto: Felix Quebbemann
Hartmut Emme von der Ahe (links) und Cornelius Siero stellen das Programm der Netzwerkkonferenz vor. Foto: Felix Quebbemann

»Neben der Angst vor dem zunehmenden Kontrollverlust über das eigene Leben leiden Menschen mit Demenz ganz besonders unter dem Verlust ihrer familiären, beruflichen und gesellschaftlichen Stellung«, erklären Hartmut Emme von der Ahe und Dr. Christian Adam. Die beiden sind die Koordinatoren des Demenz-Netzes im Kreis Minden-Lübbecke.

Fünfte Auflage

Und dieses wird am Donnerstag, 14. März, im Bürgerhaus eine Netzwerkkonferenz ausrichten. Sie trägt den Titel »Demenz – dabei und mittendrin?! Vom Bedürfnis nach Einbezogensein zum Recht auf Beteiligtsein«. Vier Netzwerkkonferenzen dieser Art habe es in den Vorjahren gegeben. In Espelkamp erlangt die fünfte Konferenz aber einen bis dato nicht erreichten Umfang.

Nach der Begrüßung durch den Landrat Dr. Ralf Niermann gegen 13 Uhr folgen mehrere Vorträge – zum Beispiel »Die Verwirklichung von gesellschaftlicher Teilhabe für Menschen mit Demenz« von Dr. Sinja H. Meyer-Rötz, Referentin der Senatsverwaltung für Pflege der Stadt Berlin.

Markt der Möglichkeiten

Es wird einen Markt der Möglichkeiten geben, in dem sich regionale Anbieter von Unterstützungsleistungen vorstellen. Erstmalig wird der Nachwuchsförderpreis des Demenz-Netzes vergeben. Dabei werden zwölf künstlerische Arbeiten vorgestellt, die sich alle mit dem Thema »Handeln, wenn die Erinnerungen verblassen« beschäftigen. Der Gewinner erhält 1000 Euro, die von den Volksbanken im Mühlenkreis gestiftet wurden. Als Ehrengast wird NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erwartet.

Regionale Gruppen werden den Markt der Möglichkeiten ebenfalls mit gestalten. So hat sich die Künstlergruppe Rahden um Hannelore Kühnen und Rainer Benk mit der Thematik auseinandergesetzt und zum Pinsel gegriffen.

Söderblom-Gedichte

Die Abiturienten des Söderblom-Gymnasiums thematisieren Demenz aus der Sicht der Enkel. Der Literaturkurs der Qualifikationsphase 2 wird selbst verfasste Gedichte vorstellen.

Hartmut Emme von der Ahe und Cornelius Siero, ehemaliger Pflegedienstleiter in der Psychiatrie des Krankenhauses Lübbecke, stellen die Netzwerk-Konferenz derzeit an verschiedenen Stellen vor. Sie beide wünschen sich, dass das Thema mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt wird. »Wir sind hier nach wie vor im Aufbau begriffen«, sagt von der Emme. Er erklärt, dass man in Städten wie Düsseldorf und Aachen, wo es sehr alte Demenz-Netze gebe, schon viel weiter sei.

Er hofft, das möglichst viele Menschen die Gelegenheit ergreifen, sich im Bürgerhaus über die fachlichen Angebote vor Ort zu erkundigen. Denn die Konferenz ist für alle Interessierten gedacht.

Grundbedürfnis

Nicht nur die Krankheit selbst belaste die Erkrankten. Man wolle ganz bewusst die Frage stellen, wo die Menschen eigentlich bleiben, die an Demenz erkranken. Fallen sie dann aus dem gesellschaftlichen Leben heraus? »Oder sind wir grundsätzlich soweit, dass Menschen mit Demenz auch weiterhin in ihrem Zuhause – ihrer Heimat – bleiben können.« Alle Menschen hätten schließlich das Grundbedürfnis, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. »Wie gestalten wir das?«, fragt von der Emme abschließend und lädt alle Interessierten zur Konferenz ein.

Anmeldungen werden von Dr. Christian Adam, Portastraße 12 in Minden, Telefon 0571/80723630 oder per E-mail unter c.adam@minden-luebbecke.de bis zum 1. März angenommen. Der Eintritt ist kostenlos.

Spenden werden im Vorfeld oder am Tag der Veranstaltung angenommen. Das Ende der Netzwerk-Konferenz wird gegen 18.30 Uhr erwartet.

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