Sa., 23.03.2019

Geistlicher soll betreute Frau mit Pornofoto konfrontiert haben Evangelischer Pfarrer suspendiert

Ein Teil des Ludwig-Steil-Hofs in Espelkamp.

Ein Teil des Ludwig-Steil-Hofs in Espelkamp. Foto: Andreas Kokemoor

Von Christian Althoff

Espelkamp (WB). Die Evangelische Kirche von Westfalen hat einen Pfarrer aus dem Kreis Minden-Lübbecke mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Der Geistliche arbeitete im Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp – einer diakonischen Einrichtung, in der sich 450 Mitarbeiter um etwa 1000 Menschen mit unterschiedlichem Förderbedarf kümmern. Außerdem war der Pfarrer in einer Kirchengemeinde beschäftigt.

Der Mann steht im Verdacht, eine Bewohnerin des Ludwig-Steil-Hofs mit einem Pornofoto konfrontiert zu haben. Unter welchen Umständen das geschehen sein soll – dazu möchte die Landeskirche im Moment nichts sagen, um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu behindern. Die betroffene Frau soll volljährig sein.

Landeskirche: an maximaler Aufklärung interessiert

Pfarrer Stefan Bäumer, der die Einrichtung leitet, äußerte sich nicht zu dem Vorfall, sondern verwies darauf, dass man die Evangelische Landeskirche eingeschaltet habe. Deren Sprecher Andreas Duderstedt sagte, man sei an »maximaler Aufklärung« interessiert. Ein unbeteiligter Pfarrer aus Espelkamp erklärte: »Ich war wie vom Donner gerührt, als ich es erfahren habe. Wir sind alle sehr betroffen. Aber jetzt gilt zunächst die Unschuldsvermutung.«

Die Landeskirche stellte den Pfarrer von seiner Arbeit frei, leitete ein Disziplinarverfahren ein und schickte am Donnerstag eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Deren Sprecher Udo Vennewald sagte, man werde den Sachverhalt frühestens in der kommenden Woche bewerten können. Der Paragraph 184 des Strafgesetzbuchs stellt unter anderem unter Strafe, jemandem Pornographie zukommen zu lassen, »ohne von diesem hierzu aufgefordert zu sein«. Als Sanktion sieht das Gesetz eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft vor.

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