Do., 13.06.2019

Schulleiter verärgert – Ausschuss berät über Lösung des Problems Telefonleitungen in der Grundschule Benkhausen brechen ständig zusammen

Die Grundschule in Benkhausen ist bei den Eltern der Umgebung sehr beliebt. Die technische Infrastruktur jedoch lässt zu wünschen übrigen. Schulleiter Sven Hagemeier kritisiert, dass das Telefon regelmäßig ausfalle.

Die Grundschule in Benkhausen ist bei den Eltern der Umgebung sehr beliebt. Die technische Infrastruktur jedoch lässt zu wünschen übrigen. Schulleiter Sven Hagemeier kritisiert, dass das Telefon regelmäßig ausfalle.

Von Felix Quebbemann

Espelkamp-Fiestel (WB). Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Notfall zuhause und können aber niemanden herbeirufen, weil das Telefon wegen Datenüberlastung nicht funktioniert.

Die Annahme mit dem Notfall ist glücklicherweise an der Grundschule Benkhausen nicht eingetreten. Das nicht funktionierende Telefon jedoch ist ein alltägliches Problem, mit dem sich der Schulleiter des Grundschulverbundes-Süd, Sven Hagemeier, tagtäglich herumärgern muss.

68 Abbrüche

Eigentlich wollte der Schulausschuss über die neue Ausstattung der städtischen Grundschulen mit den neuesten Medien sprechen. Jedoch nutzte Sven Hagemeier die Gelegenheit, um auf den schlechten Zustand der Leitungen in der Grundschule Benkhausen aufmerksam zu machen.

»Wir hatten in einer Wochen 68 komplette Abbrüche bei den Telefongesprächen.« Die Schule sei sogar drei bis vier Tage überhaupt nicht telefonisch erreichbar gewesen. Darüber hinaus werde er etwa 20 Mal aus dem Internet »geschmissen«, weil die Leitungen die Menge an Daten nicht verarbeiten könnten. Man könne so nicht mehr arbeiten, so Hagemeier. Er forderte dringend Unterstützung der Stadt ein, um dieses Problem zu beheben.

Elternschaft

Um überhaupt wieder ständig erreichbar zu sein, würden die eingehenden Telefonate auf das Handy einer Kollegin umgeleitet. »Das geht nicht. Ich bitte ganz dringend darum, irgendwie eine vernünftige Lösung zu finden. Wir schreiben das 21. Jahrhundert und wir haben kein Telefon. Das darf und kann nicht sein.«

Der Schulleiter sehe zwar die Bemühungen, die die Stadt unternehme. »Die Schritte sind aber zu klein.« Die Elternschaft sei bereits an ihn herangetreten und habe den Vorschlag gemacht, doch mal bei Paul Gauselmann anzufragen. Das Schloss Benkhausen, das als Schulungszentrum für die Gauselmann-Gruppe fungiert, liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Grundschule.

Schulamtsleiter Andreas Bredenkötter erklärte, dass man sich diesbezüglich schon informiert habe, dies aber finanziell nicht machbar sei. Und die verbleibende Technik gebe »momentan nicht mehr her.« Aufgrund der großen Datenmengen, die neben der Telefonleitung auch über das Internet abgefragt werden, liege »die Technik am Boden. Wir haben einen IT-Mann, der sich ausschließlich mit der Versorgung der Schulen beschäftigt. Und der hat gut zu tun. Das gibt es nirgendwo anders«, erklärte Bredenkötter.

Verständnis

Bürgermeister Heinrich Vieker erklärte, er habe volles Verständnis für die Verärgerung seitens der Schule. »Wir werden angegangen.« Die Stadt aber könne auch nichts dafür, »wenn Bund und Land jahrelang pennen«, fügte Vieker an. In der Zwischenzeit sei es für einen Ausbau zu einer acht- bis zehnfachen Steigerung der Preise gekommen. »Und es gibt keine Fachfirmen. Wir bekommen nicht einmal Angebote auf unsere Ausschreibungen.« Vieker wandte sich an Hagemeier und sagte: »Mir macht es genauso wenig Freude wie Ihnen.« Die Situation sei sehr unbefriedigend. Mit dem Breitbandausbau des Kreises sehe man aber Licht am Ende des Tunnels.

Verschlafen

Allerdings, und dies kritisierte Vieker in aller Deutlichkeit, bestehe nun die Gefahr, dass jedes Dorf zuerst den Ausbau bei sich einfordere. Und so würden sich die Orte gegenseitig ausspielen. »Das Ganze macht deutlich, dass die zuständigen Stellen vieles verschlafen haben.« Wie ernst Vieker die Situation sieht machte sein letzter Satz deutlich. »Wenn es nicht anders geht, dann müssen die betreffenden Firmen auch mal wieder in öffentliche Hand zurückgeholt werden.«

August-Wilhelm Schmale (CDU) stufte die Situation an der Grundschule Benkhausen als »unglaublich frustrierend« ein. »Die Basics sind nicht vorhanden.« Er hoffe, dass beim Breitbandausbau Einrichtungen wie die Grundschule Benkhausen vorrangig behandelt werden. Er verstehe die Welt nicht mehr, wenn es heutzutage nicht mal gelinge, in einer Schule durchgehend ein funktionierendes Telefon bereitzustellen.

Hartmut Stickan (SPD) sah die Verantwortung für die Situation in der städtischen Grundschule Benkhausen nicht alleine bei Bund und Land. »Es sind unsere Schulen. Wir sind gefordert, und wenn wir dafür Single-Lösungen finden müssen.« Dafür müsse man notfalls Geld in die Hand nehmen.

Lösung gefordert

Dr. Oliver Vogt (CDU) fügte abschließend an, dass man für Benkhausen eine Lösung finden müsse.

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