Fr., 13.09.2019

Ratssitzung: Blauert informiert über Rußrindenkrankheit in Espelkamp In der Stadt stirbt der Ahorn

Durch die Rußrindenkrankheit werden zunächst die Blätter welk, die Baumkrone stirbt ab und die Rinde reißt auf.

Durch die Rußrindenkrankheit werden zunächst die Blätter welk, die Baumkrone stirbt ab und die Rinde reißt auf.

Espelkamp (WB/fq). Die vergangenen zwei Jahre haben durch extreme Hitze, ausbleibende Niederschläge und Trockenstress die Wachstumsbedingungen für alle Bäume in einem noch nicht abzusehenden Ausmaß beeinträchtigt.

So kann jetzt auch die Pilzart »Cryptostroma corticale« wirksam werden. Von der so genannten Rußrindenkrankheit sei aktuell hauptsächlich der Bergahorn betroffen. Dies erklärte Thorsten Blauert, zuständiger Fachbereichsleiter in der Verwaltung, am Mittwochnachmittag im Rat. Es sei »eine traurige Nachricht«, so Blauert weiter und führte auch gleich aus, warum dies so ist.

Der Baum vergammelt

Die Folgen nämlich seien für die Pflanzen verheerend. Die Blätter welken, die Baumkrone stirbt ab und die Rinde reißt länglich auf. Darunter befinde sich ein schwarzer, rußartiger Belag, der auch der Krankheit ihrem Namen gab. Der Befall führe zu einem schnellen Absterben der Pflanze, oft innerhalb einer Vegetationsperiode. »Der Baum vergammelt von innen. Das haben wir nun mehrfach festgestellt.«

Im Zuge der Arbeiten im städtischen Baumbestand waren zunehmend Ahornbäume auffällig. Das beauftragte Unternehmen und Mitarbeiter des Bauhofes vermuteten als Grund bereits die »Rußrindenkrankheit«. Zur Absicherung wurden Proben im Labor untersucht. »Die vorliegenden Ergebnisse haben den Verdacht leider bestätigt«, so Blauert.

In Fachkreisen wird bei einem Befall die sofortige Entfernung der betroffenen Bäume empfohlen. Zum einen soll so die weitere Verbreitung der Sporen möglichst unterbunden werden, zum anderen nimmt die Standfestigkeit der Bäume sehr schnell ab.

Sporen

Die Sporen sind auch für den Menschen gesundheitsschädlich. Dies gilt besonders, wenn bei der Bearbeitung eine hohe Konzentration von Sporen freigesetzt wird und es so zu einem intensiven Kontakt kommt.

Aus den genannten Gründen werden ab der 39. Kalenderwoche, also ab dem 23. September, umfangreiche Fällarbeiten im Bereich der Beuthener Straße und der Isenstedter Straße vorgenommen. Diese Arbeiten werden unter besonderen Schutzmaßnahmen, auch für die ausführenden Mitarbeiter ausgeführt, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen der Sporen zu vermeiden.

Des Weiteren sind für das anfallende Holz besondere Entsorgungsmaßnahmen notwendig, um das Freisetzen von Sporen zu vermeiden. Daher ist auch eine weitere Verwendung zum Beispiel als Brennholz ausgeschlossen. Die Bäume könnten nicht einfach gefällt werden. »Sie werden zur Mülldeponie gebracht und dort entsorgt«, so Blauert.

Aufforstung

Die Stadt bemühe sich aber, noch nicht befallene Ahornbäume zu erhalten. Doch sagte Blauert auch, dass sich die Krankheit schon sehr verbreitet habe. In Zukunft, so Blauert weiter, müsse man schauen, was man an neuen Bäumen überhaupt noch pflanzen könne.

Das Thema Bäume war schon etwas eher Thema in der Ratssitzung. Andreas Sültrup, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, nahm Stellung zu einem Schreiben von Thorsten Blauert, das dieser an die Ratsfraktionen geschickt hatte. Dort schrieb Blauert unter anderem, dass im Zeitraum von 2011 bis 2016 insgesamt 40.000 Bäume im Auftrag der Stadt neu gepflanzt wurden. Im gleichen Zeitraum seien aber auch 20.000 Bäume gefällt worden. Blauert fügte an, dass die doppelte Menge an aufgeforsteten Bäumen im Vergleich zu den gefällten relativiert werde, da »eine Aufforstung nicht sofort die gleichen ökologischen Qualitäten aufweist, die der zuvor beseitigte Wald hatte. Gerade deshalb wird aber die doppelte Fläche aufgeforstet.«

Ärger

Jedoch verärgerte ein Satz den Grünen-Fraktionsvorsitzenden. Blauert schloss seine Mitteilungen nämlich mit dem Satz, dass eine Stadt im Wald sich nur weiter entwickeln könne, »wenn selektiv Bäume gefällt werden«.

Diesen Satz bezeichnete Sültrup als »abenteuerlich«. »Ein ›Weiter so‹ kann und darf es nicht geben.« Es würden immer mehr Flächen versiegelt, daher müssten alle ihr Handeln neu überdenken«, machte Sültrup deutlich.

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