Fr., 12.07.2019

Spezialanlagenbauer mit Werk in Espelkamp leidet unter kriselnder Autobranche Aumann-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab

Aumann produziert unter anderem Anlagen für die bei Elektromotoren eingesetzte Wickeltechnik .

Aumann produziert unter anderem Anlagen für die bei Elektromotoren eingesetzte Wickeltechnik .

Beelen/Espelkamp (WB/OH). Der Spezialanlagenbauer Aumann mit Sitz in Beelen und Werk in Espelkamp hat seine Jahresziele nach einem »enttäuschenden« Auftragseingang von 85 Millionen Euro im ersten Halbjahr massiv gekürzt. Es gebe spürbare Investitionszurückhaltung und Kostendisziplin bei Kunden in der Autoindustrie, die auch über das laufende Jahr hinaus anhalten dürften, teilte der Konzern mit. Der Aktienkurs stürzte daraufhin am Donnerstag in der Spitze um fast 20 Prozent auf ein neues Rekordtief ab.

Aumann (1100 Mitarbeiter) erwartet nun für das laufende Jahr noch 240 bis 260 Millionen Euro Umsatz. Bislang war eine leichte Steigerung des Rekorderlöses aus dem Vorjahr von 290,8 Millionen angepeilt worden. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll nun 22 Millionen betragen, könne sich aber »abhängig von der weiteren Marktentwicklung« auf 16 Millionen Euro reduzieren. Eigentlich sollte der Vorjahreswert von 29,3 Millionen übertroffen werden.

Als Grund für den schwachen Auftragseingang im ersten Halbjahr – vor Jahresfrist summierte sich das Neugeschäft noch auf 132,5 Millionen Euro – gab Aumann wiederholte Verschiebungen von Großaufträgen an. Dies betraf dem Vernehmen nach auch den Bereich der Fertigungsanlagen für Elektromobilität, das eigentliche Wachstumsfeld von Aumann. Das Werk in Espelkamp gilt als Standort für Wickeltechnologie, die bei Elektromotoren zum Einsatz kommt. Der Konzern betonte in einer Pflichtmitteilung an die Börse, dass er den Trend zur E-Mobilität »für ungebrochen« hält.

Dem Vernehmen nach hat Aumann angesichts der schwachen Entwicklung erste Gegenmaßnahmen ergriffen. Dazu zählt offenbar auch das Abbauen von Stundenkonten der Beschäftigten sowie ein vorsichtigerer Personalaufbau. Schon per Ende März lag die Mitarbeiterzahl mit 1110 nur minimal über der des Vorjahres (1101).

Der Aktienkurs geriet schon vor geraumer Zeit unter die Räder. Nachdem das Unternehmen im März 2017 seine Aktien zum Preis von 42 Euro ausgegeben hatte, erreichte das Papier ein halbes Jahr später mit knapp 93 Euro seinen Höchststand. Seit Herbst 2018 befindet sich der Kurs im Sinkflug. Am Donnerstag markierte er sein Allzeittief bei 14,20 Euro.

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