Do., 12.09.2019

Gemeindezentrum Gestringen: Versammlung diskutiert über mögliche Schließung »Wir müssen selbst alle Flagge zeigen«

Die Versammlung der Gestringer Dorfgemeinschaft hat dieses Mal in der Trinitatis-Kirche stattgefunden. Die Einrichtung soll bereits im kommenden Jahr geschlossen werde. Dagegen regte sich bei der Dorfversammlung erheblicher Widerstand.

Die Versammlung der Gestringer Dorfgemeinschaft hat dieses Mal in der Trinitatis-Kirche stattgefunden. Die Einrichtung soll bereits im kommenden Jahr geschlossen werde. Dagegen regte sich bei der Dorfversammlung erheblicher Widerstand. Foto: Eva Rahe

Von Andreas Kokemoor

Gestringen (WB). Die Mitglieder der Alsweder Kirchengemeinde aus Gestringen und Fabbenstedt werden nicht tatenlos zusehen, wie »ihre Kirche« geschlossen wird.

»Der Förderverein wird ein tragfähiges Konzept erarbeiten, damit die Trinitatis-Kirche erhalten bleibt«, betonte Uwe Lomberg, Vorsitzender des Fördervereins des Gemeindezentrums Gestringen, während der Gestringer Dorfversammlung am Mittwochabend. Das Konzept müsse bis Ende Oktober beim Presbyterium vorliegen. Und Lomberg erhielt viel Zustimmung.

Unterstützung

»Wir werden den Förderverein unterstützen. Wir müssen selbst alle Flagge zeigen. Es geht um unsere eigenen Belange«, betonte Bernd Wlotkowski, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft.

90 Gäste besuchten in der Trinitatiskirche die Dorfversammlung. Das große Thema war dabei die drohende Schließung der Kirche. Alle 90 Anwesenden stimmten während einer Abstimmung für den Erhalt der Kirche und des Gemeindezentrums. Sie forderten gar das Presbyterium auf, seinen Beschluss zur Schließung aufzuheben und Gespräche mit dem Förderverein aufzunehmen.

»Es gibt eine Chance. Wir kämpfen gemeinsam um dieses Ziel«, versprach Wlotkowski. Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft sei zuversichtlich: Der Beschluss des Presbyteriums sei offenbar auf fragwürdigen Grundlagen entstanden, erklärte Wlotkowski. In Kürze will die Dorfgemeinschaft Buttons mit dem Logo »Unsere Kirche bleibt im Dorf – Trinitatis-Kirche für Gestringen und Fabbenstedt« verteilen. »Tragt die Buttons«, forderte Wlotkowski die Besucher auf. Des Weiteren sind Infobriefe und eine Unterschriftenaktion geplant.

Glockenturm

In dieser werde erklärt, dass es seit 1966 ein Gemeindehaus gibt. Seit 1979 gibt es die Trinitatis-Kirche. Fabbenstedter und Gestringer haben viele Spenden für den Bau von Kirche und Glockenturm gesammelt. »Durch unseren Einsatz ist der Bau möglich geworden. Schon vor 14 Jahren war der Bestand gefährdet. Gemeinsam haben wir mit unserem Förderverein für den Erhalt gesorgt. Nach 40 Jahren soll nun Schluss sein?«, lautet die erste Frage der Unterschriftenaktion, die beantwortet werden soll. Des Weiterern wollen die Unterschreiber wissen, warum die Gemeinde nicht vor dem Beschluss informiert wurde, um gemeinsam nach Lösungsvorschlägen zu suchen und die Zukunft zu gestalten. Es wurde ebenfalls hinterfragt, warum nicht gesagt wurde, dass es bereits Interessenten für den Kauf des Gebäudes gebe. Auch eine Begehung soll schon stattgefunden haben. Wlotkowski appellierte an die Versammlung: »Stellen Sie fragen. Beteiligen Sie sich aktiv«.

Ein Mitglied der Versammlung sprach am Abend gar von »Verrat«. Ein anderer Besucher der Versammlung schlug weiterreichende Aktionen vor. Landwirte könnten Mahnfeuer entzünden, sagte er. Andere könnten sich vorstellen, dass Gespräche mit dem Kirchenkreis oder gar der Landeskirche noch helfen könnten.

Buttons

»Flagge zeigen heißt ›Präsenz zeigen‹ und ›Anwesenheit demonstrieren‹. Wir müssen uns bemerkbar machen, um nicht vergessen zu werden«, sagte Gabi Rotter. Sie lud alle Besucher am Sonntag. 15. September zum Gottesdienst mit silberner Konfirmation ein. Am Sonntag darauf, 28. September, gebe es einen Abendmahlsgottesdienst. Auch am Sonntag, 6. Oktober, solle für eine voll besetzte Kirche gesorgt werden. Wlotkowski hob aber auch hervor, dass die Bedeutung einer Kirche im Ort für die Bürger und die Gemeindemitglieder nicht daran gemessen werden dürfe, wie oft jemand zur Kirche gehe.

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