Fr., 16.08.2019

Verein Pro Waldfreibad in Espelkamp reagiert auf die Vorwürfe von SPD-Politiker André Stargardt Geduld – keine Panik!

Die Pläne für den Umbau des Waldfreibades sind Anfang des Jahres vorgestellt worden. Die Umbaukosten betragen 3,9 Millionen Euro. Die Stadt versucht, eine Förderung von 80 Prozent – etwa 2,7 Millionen Euro – zu erhalten.

Die Pläne für den Umbau des Waldfreibades sind Anfang des Jahres vorgestellt worden. Die Umbaukosten betragen 3,9 Millionen Euro. Die Stadt versucht, eine Förderung von 80 Prozent – etwa 2,7 Millionen Euro – zu erhalten.

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Die Pläne zum Umbau des Waldfreibades sind Anfang des Jahres vom kompletten Rat befürwortet worden. Nun aber haben die jüngsten Äußerungen des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden André Stargardt die Mitglieder des Betreibervereins Pro Waldfreibad »irritiert«.

Horst Radtke, Vereinsvorsitzender, sowie die Vorstandsmitglieder Florian Craig und Michael Anderson haben sich getroffen, um den Vorwürfen des SPD-Politikers entgegenzutreten und betonten zunächst, dass der Verein »politisch neutral ist und auch so handele«. Dies habe der Verein bereits vor zwei Jahren kundgetan, weil auch damals »viele Störfeuer kamen«, so Radtke.

Horst Radtke (von links), Michael Anderson und Florian Craig haben zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Foto: Felix Quebbemann

Vorschnelle Äußerungen

Mit Blick auf die Äußerungen Stargardts fuhr er fort: »Der Vorstand und seine Mitglieder sind sichtlich irritiert über den hoffentlichen Alleingang des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden André Stargardt, der mit seinen unüberlegten und vorschnellen Äußerungen die Tatsachen falsch wiedergegeben hat.«

Stargardt hatte zum einen die Informationspolitik des Vereins kritisiert. Andererseits schlug er den Handelnden vor, andere Fördertöpfe ins Auge zu fassen.

Offizielle Stellungnahme

Den Vorwürfen und Ratschlägen trat Radtke nun entgegen. Zunächst einmal sei der erste Förderantrag aus dem Topf »Soziale Integration im Quartier« nicht abgelehnt, sondern lediglich »nicht berücksichtigt« worden. Der Verein habe zudem vom ersten Tag dieses Planungsverfahrens an in Abstimmung mit der Verwaltung um Bürgermeister Heinrich Vieker und dem AöR-Verwaltungsrat gestanden. Alle Möglichkeiten zum Thema Umbau des Waldfreibades seien »offen kommuniziert« worden. »Das werden wir auch weiter tun«, so Radtke.

Es habe bis heute aber noch keine offizielle Stellungnahme vom Land oder der Bezirksregierung dazu gegeben, die erklärt, warum Espelkamp mit seinem ersten Förderantrag für den Umbau nicht berücksichtig wurde.

Radtke selbst habe aus einer geheimen Quelle die Info erhalten und diese umgehend an Bürgermeister Heinrich Vieker und den AöR-Vorstand Klaus Hagemeier weitergegeben. Hagemeier habe nach einem Telefonat mit den zuständigen Stellen die Information bestätigt. Radtke fügte an: »Der Bürgermeister und die Verwaltung haben sich nichts zu schulden kommen lassen.« Denn sie hätten – wohl aufgrund der noch herrschenden Sommerpause in den Amtsapparaten – noch gar keine Stellungnahme vom Land oder der Bezirksregierung erhalten. So könnten sie auch noch nichts kommunizieren. Schließlich wisse noch niemand, warum Espelkamp im ersten Anlauf leer ausging.

Klar ist: Der Fördertopf sei dreifach überzeichnet gewesen. Es hätten rund 50 Millionen Euro zu Ausschüttung gestanden, Anfragen für 150 Millionen Euro seien aber gestellt worden.

Plan B

»Wir brauchen nicht in Panik verfallen. Klaus Hagemeier hat gesagt, dass die Förderung aus dem Topf Soziale Integration bis ins Jahr 2021 fortgeschrieben werde«, sagte Radtke. Daher werde man sich bis zum 30. September erneut bewerben. Sollte dies nicht erfolgreich sein, sei auch ein dritter oder vierter Antrag möglich. »Wir sollten uns in Geduld üben. Der Bürgermeister, Klaus Hagemeier und wir denken natürlich auch über Plan B nach«, teilte Radtke mit. Für diesen Hinweis benötige man nicht André Stargardt.

Stargardts Vorschlag, Mittel aus der Bundesförderung – wie für das Gehlenbecker Freibad geschehen – zu beantragen, sei hingegen zeitlich sehr begrenzt. Denn diese Bundesförderung laufe im kommenden Jahr aus, wie Klaus Hagemeier dem Verein Pro Waldfreibad mitgeteilt habe, sagte Radtke.

Ein Ungefühl

Besonders schade sei, dass nach Stargardts Äußerungen in sozialen Medien kundgetan worden sei, dass der Bürgermeister nicht hinter dem Bad stehe, sagte Anderson. »Das stimmt einfach nicht. Der Bürgermeister steht hinter dem Bad und ist auch regelmäßig da. Er kennt die Situation.«

Craig, Radtke und Anderson betonten, dass es für das Waldfreibad einen politischen Konsens gebe, den man sich hart erarbeitet habe und den es zum Beispiel in Lübbecke zum Gehlenbecker Freibad noch nicht gebe. Die Äußerungen von Stargardt sorgten da nur für ein »Ungefühl«.

Zur Kritik des SPD-Politikers an der Informationspolitik erklärte Anderson, es sei im Interesse des Vereins, vorhandene Informationen weiterzugeben. »Wir haben schließlich eine Verantwortung gegenüber unserem Personal.« Da herrsche aber nun nach den Äußerungen des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Verunsicherung. Das Vereinstrio wünscht sich nun, dass es künftig keine »falschen Behauptungen« mehr aus der Politik gebe.

»Wenn André Stargardt Info-Defizite hat, kann er sich an den Vorstand wenden. Wir helfen ihm, seine Wissenslücke aufzufüllen«, schloss Radtke.

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