Mi., 31.07.2019

Espelkamper Ortschaften werden beim Breitbandausbau nicht als erste berücksichtigt »Ziemlich bitter«

Wilhelm Stockmann, Ortsvorsteher in Frotheim, hat sich enttäuscht über den Zeitplan beim Breitbandausbau geäußert.

Wilhelm Stockmann, Ortsvorsteher in Frotheim, hat sich enttäuscht über den Zeitplan beim Breitbandausbau geäußert.

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Bis spätestens Ende 2023 soll der gesamte Kreis Minden-Lübbecke innerhalb des Breitbandausbaus an das schnelle Internet angebunden sein. Die Hoffnung der Frotheimer, dass bei ihnen der Ausbau des schnellen Netzes startet, zerschlug sich jedoch.

Wie der Kreis Ende Juni bekannt gab, wird der Start in Stemwede und Petershagen gemacht. Alle Bemühungen, vor allem der Frotheimer Bürger, den Ausbau in ihrem Bereich beginnen zu lassen, schlugen fehl. Entsprechend groß ist auch die Enttäuschung bei den Verantwortlichen.

Bedauerlich

Günter Bünemann, aktueller Ortsheimatpfleger und als langjähriger Dorfgemeinschafts-Vorsitzender ein Vorreiter beim Kampf für schnelles Internet in Frotheim, ist auch einige Wochen nach der Bekanntgabe der Pläne enttäuscht. »Das ist bedauerlich.« Was als Entscheidung zugrunde gelegt wurde, den Breitbandausbau in Stemwede und in Petershagen zu beginnen, habe ihm bis jetzt auch noch niemand erklären können.

Diese sei für Frotheim und für Espelkamp »ziemlich bitter«. Denn die Espelkamper Region liege mehr oder weniger in der Mitte.

Die Dorfgemeinschaft Frotheim habe ja sogar eine Unterschriftenaktion initiiert, um den Verantwortlichen beim Kreis zu signalisieren, dass es genügend Menschen in Frotheim gebe, die beim schnellen Internet dabei wären. Doch die etwa 400 Unterschriften würden wohl die Entscheidung nicht mehr beeinflussen. Aber Bünemann erklärte auch: »Es hilft ja nicht, zu schimpfen.«

Handy-Netz

In Frotheim gibt es teilweise noch nicht einmal ein Handy-Netz, geschweige denn ein schnelles Internet. Gerade dies mache den im Ort ansässigen Unternehmen und Dienstleistungsbereichen zu schaffen. Und Bünemann weiß auch: »Das Thema schnelles Internet ist im Ort häufig Thema.«

Ähnlich verhält es sich in Vehlage. Dort hat sich Andreas Sültrup, Grünen-Politiker, in den vergangenen Jahren immer wieder für schnelles Internet stark gemacht. »Das kann eigentlich nicht wahr sein«, entfuhr es ihm, als er auf den Breitbandausbau angesprochen wurde. Er hofft, dass der Anfang in Stemwede »zügig voran geht«. In Vehlage erhalten viele Bürger Internet über den Eifelnet-Anschluss. Dies aber sei deutlich verbesserungswürdig. Sültrup selbst hofft, dass die Arbeiten am Internet-Kabel in Vehlage zur Mitte oder im Herbst 2020 beginnen.

Rasante Entwicklungen

Er kann sich ebenfalls nicht wirklich erklären, warum die Anfänge in Petershagen und in Stemwede gemacht werden. Er habe schon darauf gehofft, dass beim Ausbaustart darauf eingegangen wird, »wo es wichtig und notwendig ist«. Espelkamp stehe aber hinten an. Und er wurde noch deutlicher. Denn die Entwicklungen in der Technik seien so rasant. Da könne ein jetzt sehr guter Anschluss in drei oder vier bereits veraltet sein.

Ende Juni gab der Kreis bekannt, dass die Hamburger Unternehmensgruppe Internexio die Versorgung des Kreises Minden-Lübbecke mit schnellem Internet federführend übernimmt. Mehr als 21.000 Haushalte können dann mit einem Datenvolumen von 10 Gigabyte surfen (wir berichteten).

Frotheims Ortsvorsteher Wilhelm Stockmann erklärte, dass er ebenfalls enttäuscht sei. Aber er sprach vor allem den Gewerbetreibenden in Frotheim Mut zu. »Im dritten Quartal 2020 ist es soweit. Wir haben so lange durchgehalten und sind jetzt auf der Zielgeraden. Jetzt aufzugeben, wäre falsch.« Stockmann erinnerte an das fehlgeschlagene Projekt mit der Firma Lan-Stream und freut sich darauf, wenn es in Frotheim wirklich schnelles Internet gibt.

Gesamtprozedere

Die Stadt Espelkamp hätte sich sehr gefreut, wenn Espelkamp eher mit der Versorgung dran gekommen wäre. »Dies ist aber dem Gesamtprozedere geschuldet«, erläuterte Stadtpressesprecher Torsten Siemon. Es sei nun einmal am effizientesten, wenn man im Osten und im Westen, wo bereits Anschlüsse lägen, anfange. Orte wie Vehlage und Frotheim seien zwar chronisch unterversorgt. »Aber wir freuen uns umso mehr, wenn das schnelle Internet dann endlich da ist«, sagte Siemon.

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