Fr., 12.07.2019

Rat gegen Entwidmung von Bahnstrecke Klimaschutz wird vertagt

Ein alter Prellbock am Bahnhof in Rahden: Die Stadt Espelkamp setzt sich dafür ein, dass die Bahnverbindung nach Norden erhalten bleibt.

Ein alter Prellbock am Bahnhof in Rahden: Die Stadt Espelkamp setzt sich dafür ein, dass die Bahnverbindung nach Norden erhalten bleibt. Foto: Lars Graue

Von Arndt Hoppe

Espelkamp (WB). Das Thema Klimaschutz ist zwar aktuell in aller Munde. Alle Fraktionen des Rates haben entsprechende Anträge gestellt, damit auch die Stadt Espelkamp sich damit befasst, in welcher Form dieser Herausforderung Rechnung getragen wird.

Warten auf das Kreiskonzept

Ursprünglich sollte der Rat darüber beschließen, ob künftig in allen Sitzungsvorlagen neben den finanziellen auch die klimatischen Auswirkungen der Beschlussvorschläge dargestellt werden sollten. Bürgermeister Heinrich Vieker (CDU) sagte, dieses Thema werde zunächst einmal zur Beratung in die Fraktionen gegeben. »Der Klimaschutz wird uns dann in der ersten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nach den Ferien, am 3. September beschäftigen«, kündigte er an. Bis dahin werde auch der Kreis Minden-Lübbecke sein interkommunales Klimaschutzkonzept vorstellen. Dieses könne dann auch thematisiert werden. »Dann können wir im September alle Anträge der Fraktionen diskutieren und im Fachausschuss zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen«, sagte Vieker.

Anstelle des Klimaschutzes befasst sich der Rat mit einem Thema, dass durchaus im Zusammenhang mit dem Klimaschutz zu sehen sei, wie Bürgermeister Vieker anmerkte: die drohende Entwidmung eines Teils der Bahnstrecke Bünde-Bassum. Einstimmig sprach sich der Espelkamper Rat gegen die Entwidmung des Streckenabschnittes Nienburg-Sulingen in der Ost-West-Achse des Sulinger Kreuzes aus. Gleichzeitig wendet sich der Rat gegen geplante Streckenverkäufe in der Nord-Süd-Achse im Abschnitt Bassum-Sulingen und Barenburg-Ströhen aus.

Deutliche Stellungnahme

»Die Sicherung und Reaktivierung der Bahnstrecke Bielefeld-Rahden-Bassum-Bremen als durchgängige Zugverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Bremen würde zu einer deutlichen Verbesserung der verkehrlichen Erschließung im Güter und Personenverkehr zwischen den angrenzenden Städten und Gemeinden sowohl in Niedersachsen als auch in OWL führen«, heißt es in der Stellungnahme.

Die Strecke zwischen Rahden und Bassum biete die Möglichkeit einer Entlastung für die stark belasteten Strecken Osnabrück-Bremen im Westen und Minden-Nienburg im Osten, sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr. »Mit der Entwidmung wird die Chance auf eine flexible Führung von Entlastungsstrecken dauerhaft vertan.«

Verbindung nach Wilhelmshaven wichtig

Espelkamper Ratsmitglieder ergänzten, dass die Bahnlinie auch die kürzeste Strecke von den Containerhäfen in Wilhelmshaven nach OWL darstelle. Letztlich seien in der Folge auch die Wirtschaft und Bevölkerung der Stadt Espelkamp betroffen. Die Entwidmung widerspreche zudem dem Planungsziel des Landkreises Diepholz, die Strecke Sulingen-Nienburg nachhaltig für eine eventuelle Reaktivierung des Schienenverkehrs zu sichern.

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