So., 23.06.2019

Viele Besucher auf dem 8. Espelkamper Bahnhofsfest Von Oldie-Nostalgie bis E-Mobilität

Liebe zur Vergangenheit (linkes Bild): Jaqueline Held (17) ist die jüngste Teilnehmerin am Oldtimertreffen gewesen. Weil sie bisher nur begleitet fahren darf, saß Vater Frank Kraul auf dem Beifahrersitz des Austin Morris, der seiner Tochter gehört. »Schon zur Konfirmation hat sie sich ein Gogomobil gewünscht«, sagt er und lacht.

Liebe zur Vergangenheit (linkes Bild): Jaqueline Held (17) ist die jüngste Teilnehmerin am Oldtimertreffen gewesen. Weil sie bisher nur begleitet fahren darf, saß Vater Frank Kraul auf dem Beifahrersitz des Austin Morris, der seiner Tochter gehört. »Schon zur Konfirmation hat sie sich ein Gogomobil gewünscht«, sagt er und lacht. Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe

Espelkamp (WB). Die chromblitzenden Hingucker sind beim 8. Espelkamper Bahnhofsfest einmal mehr die alten zwei- und vierrädrigen Schätze der Oldtimerfreunde gewesen. Aber die achte Auflage hatte nicht nur mobile Nostalgiegefährte zu bieten, sondern auch zukunftsweisende Konzepte für E-Mobilität.

Das vielfältige Programm wurde durch Speisen und Spielangeboten abgerundet. »Zum Konzept dieses Festes gehört, dass viele ehrenamtliche Gruppen eingebunden werden. Das macht den besonderen Charme aus«, sagte Organisator Günter Segelhorst vom Espelkamper Stadtmarketingverein.

Vereins-Präsident Rolf-Bernd Eggersmann freute sich, dass der Verein zahlreiche Gruppen von Schulen, Tanzschulen und Vereinen für das Bühnenprogramm gewinnen konnte. Sein Dank ging auch an die anderen Ehrenamtlichen, die mit Köstlichkeiten zum kulinarischen Gelingen des Festes beitrugen. Dazu zählten unter anderem die türkisch-islamische Gemeinde, der AWO-Kindergarten Abenteuerland, die Schützengesellschaft Espelkamp und das Jugendcafé Real Life. Besonders wies Eggersmann darauf hin, dass das Stellwerk zu besichtigen sei und auf die Info-Meile zum Thema E-Mobilität.

Dienstrad leasen

Und dort informierten Fachleute nicht nur zu elektrisch angetriebene Alternativen zu Autos mit Verbrennungsmotor. Auch über Alternativen zur Nutzung des (eigenen) Autos konnten sich die Gäste schlau machen.

So informierte Lars Petri von AGL Active Services über die Möglichkeit des »Dienstrad-Leasings«. »Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern anbieten, das Leasing eines E-Bikes zu unterstützen. Die Bruttolohnumwandlung spart ihnen Lohnnebenkosten«, sagte er. Das Programm werde vom Bund gefördert und diene auch dem Gesundheitsmanagement der Betriebe. Für den Arbeitnehmer sei es kostenneutral, weil er Geld beim E-Bike-Leasing einspare. Petri betonte, dass das Dienstrad trotz des Namens vor allem für die Freizeit gedacht ist. »Wir haben auch Arbeitnehmer, die fünf E-Bikes für die ganze Familie angeschafft haben.« Eine Fortbewegung mit weniger CO2-Belastung als mit E-Bikes sei nicht möglich, selbst ÖPNV und normale Fahrräder seien nicht klimafreundlicher.

Auch Alex Holtzmeyer, Vorsitzender des Bundesverbandes E-Mobilität, ist sich hinsichtlich der E-Autos sicher: »Die CO2-Bilanz ist unschlagbar. Selbst die schlechtesten Studien sagen, dass sich ein E-Auto ab 100.000 Kilometern CO2-technisch rechnet.« Feldstudien hätten gezeigt, dass E-Auto-Akkus 300.000 bis 500.000 Kilometer schafften, bis sie recycelt werden müssten. »Und dann können sie noch als Speicher für Solaranlagen genutzt werden«, sagte Holtzmeyer. Natürlich sei auch entscheidend, wie der Strom erzeugt werde.

90 Fahrzeuge lassen Herzen höher schlagen

Kritiker vergäßen oft, dass Erdöl unter riesigem Energieaufwand aus bis zu 10.000 Metern Tiefe gefördert werde. »Dazu kommt das ebenfalls energieaufwendige Raffinieren des Rohöls zu Benzin oder Diesel und natürlich der Transport«, sagte Holtzmeyer, am Institut für angewandte E-Mobilität (IFAEM) in Steyerberg aktiv. Dieses befasst sich seit 28 Jahren unter anderem auch mit Car-Sharing mit E-Mobilen. »Das klappt auf dem Land sogar besser als in der Stadt«, meint er. »Wir möchten auch in Espelkamp ein E-Mobil-Car-Sharing einführen«, erklärte der Espelkamper Gunter Kramer, seit Jahren als Mobilagent aktiv. Er freut sich über die Unterstützung durch das IFAEM.

Während beide Visionen für die mobile Zukunft diskutieren, werden nur wenige Meter weiter Fachgespräche über Oldtimer geführt. Heinz-Dieter Horn, Vorsitzender der Heinkelfreunde Espelkamp berichtet, dass 55 Fahrer mit ihren Vehikeln an einer Ausfahrt teilgenommen haben. Insgesamt stehen um die 90 Fahrzeuge am Bahnhof, die das Herz höher schlagen lassen.

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