Di., 16.04.2019

CDU-Politikerin spricht mit den Espelkamperinnen Emma Vienerius und Chiara Noch »Ziviles Engagement hat seinen Preis«

Espelkamp (WB). Den 15. März werden Chiara Noch und Emma Vienerius noch lange in Erinnerung behalten. Etwa 250 Jugendliche versammelten sich an diesem Tag auf ihre Einladung hin in der Innenstadt und setzten nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg ein Zeichen für mehr Klimaschutz.

Für Außenstehende sind die »Fridays-for-future«-Demonstranten wahlweise »Helden« oder »Schulschwänzer«. Von solchen Kategorien hält die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) nicht viel. Sie wollte wissen, was die Demonstranten bewegt. Deshalb hat sie sich mit den beiden aus Espelkamp getroffen. »Miteinander zu reden ist besser als übereinander«, sagt sie.

Die Anfänge

Chiara Noch und Emma Vienerius berichteten von den Anfängen. »Wir haben in den sozialen Netzwerken von der Aktion ›Fridays for future‹ erfahren«, sagte Vienerius. »Das passte super zu einer grünen Stadt wie Espelkamp und dem christlichen Profil unserer Schule«, fügte Noch hinzu.

Schüler aus dem ganzen Altkreis Lübbecke kamen nach Espelkamp. »Mit so einem großen Zuspruch hatten wir nicht gerechnet«, so die beiden Organisatorinnen. Fürs erste sind keine weiteren Demonstrationen geplant. »Wir werden das Thema nun fächerübergreifend in der Schule behandeln«, so Emma Vienerius. Auch eine Ausstellung der genutzten Plakate halten sie für möglich.

Recht auf Schule

Winkelmann berichtete von der Debatte im Landtag, als es um die Frage ging, ob die Politik das Fernbleiben vom Unterricht legalisieren soll. »Wir können froh sein, dass es ein Recht auf Schule gibt. Und damit verbunden ist für mich auch die Schulpflicht«, so Winkelmann. Sie hält es wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Landesbildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP). Beide hatten in der Diskussion die Schulpflicht betont.

Ähnlich sehen das die Schülerinnen. »Wir wollen zeigen, dass ziviles Engagement seinen Preis hat und fordern keine Legalisierung«, meinte Vienerius.

Vorwurf

Winkelmann führte dazu weiter aus: »Ihr widersprecht vor allem dem Vorwurf einer unpolitischen Jugend und setzt euch für eine gute Sache ein.« Die Landespolitikerin sieht in Sachen Klimapolitik große Fortschritte. »Als ich jung war, haben wir gegen FCKW in Kühlschränken und Spraydosen protestiert, um dem Ozonloch entgegenzuwirken. Heute redet kein Mensch mehr darüber. Das ist ein echter Erfolg.« Da waren sich die drei einig. Noch sagte: »Wir wollen mehr als eine Trendbewegung sein. Wir wollen den Umweltschutz in das Bewusstsein der Menschen bringen.«

Als Probleme sehen die Schülerinnen im Falle des Mühlenkreises zudem das Höfesterben sowie den schlechten Öffentlichen Personennahverkehr. Sie rannten damit offene Türen bei Winkelmann ein: »Ich habe großen Respekt vor den beiden jungen Frauen. Sie setzen sich mit großen Engagement und gleichzeitig sehr realistisch für eine gute Sache ein. Mit Freude habe ich erlebt, dass zwischen ihnen und mir mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bestehen.«

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