Do., 14.03.2019

Klimaschutz: Söderblomerinnen organisieren Demonstration am Bürgerhaus Chiara und Emma wollen wachrütteln

Chiara Noch (links) und Emma Vienerius erwarten die Demonstration vor dem Bürgerhaus mit Spannung und Vorfreude. Die beiden jungen Klimaschützerinnen wollen mit ihrer Aktion unter anderem die Politiker wachrütteln.

Chiara Noch (links) und Emma Vienerius erwarten die Demonstration vor dem Bürgerhaus mit Spannung und Vorfreude. Die beiden jungen Klimaschützerinnen wollen mit ihrer Aktion unter anderem die Politiker wachrütteln. Foto: Felix Quebbemann

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Es ist fünf vor zwölf beim Klimaschutz. Genau das denken sich auch Chiara Noch und Emma Vienerius. Die beiden Söderblomerinnen schließen sich daher am Freitag der weltweiten Schüler-Initiative »Fridays for Future« an.

Chiara (16 Jahre) und Emma (17) haben für Freitag um um 8 Uhr eine Demonstration angemeldet. Und wichtig ist ihnen, dass möglichst viele Schüler aus Espelkamp und der näheren Umgebung – auch aus Lübbecke, Stemwede, Rahden, Preußisch Odendorf und anderen benachbarten Kommunen – daran teilnehmen.

Vorbild: Greta Thunberg

»Natürlich ist unser Vorbild die Schwedin Greta Thunberg«, sagen die beiden Schülerinnen im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Schwedin erregt seit vielen Monaten mit ihren Aktionen für mehr Klimaschutz weltweites Interesse und hat Schüler auf dem gesamten Erdball zu ähnlichen Aktivitäten inspiriert; nun auch Chiara und Emma.

Heute um 8 Uhr treffen sich alle Teilnehmer der Schüler-Demonstration am Söderblom-Gymnasium. »Von dort gehen wir über die Isenstedter und die Breslauer Straße zum Bürgerhaus«, erklären die Schülerinnen. Dort ist eine Kundgebung geplant und um 9.30 Uhr soll die Veranstaltung beendet sein. Angemeldet haben die jungen Klimaschützerinnen diese Aktion natürlich auch beim Ordnungsamt. Wieviele Schüler sie erwarten, sei schwer einzuschätzen. Aber die Anmeldung laufe erst einmal über 300 Teilnehmer. Einige Lehrer würden als Ordner mitgehen, denn dies, so die beiden Schülerinnen, sei Pflicht.

Vorbereitungen

»Wir haben schon lange mit dem Gedanken gespielt, eine solche Aktion zu veranstalten«, verraten Chiara und Emma. Aber es bedarf natürlich auch einer gewissen Vorbereitungszeit. Und dies muss auch noch mit der Schule vereinbar sein. Aber eines machen die beiden deutlich. »Wir wollen uns für das Klima und den Umweltschutz engagieren.«

Durch die Demonstration solle vor allem ein Bewusstsein für den Klimaschutz geschaffen werden, sagen die beiden. Und diese Botschaft sei unter anderem an die Autoindustrie sowie an die Politiker auf kommunaler Ebene wie auch auf Landes- und Bundesebene adressiert.

Fachwissen

Dass sich Chiara und Emma mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt haben, zeigt ihr Fachwissen. »Ein Mensch in Deutschland produziert jährlich etwa 30 Tonnen Kohlendioxid«, sagen sie. Damit das Klima geschützt und nachhaltig verbessert wird, dürfe dieser Wert gerade einmal durchschnittlich eine Tonne pro Kopf betragen. Genau auf solche Missstände wollen sie aufmerksam machen, und die Menschen zu einem Umdenken bewegen – und zwar mit einer friedlichen Schülerdemo.

Dem Vorbild von Greta Thunberg würden sie gerne folgen und jeden Freitag eine solche Demonstration veranstalten. Doch sei dies ein großer organisatorischer Aufwand, den man als Schüler nicht immer leisten könne, sagen die Schülerinnen. Daher ist die heutige »Fridays-for-Future«-Demonstration in Espelkamp zunächst als einmalige Sache angelegt.

Schulstreik

Chiara und Emma aber sind glücklich, dass sie für den Klimaschutz nicht durch ganz Ostwestfalen fahren müssen. Demos sind zum Beispiel in Paderborn, Gütersloh und Bielefeld vorgesehen. Die Söderblomerinnen können sich nun direkt an ihrem Schulort für den Schutz der Umwelt einsetzen. Weltweit sind heute Schüler aufgerufen, an den Schulstreiks teilzunehmen. »Das geht ja von Australien bis hin nach Uruguay«, erzählen Chiara und Emma. Mit ihrer Demonstration vor dem Bürgerhaus ist auch Espelkamp ein Teil dieser weltweiten Protestbewegung für mehr Klimaschutz.

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